Nagolder Bergsteiger
: Alpinisten lernen Gefahren in Theorie und Praxis kennen

Eine Bergsteigergruppe des Deutschen Alpenvereins Nagold (DAV) lernte beim Eis- und Gletscherkurs am Großglockner, wie man im Hochgebirge Stürze vermeidet und sich in Notsituationen richtig verhält.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Nagolder Bergsteiger und Bergsteigerinnen wurden bei ihrem Ausflug auf den Großglockner von ihren Trainern Sven Rahlfs und Matthias Seeger mit Tücken des Hochgebirges vertraut gemacht.

Matthias Seeger

„Wer ins Hochgebirge geht, sollte wissen, was er tut“ – mit diesem Anspruch begaben sich sieben motivierte Teilnehmende auf die Reise auf zur 2802 Meter über dem Meer gelegenen Stüdlhütte am Großglockner, um unter Anleitung der beiden Trainer Sven Rahlfs und Matthias Seeger vom DAV Nagold das Handwerkszeug für das Hochgebirge zu erlernen.

Mit zunehmender Höhe und wachsenden Ambitionen nehmen in den Bergen auch die alpinen Gefahren zu, mit denen man sich als Bergsteiger beschäftigen muss.

Neben Gletscher-Themen werden durch den Klimawandel aber auch immer mehr Inhalte wie Klettersteige relevant. Das sollten neben allgemeinen Tourenthemen wie Wetter, Orientierung und alpinen Gefahren die Inhalte in Theorie und Praxis für das verlängerte Wochenende des Eis- und Gletscherkurses des DAV Nagold sein.

Neuer Bus stärkt Gruppengefühl

Donnerstagmorgens ging es in aller Frühe mit dem neuen Vereinsbus los nach Österreich. Der neunsitzige Bus mit extra großem Kofferraum bietet den Tourenteilnehmenden die Möglichkeit, bequem das gesamte Gebäck unterzubekommen, ohne Taschen auf dem Schoß transportieren zu müssen. Auch das Gruppengefühl wurde direkt mit der Anfahrt gestärkt, ein großer Pluspunkt für die gemeinsame Anreise, die gleichzeitig noch das Optimum unter ökologischen Aspekten darstellt. Dieser Bus steht den DAV Nagold Mitgliedern von nun an für Touren zur Verfügung.

Der Aufstieg führte über Wirtschaftswege, vorbei an Hütten, und dann über alpine Wanderwege und Schneefelder hinauf zur Stüdlhütte, die für die nächsten Tage und Nächte die Ausbildungs-Basis für die Gruppe sein sollte. Nach Bezug der Lagerbetten und kurzem Einfinden auf der Hütte gingen die beiden Tourenleiter mit den Bergsteigern die Planung für die nächsten Tage durch, um anschließend das großzügige Drei-Gänge-Hüttenabendessen zu genießen.

Übung und Routine sind elementar

Der folgende Ausbildungstag führte nach einem Brainstorming zu alpinen Gefahren auf den Gletscher “Teischnitzkees“, auf dem ausgiebig das Thema Spaltenbergung behandelt wurde – vor allem in der Praxis. Übung und Routine erwiesen sich für solche Notsituationen als elementar, um im Fall des Falles schnell und richtig reagieren zu können. Am Nachmittag zurück auf der Hütte wurden die Suppen- und Kuchenleckereien der Stüdlhütte verkostet, um anschließend noch Theorieinhalte zu Wetter und Tourenplanung zu besprechen.

Die Übungstour am zweiten Ausbildungstag startete mit dem korrekten Abfangen von Stürzen und Rutschen in Schneefeldern in verschiedenen Varianten – vom Ausrutschen beim Bergaufgehen bis zum Stolpern mit Kopf-über-Bergabrutschen. Mit dem Erlernen und Üben der richtigen Tritttechnik kann da bereits viel vermieden werden.

Klettersteige rücken in den Fokus

Über den “Ködnitzkees“ ging es weiter zum Klettersteig am Fuße der Erherzog-Johann-Hütte. Durch den Rückgang der Gletscher in den Alpen werden immer mehr dieser versicherten Steige eingerichtet. Daher widmete sich eine Theorie- und Praxiseinheit dieser Ausbildung auch diesem Thema.

Der Vorteil von zwei Trainern machte sich voll bemerkbar. Während einer die Technik im Klettersteig erklärte und vorführte, konnte der Zweite mit dem Blick von hinten auf die Gruppe immer wieder Tipps und Tricks an die ambitionierten Bergsteigerinnen und Bergsteiger weitergeben und auch alpine Gepflogenheiten wie das “Bergauf hat Vorrang“ vermittelt werden.

3500-Meter-Marke geknackt

Nach einer kurzen Einkehr auf der Erzherzog-Johann-Hütte auf 3454 Metern und bei etwas schlechter werdenden Sicht, wurde dennoch der Wunsch nach Erreichen der 3500-Meter-Marke laut. Deshalb stieg die Gruppe noch bis zum Fuße des Gipfelanstieges zum Großglockner auf.

Die Ersteigung des Gipfels stand für die Ausbildungstour nicht im Fokus, was zeitlich den Lerninhalten zugute kam. Zurück auf der Stüdlhütte stand nochmals das Wiederholen der Spaltenbergung und das Abseilen am Berg auf dem Programm.

Tourenleiter schlagen Ziele vor

Beim Abendessen unterhielt man sich über mögliche Touren für die frisch ausgebildeten Bergsteiger. Die beiden Tourenleiter konnten aus ihrer Erfahrung heraus einige lohnende und zu den Fähigkeiten passende Ziele weitergeben.

Über das Wochenende hat sich das Wetter bis zum Abstieg sehr gut gehalten, ab hier verabschiedete das Großglocknergebiet die Gruppe mit etwas Regen. Auf dem Abstieg gönnten sich die Bergsteigerinnen und Bergsteiger noch einen traditionellen Kaiserschmarren und resümierten nochmals die vergangenen Tage. Sehr positives Feedback erfreute die Trainer des DAV Nagold und natürlich auch die Teilnehmenden, die nun mit viel Erkenntnissen und Dazugelerntem in neue Bergabenteuer starten können.

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