Neue KI-Software: Wie Ebhausen mit „vialytics“ den Bauhof unterstützen will

Ebhausen investiert in die Digitalisierung des Bauhofs.
Monika Skolimowska/dpa- Ebhausen führt die KI-Software „vialytics“ ein, um den Bauhof digital zu unterstützen.
- Ein Smartphone erkennt Straßenschäden automatisch, dokumentiert sie und priorisiert Maßnahmen.
- Mitarbeitende erfassen per Sprachfunktion weitere Mängel – etwa verdeckte Schilder oder Gefahrenstellen.
- Spielplatzkontrollen und kommunale Objekte werden digital verwaltet, inklusive Fotos und GPS.
- Lückenlose Dokumentation stärkt Rechtssicherheit; Winterdienst wird GPS-gestützt nachverfolgbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem Digitalen Rathaus und der Digitalisierung des Einwohnermeldeamts soll nun auch der Bauhof in Ebhausen digitaler werden. Der Gemeinderat entschied einstimmig für die Einführung der KI-gestützten Software „vialytics“.
Bereits im April hatte die Verwaltung deutlich gemacht, dass die Digitalisierung in Ebhausen noch Entwicklungspotenzial bietet. Mit der nun beschlossenen Software folgt ein weiterer konkreter Schritt.
Das kann „vialytics“
Die KI-gestützte Anwendung erkennt während regulärer Fahrten mithilfe eines Smartphones automatisch Straßenschäden wie Risse oder Schlaglöcher. Diese werden dokumentiert, bewertet und nach Dringlichkeit eingeordnet.
So könne die Gemeinde ihre Haushaltsmittel gezielt dort einsetzen, „wo die größten Schäden zuerst behoben werden müssen“, erklärte Harald Müller von Netze BW bei der Vorstellung des Systems.
Mehr als nur Straßenschäden
Die Einsatzmöglichkeiten gehen dabei weit über die Straßenerfassung hinaus. Bauhofmitarbeiter können per Sprachfunktion weitere Auffälligkeiten festhalten. Damit lassen sich etwa zugewachsene Verkehrsschilder oder andere Gefahrenstellen erkennen.
Auch Spielplatzkontrollen sollen künftig digital erfolgen. Festgestellte Mängel werden mit Fotos, Standortdaten und Zeitstempel dokumentiert und direkt an den Bauhof übermittelt.
Darüber hinaus lassen sich Sitzbänke, Abfallbehälter und weitere kommunale Einrichtungen digital verwalten. So soll verhindert werden, dass einzelne Standorte bei Kontrollen oder Wartungsarbeiten übersehen werden.
Ein wesentlicher Vorteil der Software liege in der lückenlosen Dokumentation, betonte Müller. Bilder vor und nach einer Maßnahme könnten im Streitfall den Zustand von Straßen oder anderen Einrichtungen belegen.
„Das ist wichtig für die Rechtssicherheit der Kommune“, sagte er. Auch Räum- und Streueinsätze im Winterdienst werden GPS-gestützt erfasst und können im Haftungsfall nachvollzogen werden.
„vialytics“ wird bereits in vielen Städten eingesetzt
Neben den Funktionen spielte für die Verwaltung auch die Wahl des Anbieters eine Rolle. „Bei Software-Themen ist wichtig, welcher Anbieter dahintersteht. Es wäre schade, wenn ein kleiner Anbieter plötzlich pleitegeht“, erklärte Müller.
„vialytics“ wurde zwar als Start-up gegründet und ist inzwischen seit Jahren Partner der EnBW. Bereits Städte und Gemeinden wie Nagold, Haiterbach, Bad Liebenzell, Tübingen und Barmstedt nutzen das System.
Nach Angaben der Verwaltung erwies sich „vialytics“ im Vergleich zu anderen Anbietern als die wirtschaftlichste Lösung. Die jährliche Lizenzgebühr richtet sich nach der Straßenlänge der Kommune und beträgt in Ebhausen rund 7050 Euro.
Darin enthalten sind Software-Updates, technischer Support sowie Lizenzen für alle Bauhofmitarbeiter. Der Vertrag läuft zunächst über drei Jahre.

