„Mötzinger Sommer“?
: Eine Initiative für gelebte Gemeinschaft

Die Planspiele für einen „Mötzinger Sommer“ mit Konzerten, Open-Air-Kino oder Sundowner und Fleckentafel im kommenden Jahr lösten im Gemeinderat ein gemischtes Echo aus.
Von
Uwe Priestersbach
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Im Rahmen eines „Mötzinger Sommers“könnte nächstes Jahr auch ein Open-Air-Kino auf dem Schloßplatz stattfinden.

Uwe Priestersbach

Das Gremium nahm die Informationen aus dem Rathaus in dieser Woche zwar mehrheitlich wohlwollend zur Kenntnis und lobte die guten Ideen. Aber die von der Verwaltungsspitze gewünschte Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel im Planansatz für den Etat 2026 wurde erst einmal aus dem Beschlussvorschlag gestrichen.

Bürgermeister Benjamin Finis hatte zuvor die vier möglichen Elemente für einen „Mötzinger Sommer“ skizziert, die in einem Austausch mit kulturinteressierten Bürgern und den örtlichen Vereinen als „konzeptionelle Grundlage“ erarbeitet worden sind. Ziel sei, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mötzingen durch ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zu fördern, den Ortskern zu beleben sowie eine niederschwellige kulturelle Teilhabe für alle Generationen zu ermöglichen. „Das ist eine Initiative für gelebte Gemeinschaft und kulturelle Vielfalt“, unterstrich der Rathauschef.

Erste Säule wäre dabei eine Konzertreihe mit regionalen Bands auf verschiedenen Plätzen in Mötzingen, wobei eine Mischung aus Coverbands und eigenen Musikprojekten denkbar sei. Vorstellen könnte sich die Arbeitsgruppe auch ein Open-Air-Kino auf dem Schloßplatz – sozusagen als sommerliches Filmangebot mit besonderem Ambiente. Für die Vereine würde sich dabei die Möglichkeit zur Bewirtung anbieten – beispielsweise mit Popcorn. Unter dem Schlagwort „Sundowner“ könnten daneben sommerliche Vereinsabende mit Gastronomie und Musik stehen, während eine Fleckentafel, vergleichbar mit der Nagolder Markttafel, für mediterranes Flair in der Ortsmitte sorgen könnte.

Umsetzung schon im kommenden Jahr?

Die Umsetzung der Premiere für den „Mötzinger Sommer“ sei im Sommer 2026 vorgesehen. Benjamin Finis hatte sich auch bereits Gedanken über die Kosten gemacht. So kalkuliert man im Rathaus unterm Strich mit einem Etat von rund 150 000 Euro. Einmalige Anschaffungen wie Toilettenwagen (34.000 Euro) oder Sitzgarnituren (13.300 Euro) sind darin ebenso enthalten wie anteilige Personalkosten (10.600 Euro) oder ein Werbebudget (12.000 Euro)

Die Künstlergagen wurden mit 18.000 Euro veranschlagt, und in Sachen Veranstaltungstechnik rechnet man im Rathaus mit Kosten von rund 38.000 Euro. Wie Benjamin Finis in diesem Zusammenhang ergänzte, sei in der Kalkulation noch kein Euro an Eintrittsgeldern enthalten. Dafür wurde aber erfolgreich ein Förderantrag im Leader-Heckengäu-Programm gestellt. Von der Förderstelle wurde das Projekt nicht nur ausdrücklich gutgeheißen, sondern gleichzeitig eine Förderung von 60 Prozent der Nettokosten verbindlich zugesagt.

Mittelfristig ist zudem vorgesehen, dass sich in Mötzingen ein Kulturverein gründe, so Finis, um die Nachhaltigkeit des Sommer-Projektes langfristig abzusichern.

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.