Nagolder Spedition: Wenn die Laster sich den Strom holen

Vertreter der Nagolder Spedition Stikel, der Netze BW und der Stadt bei der Präsentation des gemeinsamen Pilotprojekts.
Michael Jan Gallner- Netze BW testet mit der Spedition Stickel netzorientiertes Laden von E-Lkw in Nagold.
- Ziel ist dynamisches Laden: mehr bei freien Kapazitäten, weniger bei hoher Netzlast.
- Bürgermeister Hagen Breitling sieht darin ein Signal für Klima, Wirtschaft und Infrastruktur.
- Das NETZlabor E‑Lkw erstellt Ladefahrpläne, basierend auf lokalen Netzinfos.
- Stickel betont wirtschaftliche Verlässlichkeit: leistungsfähige Anschlüsse und planbare Lösungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Je mehr Lkw elektrisch unterwegs sind, desto wichtiger wird ein Ladesystem, das mit dem Stromnetz zusammenspielt: Nicht nur an Autobahnen, sondern auch an Depots, werden in kurzer Zeit hohe Leistungen benötigt. Mit dem Innovationsprojekt „FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw“ testet die Netze BW gemeinsam mit zwei Logistikunternehmen aus Baden-Württemberg, wie E-Lkw-Flotten in Logistikdepots netzorientiert geladen werden können. Eine davon ist die Spedition Stickel auf dem Nagolder Wolfsberg.
Ziel ist es, Ladevorgänge so zu gestalten, dass sie sich dynamisch an der verfügbaren Netzkapazität orientieren – und dadurch Leistungserhöhungen früher möglich werden können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das ist besonders dann möglich, wenn der Stromverbrauch niedrig ist oder vermehrt erneuerbare Energien ins Netz einspeisen.
Wie Zukunft vor Ort in Nagold gestaltet werden kann
Wie viel Potenzial darin steckt, zeigte die Netze BW bei der Spedition Stickel in Nagold direkt in der Praxis. Nagolds Bürgermeister Hagen Breitling machte sich persönlich vor Ort vom Zusammenspiel aus E-Lkw, Ladeinfrastruktur und Stromnetz ein Bild. „Für Nagold ist dieses Projekt mehr als ein technischer Feldtest – es zeigt ganz konkret, wie Zukunft bei uns vor Ort gestaltet werden kann“, erklärte der Bürgermeister. „Wenn ein Unternehmen aus unserer Stadt den Weg in Richtung elektrische Logistik geht, ist das auch für die Kommune ein wichtiges Signal: Wir wollen wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz und eine leistungsfähige Infrastruktur gemeinsam denken. Dass neue Lösungen hier in Nagold erprobt werden, freut mich besonders, denn davon profitiert nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern langfristig auch unser Standort und die Menschen, die hier leben und arbeiten.“

Die Elektro-Laster von Stickel sind mit einer besonderen Lackierung versehen.
Michael Jan GallnerBeim netzorientierten Laden werden Ladeleistung und Ladezeitpunkte an die lokale Netzsituation angepasst: Gibt es freie Kapazitäten oder viel Einspeisung aus erneuerbaren Energien, kann mehr geladen werden; bei hoher Netzlast wird die Leistung reduziert. Im NETZlabor E-Lkw entstehen dafür dynamische Ladefahrpläne. Der Netzbetreiber liefert Informationen zur Netzsituation; das Energiemanagement vor Ort übersetzt sie in konkrete Ladepläne für die Fahrzeuge.
Für Industrie und Logistik ist Lkw-Elektrifizierung anspruchsvoll
„Für Industrie und Logistik ist die Elektrifizierung von Lkw anspruchsvoll, weil hohe Anschlussleistungen häufig erst nach einem Netzausbau vollständig bereitstehen. Mit FlexCharge BW – NETZlabor E‑Lkw testen wir innovative Lösungen, um den Netzanschluss zu beschleunigen“, erklärt die Projektleiterin Dr. Kathrin Walz. „Gleichzeitig sammeln wir wertvolle Praxiserfahrungen und -daten zum Ladeverhalten von E-Lkw, mit denen wir unser Netz noch zukunftsfähiger auslegen können.“

Speditionsboss Christian Stickel (rechts) ist ein Pionier in Sachen elektrische Lkw.
Michael Jan GallnerChristian Stickel, Geschäftsführer des Speditionsunternehmens, ergänzt: „Für uns als Spedition ist die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs nicht nur eine ökologische, sondern vor allem auch eine unternehmerische Zukunftsfrage“, stellt der Unternehmer klar. „Wenn wir E-Lkw wirtschaftlich und verlässlich in unsere Abläufe integrieren wollen, brauchen wir leistungsfähige Netzanschlüsse, planbare Rahmenbedingungen und Lösungen, die im täglichen Betrieb funktionieren. Das NETZlabor bietet uns die Möglichkeit, frühzeitig Erfahrungen zu sammeln und gemeinsam mit der Netze BW praxistaugliche Wege zu entwickeln, die auch für andere Unternehmen richtungsweisend sein können.“