Nagold
: Stolpersteine erinnern an die Opfer

Projekt: "Omas gegen Rechts" wollen auch in Nagold Gedenkorte verwirklichen
Von
Schwarzwälder Bote
Oberndorf
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Im Austausch (von links): Gabriel Stängle, Elvira Luckert, Anna Ohnweiler, Johannes Brenner und Thomas Baitinger.Foto: OGR

Schwarzwälder Bote

Die Nagolder Gruppe der Bewegung "Omas gegen Rechts" unter Leitung von Anna Ohnweiler möchte erreichen, dass auch in Nagold so genannte "Stolpersteine" verlegt werden.

Nagold. Das Projekt "Stolpersteine" wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demnig initiiert und inzwischen in über 1000 Kommunen Deutschlands und in weiteren 25 Ländern Europas realisiert. Mit in den Boden verlegten kleinen quadratischen Gedenksteinen soll an das Schicksal von Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Verlegt werden die Stolpersteine in der Regel vor den Häusern, in denen die Opfer einst gewohnt hatten.

"Die etwas andere Stadtführung: Nagold im Nationalsozialismus"

Die Anregung, solche Stolpersteine auch in Nagold zu verlegen, kam im vergangenen Jahr von Gabriel Stängle, Geschichtslehrer an der Christiane-Herzog-Realschule, der zusammen mit Schülerinnen die "Etwas andere Stadtführung: Nagold im Nationalsozialismus" entwickelt und mehrfach durchgeführt hatte.

Vor kurzem trafen sich "Omas gegen Rechts" mit Gabriel Stängle im Garten von Elvira und Helmut Luckert, um sich über das Projekt zu informieren und über erste Schritte zur Realisierung zu beraten. Dazu eingeladen waren auch Vertreter der Fraktionen des Gemeinderats. Erschienen waren Thomas Baitinger (CDU) und Johannes Brenner (Grüne).

Gabriel Stängle berichtete eindrücklich über seine umfangreichen Recherchen zum Schicksal Nagolder Bürger, die in den Jahren 1939 und 1940 auf Grund einer Form von physischer oder psychischer Behinderung Opfer der so genannten "Euthanasie" wurden. Stängle konnte bislang acht Menschen ausfindig machen, die aus Nagold stammten, zumindest zeitweise dort wohnten und die, manchmal auf Umwegen, in die Anstalt Grafeneck gebracht und dort ermordet wurden. Dabei handelte es sich um ganz unterschiedliche Schicksale und Krankheitsbilder, die damals allesamt unter das Verdikt "lebensunwertes Leben" fielen und deshalb auszulöschen waren.

Nach dem eindrücklichen Bericht von Gabriel Stängle war man sich einig, das Projekt Stolpersteine in Nagold zügig anzugehen und sich damit an den Gemeinderat zu wenden. Die "Omas gegen Rechts" sind bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.

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