Kanalarbeiten in Jettingen: Keine alltägliche Baustelle

Mitarbeiter entladen den mit Harz getränkten Schlauch, der für die Sanierung des Kanals in Jettingen benötigt wird.
Hans Michael BurkhardtIn den 1990er Jahren gab es das Problem, dass bei starken Regenereignissen im Baugebiet Breite Keller unter Wasser standen, heißt es in der Pressemitteilungen der Gemeinde. Die Gemeinde Jettingen hat, um dieses Hochwasserärgernis wirkungsvoll auszuräumen, dann das Hochwasserrückhaltebecken im oberen Tal südlich des Baugebiets Breite gebaut.
Der 1,2 Meter starke Entwässerungskanal Richtung unteres Tal wurde unterhalb der danach aufgefüllten ehemaligen Deponie in einer Tiefe von heute rund zehn Metern verlegt. Die Baumaßnahme war erfolgreich, so dass es zu keinen Hochwasserproblemen mehr kam.
Schadhafter Entwässerungskanal
Wie nun Kanalbefahrungen im vergangenen Jahr gezeigt haben, ist der rund 30 Jahre alte Stahlzemententwässerungskanal schadhaft. Eine Sanierung beziehungsweise Erneuerung in offener Bauweise ist aufgrund der Tiefe des Kanals in rund zehn Metern Tiefe ausgeschlossen, heißt es weiter.

260 Meter lang ist der Schlauch, der im Kanal verlegt wurde.
Foto: Hans Michael BurkhardtDie Gemeinde hat sich deshalb dazu entschlossen, ein so genanntes Inliner-Verfahren umzusetzen. Hierfür wird ein mit Harz getränkter Schlauch in den 260 Meter langen Kanal eingezogen, aufgeblasen und ausgehärtet. Dadurch entsteht eine wirksame Schutzschicht um den Kanal und gleichzeitig eine statische Stabilisierung. Es wird von einer Haltbarkeit von bis zu 80 bis 100 Jahren ausgegangen.
Diese in der Dimension nicht alltägliche Baumaßnahme wurde innerhalb der vergangenen Tage von der Nagolder Firma Pfäffinger fachgerecht und professionell umgesetzt. Die Gemeinde hat in diese wichtige Hochwasserschutzmaßnahme nach eigenen Angaben insgesamt rund 430.000 Euro investiert.