„Röte II“ in Mötzingen
: Bauplätze kosten 450 Euro in der ersten Vergaberunde

Im Mötzinger Baugebiet „Röte II“ wurde für gemeindeeigene Einzel- und Doppel-Bauplätze ein Preis von 450 Euro pro Quadratmeter festgesetzt.
Von
Uwe Priestersbach
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Gleich nach dem Spatenstich für die Erschließung legte der Mötzinger Gemeinderat den Quadratmeterpreis für kommunale Bauplätze im Baugebiet „Röte II“ auf 450 Euro fest.

Priestersbach

Der Gemeinderat machte sich die Festlegung der Bauplatzpreise für die erste Vergaberunde allerdings nicht leicht – zumal bei privaten Bauplatzverkäufen ganz andere Preise aufgerufen werden. Deshalb brachten einige Räte eine Familienförderung ins Spiel, über die in einer der nächsten Sitzungen gesondert beraten werden soll.

Wie Bürgermeister Benjamin Finis einleitend deutlich machte, „müssen wir uns mit dem Preis an den Kosten orientieren, die entstehen“. Und dieser Sockelwert liege nach Umlegung, Erschließung und Finanzierung der Baugrundstücke bei 330 Euro pro Quadratmeter. „Das ist die Basis für alle Diskussionen“, stellte der Rathauschef ebenfalls fest, dass aber auch die soziale Infrastruktur im Ort mitwachsen müsse – unter anderem mit Blick auf die in der Röte geplante Kindertagesstätte. Dies müsse vom Gemeinderat beim Wertansatz mitberücksichtigt werden.

Kämmerer Christian Stepan wies auf den aktuellen Bodenrichtwert von 360 Euro je Quadratmeter im Baugebiet „Röte I“ hin, der aber nach der Fortschreibung im Juli einiges höher liegen dürfte als bisher. Denn die privaten Verkäufe zeigen, dass die erzielten Preise deutlich über dem Bodenrichtwert liegen.

Klar sei auch, dass bei den Bauplatzverkäufen das Vermögen der Gemeinde veräußert werde, um es dann wieder in die soziale Infrastruktur zu investieren.

19 gemeindeeigene Baugrundstücken

Bei den aktuell 19 gemeindeeigenen Baugrundstücken, die im Baugebiet „Röte II“ als Einzel- und Doppelhaus-Bauplätze zur Verfügung stehen, würden bei einem Quadratmeterpreis von 330 Euro im Falle des Verkaufs rund 3,05 Millionen Euro in den Gemeindesäckel fließen – bei einem Quadratmeterpreis von 500 Euro wären es allerdings schon 4,61 Millionen Euro.

Stepan wies darauf hin, dass im Jettinger Baugebiet „Amsel I“ derzeit 455 Euro je Quadratmeter für gemeindeeigene Bauplätze fällig werden.

„Es ist uns wichtig, dass wir uns an den Preisen orientieren, die im Umland aufgerufen werden“, erklärte Finis, dass man in Mötzingen schließlich keine Sogwirkung auslösen wolle. Ziel sei es ebenfalls nicht, das Maximum herauszuholen, doch müssten „marktgerechte Preise festgelegt werden“, um die soziale Infrastruktur mitzufinanzieren. Vor diesem Hintergrund lautete die Empfehlung aus dem Rathaus, den Bauplatzpreise in der ersten Vergaberunde zwischen 450 und 480 Euro festzulegen.

Hampel spricht von von „absurden Summen“

Daniel Hampel (MLi) sprach von „absurden Summen – und die muss man sich leisten können“. Seiner Meinung nach dürfe man sich nicht an privaten Preisen orientieren und die Gemeinde müsse „im Rahmen bleiben, um ein Signal zu setzen“. Deshalb tendierte er für einen Maximalpreis von 450 Euro pro Quadratmeter, und regte wie Michael Hiller (MLi) daneben eine Familienförderung an, wie es sie im Baugebiet „Röte I“ bereits gab.

Hiller gefiel es außerdem nicht, wenn der Eindruck erweckt werde, „dass mit dem Erlös die Kindertagesstätte finanziert werden soll“.

Stefan Ziegler (SPD) schlug als „goldenen Mittelweg“ zwischen 450 und 500 Euro einen Verkaufspreis von 475 Euro vor, während die „Schmerzgrenze“ für Jasmin Haarer (Mli) bei 450 lag.

Soziale Verpflichtung gegenüber Bürgern

Auf die soziale Verpflichtung der Gemeinde gegenüber den Bürgern, die man nicht beliebig schröpfen dürfe, machte Rainer Stefanek aufmerksam. Außerdem dürfe man sich nicht mit Jettingen (Schulangebot) oder Bondorf (Bahnanschluss) vergleichen, machte er deutlich, dass die Obergrenze in seinen Augen bei 450 Euro liege. In diese Richtung tendierten ebenfalls die MLi-Räte Egon Stoll und Benjamin Gärtner.

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.