Nagolder Fluglehrer
: Vater und Sohn – Mit dem „Fliegerle“ geht es über die Alpen

Mit dem Ultraleichtflugzeug über die Alpen und an die Adria – Stefan und Michael Zistler vom Nagolder Flugsportverein unternehmen eine außergewöhnlichen „Aus-Flug“ mit beeindruckenden Erlebnissen. Dabei dürfen Sauerstoff und Schwimmwesten nicht fehlen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Michael und Stefan Zistler (von links) im Cockpit ihres Ultraleichtflugzeugs, mit dem sie einen außergewöhnlichen Flug über die Alpen, entlang der Adria und zurück über die Dolomiten und den Bodensee unternahmen.

Zistler

Einmal mehr hat sich das Vater-Sohn-Duo Stefan und Michael Zistler zu einem großen Flugabenteuer aufgemacht: in einem modernen leistungsstarken Ultraleichtflugzeug flogen sie über Matterhorn und Mont Blanc weiter nach Venedig und die Adria runter bis Zadar. „In Europa war das unser vielseitigster gemeinsamer Ausflug mit vielen Herausforderungen“, lautet ihr Resumee nach der Rückkehr.

Auslöser für die beiden Fluglehrer des Nagolder Flugsportvereins war ihr Aufenthalt in den Weihnachtsfeiertagen Randa bei Zermatt - mit ihrem Heimatort Gündringen ist das Dorf im Wallis seit vielen Jahren befreundet: Bei herrlichem Wetter genossen sie beim Skifahren und Bergwandern die einmalige Kulisse der Hochalpen rund um das Matterhorn. Dabei war für die beiden Flugenthusiasten schnell der Entschluss gefasst: „Hier werden wir demnächst mal mit dem Fliegerle rum fliegen!“

Der Mensch ist bekanntlich das Produkt seiner Gedanken und bei so viel gemeinsamer Motivation wird aus der Vision rasch ein handfester Plan!

Ultraleichtflugzeug „Bristell“ ist ein „sicheres“ Gefährt

Basis für das außergewöhnliche Unternehmen war das Ultraleichtflugzeug „Bristell“, das der Baden Württembergische Luftfahrtverband erst neu angeschafft hat und in seinem Luftsport-Trainingszentrum auf dem Klippeneck betreibt. Zistler Senior ist dort als Ausbildungsleiter angestellt und kennt das Flugzeug quasi „aus dem Effeff“. „Vor allem der leistungsstarke Turbomotor ermöglichte uns schnelles Steigen auf Flughöhen über 4000 Meter sowie rasche Reisegeschwindigkeiten über 200 km/h“, erläutert Zistler die ideale Eignung des Fluggerätes für solche Höhenflüge. Und das eingebaute Gesamtrettungssystem ist ein zusätzlicher Sicherheitsvorteil, gerade wenn es über lange Strecken über Wasser geht.

Flughöhen von über 4000 Meter

Viele Dinge sind zu beachten, darunter auch die notwendige Versorgung mit Sauerstoff in Flughöhen über 4000 Metern, aber auch die Mitnahme von Schwimmwesten für die Flüge über der Adria als Vorsorge für einem eventuellen Motorausfall in das elf Grad kalte Wasser.

Geplant war das Routing am ersten Tag vom Klippeneck bei Spaichingen am Züricher Luftraum vorbei über den Thuner See bis an die drei bekannten Berge Jungfrau, Mönch und Eiger. Dann entlang des Aletschgletschers ins Rhonetal und von dort aus zum Dach Europas mit dem Matterhorn als „Berg der Berge“ und Europas höchstem Berg, dem Mont Blanc mit dem Tagesziel Aosta in Italien.

Vier Flugtage mit „schier“ idealen Bedingungen

Petrus hat mit dem zentralen und massiven Hochdruckgebiet „Kristianus“ das Vorhaben bestens unterstützt: Es bescherte der Besatzung über die vier Flugtage schier ideale Bedingungen, und sie mussten sich weniger Sorgen um das Wetter machen wie sonst bei den üblichen zyklonalen Bedingungen. Trotzdem kam es anders als man denkt: Das Berner Oberland war von tiefen Wolken im Nordwind zugestaut, frühes Steigen „on top“ war für die Zistlers erforderlich. Dafür genossen sie atemberaubende Ausblicke auf Eiger, Mönch, Jungfrau, die aus dem geschlossenen Nebelmeer herausragten.

Wenn schon denn schon: Über den verschneiten St. Bernhard Pass flogen die beiden Luftsportler zum Dach Europas, dessen Gipfel des Mont Blanc sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite präsentierte: „Im kleinen Fliegerle diese vogelwilde unberührte Natur erleben zu können, das ist etwas ganz Besonderes“, blicken Stefan und Michael Zistler zurück.

Herrliche Route entlang der Küste

An den Folgetagen ging es südlich an Mailand vorbei über den Gardasee zu einem kurzen Zwischenstop nach Padua; von dort aus erfolgte ein herrlicher Flug in niedriger Höhe entlang der Küste, knapp vorbei an Venedig rüber nach Triest zum beliebten Adria-Flugplatz in Portoroz in Slowenien.

Eine einmalig erlebnisreiche und optisch eindrucksvolle Adria-Tour führte das erfahrene Vater-Sohn-Duo dann auf der Meerseite vorbei an Rovinj, Pula und Losinj bis zum Wendepunkt zwischen Zadar und Split und auf der Landseite wieder zurück. Die Fischplatte am Abend war der kulinarische Lohn für die fliegerischen Herausforderungen.

“Letzter Hüpfer“ entlang des Bodensees

Auf dem Heimweg ging die Route über die Dolomiten mit einem Abstecher zur markanten Marmolada zum Etappenziel mit Zwischenlandung nach Bozen und von dort weiter über den Reschenpass und das Montafon nach Hohenems bei Bregenz. Der letzte Hüpfer dann vollends entlang des Bodenseeufers über Lindau und Friedrichshafen und das Donautal zurück aufs Klippeneck.

„In vier Tagen sind wir in zwölf Stunden in sechs Ländern geflogen: Mit Sauerstoff über 4000 Meter hoch über die wilden Berge und mit Schwimmwesten übers traumhaft schöne Meer, vorbei an vielen Highlights, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden – für das Erlebte sind wir tief dankbar“, bekennen Vater und Sohn unisono nach der Landung.

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