Hospizdienst Nagold: Damaris Rakoczy ist Ansprechpartnerin für „Zeitschenkende“

Damaris Racoczy ist seit zwei Monaten im Amt.
Roland StößDamaris Rakoczy hat Mitte Juni ihre Stelle beim Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald mit Sitz in Nagold angetreten. Sie wird ab sofort Ansprechpartnerin für alle Interessierten sein, die in Nagold in diesem Ehrenamt mitarbeiten möchten. Zudem ist Rakoczy die erste Person, die von Hilfesuchenden angesprochen wird.
Anke Stickel vom Diakonieverband verriet im Gespräch mit unserer Redaktion, wie glücklich man beim Verband über diesen Dienstantritt ist. Denn mit Rakoczy habe man eine bestens geeignete Person für die Position der Koordinatorin gewinnen können. Diese arbeitete schon im Nagolder Krankenhaus (Patienten und Kollegen bekannt unter ihrem Geburtsnamen „Dürr“) als ausgebildete Krankenschwester. Vor fünf Jahren übernahm sie die Stelle einer stellvertretenden und später ersten Pflegedienstleiterin in einem Alten- und Pflegedienst.
„Eine sehr schöne Aufgabe“
Rakoczy macht den Menschen, die sich für dieses Ehrenamt interessieren, ausdrücklich Mut, sich bei ihr persönlich zu melden: „Das Amt des Zeitschenkers ist eine sehr schöne Aufgabe.“ Wohl wissend, dass gerade das Wort „Hospiz“ zunächst einmal mit Ängsten verbunden wird. Denn es werde sofort das Wort „Tod“ mit hinein gedacht. Es sei wichtig, dass mit den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen so früh wie möglich ein Kontakt entsteht und Vertrauen aufgebaut wird.
So normal es sei, Bedenken zu haben („Schaff ich dass überhaupt?“, „Bin ich für so eine Aufgabe geeignet?“), so ausdrücklich betont Rakoczy, dass diese Ängste erfahrungsgemäß sehr schnell verflogen sein werden. Denn es werde niemand ins kalte Wasser geworfen und mit der Aufgabe alleine gelassen
Im Gegenteil: Jeder, der mitmachen und als „Hospizbegleiter“ tätig sein möchte, bekomme eine sechsmonatige, 100 Einheiten umfassende Ausbildung. Dort seien Kommunikationsthemen ebenso Inhalt wie „Haltung und Spiritualität.“ Es sei somit eine Ausbildung, die der Ehrenamtliche gut und gerne als Weiterentwicklung seiner eigenen Persönlichkeit nutzbringend anwenden kann. Während der Tätigkeit werden in Gruppensitzungen und Supervisionen eigene Erfahrungen mit anderen Helfenden ausgetauscht.
Es geht nicht nur um die letzte Lebensphase
Damaris Rakoczy räumt mit einem weiteren Missverständnis auf: Es gehe nicht ausschließlich um die letzte Lebens-, also die Sterbephase. Hospiz bedeutet für sie „nicht mehr heilbar.“ Somit kann und soll die Begleitung weit im Voraus beginnen. Das mache die Aufgabe auch so menschlich und schön. Letztendlich profitiere der Helfende ebenso.
Teamleiterin Anke Stickel spricht als Zielgruppe neben Rentnern alle Gruppen der Gesellschaft an, also Berufstätige, Frauen und Männer, junge Menschen und egal zu welcher Konfession gehörig. Informationsveranstaltungen werden ab September im Burgcenter im Nagolder Bürgerzentrum stattfinden und können unverbindlich besucht werden.
Das Hospizteam soll am Ende zehn bis 15 Ehrenamtliche umfassen. Vier Menschen hätten sich schon gemeldet. Wer sich informieren möchte, erreicht Damaris Rakoczy telefonisch unter 07453/84 10 29 oder 0151/70612630 und per E-Mail an d.rakoczy@diakonie-nsw.de.