Klare Antwort aus Nagold: Wilde Behauptung – „Omas gegen Rechts“ für Demonstrationen bezahlt?

Die „Omas gegen Rechts“ bei einer Demonstration in Nagold
Thomas FritschDie Frankfurter Rundschau schrieb vor rund einem Jahr von einem „bedeutenden Mythos seit dem Entstehen und Erstarken neuer rechtspopulistischer bis völkischer Bewegungen in Deutschland“: Die Behauptung, dass jene, die gegen den Rechtsruck demonstrieren, dafür vom Staat bezahlt werden.
So oft diese Aussage in verschiedensten Fakten-Checks widerlegt wurde, so hartnäckig scheint sie sich zu halten. Nun wird sie offenbar gegen den 2019 in Nagold gegründeten Verein „Omas gegen Rechts“ erhoben.
In einem Schreiben an unsere Redaktion räumt die Vorsitzende und Gründerin Anna Ohnweiler, die in Nagold lebt, mit Falschmeldungen auf.
„Wir erhalten keine Förderung aus Steuern“
„Seit Tagen werden wir von einigen Medien mit Interviewanfragen zur Art der Finanzierung unseres Vereins überschüttet. Es erfolgen Unterstellungen, dass uns die jetzige Regierung für die Teilnahme an Demonstrationen bezahlen würde“, schreibt Ohnweiler. Und sie stellt klar: „Der Verein ‚Omas gegen Rechts Deutschland e.V.‘ finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.“
Die Mitglieder engagierten sich ehrenamtlich und auch der Vorstand erhalte keine Vergütung für seine Tätigkeit. „Wir erhalten keine institutionelle Förderung aus Steuermitteln oder von Stiftungen“, unterstreicht die Vorsitzende.
Einige wenige bekommen eine Projektförderung
Unter den mittlerweile mehr als 280 bestehenden Regionalgruppen des Vereins gebe es lediglich einige wenige, die für Projekte mit Dritten eine Projektförderung erhalten, „wobei auch hier keine Vergütung der Arbeit der Mitglieder und Aktiven erfolgt“. Die besagten einzelnen Projekte seien vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ gefördert worden.
„Omas gegen Rechts“ sei für die ehrenamtliche Arbeit mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, etwa mit dem Paul-Spiegel-Preis oder dem Aachener Friedenspreis. Der Verein engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für den Schutz der Demokratie und hat inzwischen mehr als 40 000 Mitglieder, darunter auch Parteimitglieder von CDU/CSU bis zu Die Linke.
