Bürgerenergie stellt sich vor: Photovoltaikanlage auf Mötzinger Rathaus angedacht

Das Mötzinger Rathaus könnte mit einer Photovoltaikanlage der Bürgerenergie Nordschwarzwald-Gäu ausgestattet werden.
PriestersbachDie Genossenschaft ist Partner für Planung, Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energien. Ihr Tätigkeitsfeld erstreckt sich auf den Raum Calw, Freudenstadt, Herrenberg und Gäu, Enzkreis und Stadt Pforzheim.
Bereits im Januar tauschte sich die Gemeindeverwaltung mit der Bürgerenergie Nordschwarzwald-Gäu aus und erörterte die Möglichkeit, auf dem Dach des Rathauses eine Photovoltaik-Anlage zu realisieren. An der 2012 gegründeten Genossenschaft mit aktuell 230 Mitgliedern, so deren Vertreter, kann sich jeder mit einem Geschäftsanteil in Höhe von 500 Euro beteiligen. Mitglieder können maximal 100 Anteile zeichnen.
Genossenschaft betreibt 22 Anlagen
Inzwischen betreibt die Genossenschaft 22 PV-Anlagen auf Dächern und sieben Ladepunkte für Elektromobilität, für weitere elf wurden bereits Verträge geschlossen.
Zudem beteiligt sich die Genossenschaft an Großprojekten in den Bereichen Freiflächen-Photovoltaik und Windparks. Projekte bis zu einer halben Million finanziert die Bürgerenergie aus Eigenkapital oder liquiden Mitteln. Die Vorteile für Kommunen wurden genannt. Hierzu zählen insbesondere der Betrieb durch die Genossenschaft und die ersparte Arbeit auf Gemeindeseite. Wobei die Bürger mitgestalten und mitverdienen können.
Vorgestellt wurde die Möglichkeit, auf der Südwestseite des Rathauses eventuell eine PV-Anlage zu installieren und zu betreiben.
32 000 Kilowattstunden im Jahr
Bei einer Anlage mit 35 Kilowatt-Peak (kWp) und einem Speicher mit 22 Kilowattstunden (kWh) wäre ein jährlicher Ertrag von 32 000 kWh möglich. Dadurch wäre auch der Strompreis günstiger, so die Vertreter der Genossenschaft. Möglich sind entweder ein Dachnutzungs- und Stromliefervertrag, bei dem die Genossenschaft die Anlage betreibt oder ein Pachtvertrag. Dabei pachtet die Gemeinde Mötzingen eine solche Anlage und betreibt sie auch selbst.
Für Bürgermeister Benjamin Finis wäre dieses Thema ein Schritt in Richtung Klimaneutralität, welches er gerne weiterverfolgen möchte. Einen durchschnittlichen Verkaufspreis für Strom gibt es nicht, so die Antwort auf die Frage aus dem Gremium. Genannt wurden Anlagen, bei denen Strom für zehn Cent je Kilowattstunde verbraucht werde, mit Stromspeicher sei der Preis etwas höher. Zudem schüttet die Genossenschaft erfolgsabhängig Dividende aus, anfangs ein Prozent, als Ziel wurden vier Prozent genannt.
Kauf nach 20 Jahren möglich
Die Gemeinde hätte nach einer Laufzeit von 20 Jahren die Option, den Vertrag mit der Genossenschaft zu verlängern oder die Anlage zu kaufen. Dann wäre der Strom ab dem 21. Jahr kostenlos. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu prüfen, ob die Bürgerenergie Nordschwarzwald-Gäu eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Rathauses realisieren kann. Bürgermeister Finis signalisierte, dass er die Parameter dem Gremium zur Entscheidung vorlegen werde.