Haiterbach: Rektorin versteht sich als Teamarbeiterin

Sybille Rothe ist die neue Schulleiterin der Burgschule Haiterbach Foto: Katzmaier
Schwarzwälder-BoteVon Markus Katzmaier Haiterbach. Die Burgschule Haiterbach hat mit Sybille Rothe wieder eine Rektorin. Die versteht sich nicht als Chefin, die von oben alles vorgibt, sondern in erster Linie als Teamarbeiterin. Allein wären die anstehenden Aufgaben im Wandel zur Gemeinschaftsschule auch kaum zu bewältigen.Am Mittwoch vergangener Woche wurde "die Neue" dem Kollegium der Burgschule vorgestellt. Ab diesem Zeitpunkt war Sybille Rothe auch als neue Schulleiterin der Burgschule im Amt.
Ein fliegender Wechsel von ihrer bisherigen Stelle als Leiterin der Grundschule Gündringen-Schietingen, mag man denken. Tatsächlich findet dieser fliegende Wechsel arbeitstäglich statt. Bis zu den Sommerferien nimmt Rothe nämlich noch ihre bisherigen Verpflichtungen in Gündringen wahr. Und so kann es durchaus vorkommen, dass sie morgens kurz in Haiterbach vorbeischaut, dann ihren Unterricht in Gündringen abhält, um wieder in die Kuckucksstadt zu fahren.
Diese begrenzte Zeit sei das machbar, zumal sie in Haiterbach nicht unterrichten müsse, sagt Rothe. Darüber hinaus baut sie auf die Unterstützung von Konrektorin Corina Schulakowsky, die die Burgschule seit der Verabschiedung von Rektorin Christel Hellwig vergangenen Sommer "am Laufen gehalten hat", wie sie es selbst formuliert. Den Staffelstab, den Schulakowsky damals symbolisch von Hellwig überreicht bekam, hat sie in den Augen von Rothe nur teilweise wieder aus der Hand gegeben.
Für den teamgeprägten Führungsstil steht unter anderem die Ausgestaltung der Büros: Rektorin und Konrektorin sitzen sich künftig in einem Zimmer gegenüber. Kurze Wege und ein Gedankenaustausch seien wichtig, sagt Rothe. Wobei sie sich selbst gelegentlich bremsen müsse, um die Dinge nicht "mit zu viel Dampf" anzupacken.
Als Teil des Teams sieht sich auch Bürgermeister Andreas Hölzlberger. Vor allem, wenn es um das Projekt Gemeinschaftsschule geht. Der Antrag soll im Oktober gestellt werden. Derzeit wird noch am Konzept gefeilt. Deshalb sei Rothe zum richtigen Zeitpunkt gekommen, sagt Hölzlberger. Nun könne sie noch am pädagogischen Konzept mitgestalten, das sie später verantworte. Im Mai wird es dem Schulamt vorgestellt.
Entwicklungen zum Wohl von Schule und vor allem den Schülern, ist ein Antrieb von Rothe. Die 43-Jährige hat ihren beruflichen Interessenschwerpunkt im Bereich "Individualisiertes Unterrichten". Dies sieht sie nicht nur als Konzept für den Grundschulbereich, sondern als durchgängigen Weg bis zur Klasse 10, um den bestmöglichen Bildungsabschluss zu erreichen – mindestens die Mittlere Reife. Der Abschluss, der künftig nicht nur über die Werkrealschule, sondern mit zweiter Fremdsprache in der Gemeinsschaftsschule erworben werden können soll.
Den Begriff "Individuelle Förderung" der Schüler müsse man laut Rothe mit einem guten Konzept ausfüllen. Mit deutlich mehr Lehrerstellen zur Umsetzung könne man wohl nicht rechnen.
Ihr bisheriger Berufsweg hat Rothe nicht nur nach Gündringen, sondern zuvor nach Altensteig geführt. Dort hatte sie unter anderem drei Jahre die Leitung der Außenstelle Spielberg der Markgrafenschule Altensteig inne.
Bei ihrer Ausbildung auf das Grund- und Hauptschullehramt studierte sie die Fächer Deutsch, Sachunterricht/Biologie, Anfangsunterricht für Deutsch und Mathe und evangelische Religion.
In ihrer Freizeit widmet sich die verheiratete Mutter einer zwölfjährigen Tochter gerne dem Lesen, der Fotografie, dem Musizieren oder dem Motorradfahren. Die Muse für solche Dinge wird aufgrund der Doppelbelastung etwas eingeschränkt. Auf das Wandern am Wochenende und das Reisen in den nächsten Ferien wolle sie aber dennoch nicht verzichten, sagt Rothe.