Konzert in der Stadtkirche: Nagold gedenkt des Komponisten Bertold Hummel

Zu Ehren des Komponisten Bertold Hummel, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, findet in der Nagolder Stadtkirche ein Gedenkkonzert statt.
Thomas Neumann / www.bertoldhummel.deKirchenmusikdirektor Peter Ammer und der frühere Stadtmusikdirektor Florian Hummel haben zur Würdigung des Wirkens von Bertold Hummel „im memoriam“ ein Konzert organisiert, das am Sonntag, 18. Mai, ab 20 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Nagold stattfindet. Zwei exzellente Künstler, Albrecht Volz (Schlagzeug) und Verena Zahn (Orgel) werden Werke von Bertold Hummel und des von ihm hochverehrten Johann Sebastian Bach spielen. Mit einigen persönlichen Worten wird sein Sohn Florian Hummel das Programm abrunden.
Bertold Hummel wurde 1925 in Hüfingen geboren. 1947 bis 1954 studierte er an der Musikhochschule in Freiburg Komposition bei Harald Genzmer und Violoncello bei Atis Teichmanis. Zwischen 1954 und 1956 unternahm er Konzertreisen als Komponist und Cellist. 1955 heiratete er die Geigerin Inken Steffen, aus der Ehe gingen sechs Söhne hervor.
Von 1956 bis 1963 war er Kantor in Freiburg und freier Mitarbeiter des Südwestfunks Baden-Baden und wurde 1963 als Kompositionslehrer nach Würzburg berufen. Über 25 Jahre leitete er das Studio für Neue Musik Würzburg, 1974 wurde er zum Professor ernannt. Von 1979 bis 1987 war er Präsident der Hochschule für Musik in Würzburg (seit 1988 deren Ehrenpräsident) und seit 1982 Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste. Er hielt Gastvorträge und reiste zu Aufführungen seiner Werke durch die Welt.
Zahlreiche Auszeichnungen
Bertold Hummel ist 2002 in Würzburg gestorben. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm verliehen: 1956 Stipendiat des Bundesverbandes der deutschen Industrie, 1960 Kompositionspreis der Stadt Stuttgart, 1961 Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf, 1968 Stipendium an der Cité des arts internationale de Paris, 1985 Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 1988 Kulturpreis der Stadt Würzburg, 1996 Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der schönen Künste, 1988 Kulturpreis der Deutschen Katholiken.
Sein Schaffen umfasst weit mehr als 100 Werke: Oratorium, Kammeroper, Ballette, Sinfonien, Werke für großes Blasorchester, Konzerte für Soloinstrumente und Orchester (zum Beispiel Schlagzeugkonzert), Messen, Kantaten, Motetten, Liederzyklen, Kammermusik, Orgelwerke, elektronische Kompositionen und Musik für Kinder.
Mit Nagold verbunden
Mit Nagold war Bertold Hummel schon in jungen Jahren verbunden, da er in französischer Kriegsgefangenschaft den Nagolder Julius Bosch (den Vater des Nagolder Lehrers Wolfgang Bosch) kennenlernte und diesen Kontakt bis zu dessen Tod pflegte. Zudem begleitete er seit Amtsantritt seines ältesten Sohnes Florian als Musikschulleiter die Entwicklung der Nagolder Institution und besuchte zahlreiche Veranstaltungen in Nagold.
Das Jubiläumsjahr wurde mit einer würdevollen Ehrung im Rahmen des Neujahrsempfangs seiner Geburtsstadt Hüfingen mit viel Hummel-Musik eröffnet. Über das Jahr verteilt gibt es Konzerte unter anderem in Hamburg (Elbphilharmonie), Frankfurt, Hannover, Ulm, Freiburg, Passau, Schwerin, Göttingen und Lissabon Zum Abschluss gibt es eine Festwoche rund um seinen Geburtstag im November in Würzburg.