Feuerwehr Mötzingen
: Übung testet Zusammenspiel

Vor einer großen Zuschauerkulisse auf dem Mötzinger Schlossplatz demonstrierten Feuerwehr und Rotes Kreuz ihre Schlagkraft.
Von
Uwe Priestersbach
Oberndorf
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Feuerwehr und DRK arbeiteten Hand in Hand bei der Großübung in Mötzingen.

Uwe Priestersbach

Mit der anspruchsvollen Hauptübung überprüfte die Mötzinger Feuerwehr nicht nur ihre Einsatzbereitschaft, sondernauch das Zusammenspiel mit Nachbarwehren und dem DRK. Und dazu hatten die Einsatzkräfte jetzt das „volle Besteck“ ausgepackt, wie es ein Gemeinderat am Rande des Geschehens formulierte.

Übungsobjekt war in diesem Jahr das Rathaus. Die Feuerwehr ging in ihrem Übungsszenario von einem Brand im Erdgeschoss des Gebäudes aus. Mehreren Personen im Obergeschoss, so die Annahme, ist durch Feuer und Rauch der Fluchtweg über die Treppe abgeschnitten. Und in der Tat: Rauch drang aus dem Obergeschoss des Rathauses und Hilferufe erschallten aus dem Gebäude. „Das ist jetzt erst mal eine unklare Lage“, erklärte der stellvertretende Mötzinger Kommandant Clemens Häffelin, der die Zuschauer über den Übungsverlauf informierte, dass die Feuerwehr zunächst nicht wusste, wie viele Personen sich im Rathaus befinden.

Erste Aufgabe der Einsatzkräfte war die Menschenrettung, während parallel dazu die Brandbekämpfung eingeleitet wurde. So drangen die Mötzinger Atemschutzgeräteträger durch den Haupteingang in das verrauchte Rathaus ein, während sich die Drehleiter aus Nagold auf dem Schlossplatz postierte, um die Menschen aus dem Ratssaal zu retten. Am Ende waren es 16 Personen, die aus ihrer misslichen Lage befreit werden mussten – und zuletzt stieg Bürgermeister Benjamin Finis in den Korb der Drehleiter.

Feuerwehr Gäufelden rückt mit Hygieneanhänger an

Beteiligt an der Hauptübung war auch die Feuerwehr Gäufelden mit ihrem speziell ausgebauten Hygieneanhänger, der über eine umfangreiche Ausstattung für alle Hygienemaßnahmen nach Brandeinsätzen verfügt. Beim Hygienekonzept geht es um die Dekontamination und Versorgung von Einsatzkräften direkt an der Einsatzstelle. „Früher war es cool, wenn der Helm schwarz war“, weiß Steffen Langer als Leiter des Hygienezuges in Gäufelden. Doch heute gehe es darum, „keine gesundheitsgefährdenden Gefahrstoffe mehr zu verschleppen“.

„Wir haben uns mal wieder für eine große Übung entschieden, um der Bevölkerung zu zeigen, was die Feuerwehr kann und macht“, erklärte Mötzingens Kommandant Stefan Thoma. Er zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit der beteiligten Eisatzkräfte und betonte: „Mit Blick auf die Tagesverfügbarkeit ist man im Ernstfall auf die Nachbarwehren angewiesen“. Zudem gehe es darum, „die vorgeschriebenen Zeiten einzuhalten und den Menschen zu helfen“, so Thoma.

Gemeinderäte grillen für Rettungskräfte

Von einer „sehr realitätsnahen Übung“ sprach Bürgermeister Finis. Er wusste: „Ohne die Drehleiter aus Nagold hätte die Rettung aus dem Ratssaal kaum geklappt.“ Er freute sich außerdem, dass die Feuerwehr mit der großangelegten Hauptübung ihre Sichtbarkeit erhöht hatte. Und das gibt es auch nicht überall: Nach der obligatorischen Manöverkritik im Gerätehaus grillten die Mötzinger Gemeinderäte für alle Übungsteilnehmer. „Dass soll unsere Wertschätzung für die Feuerwehr ausdrücken“, machte Rathauschef Benjamin Finis deutlich.

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