Benefizkonzert in Nagold: Quintett zähmt auf Anhieb alle Ohren

Die fünf Geschwister stellten ihre interpretatorische Feinsinnigkeit mit schnörkelloser Hingabe gänzlich in den Dienst der Musik.
Maria Kosowska-NémethNach den vorherigen Auftritten in Nagold (Kubus 2018 sowie Remigiuskirche 2022 und 2023) stieß auch das jüngste Gastspiel des Geschwister-Bläserensembles mit Margarethe Münchgesang (Flöte), Nordrun Münchgesang (Oboe), Luise Münchgesang (Klarinette), Ulrich Münchgesang (Horn) und Oskar Münchgesang (Fagott) auf eine breite Publikumsresonanz.
Im Namen der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paulus hieß Irhild Sittard die Anwesenden herzlich willkommen, dann begann Fidelitas sein Konzert mit einem Bläserquintett von Franz Danzi (1753-1826). Obwohl die widerspenstige Raumakustik den Kammermusikern nicht gerade in die Hände spielte, stellten sie ihre interpretatorische Feinsinnigkeit mit schnörkelloser Hingabe gänzlich in den Dienst der Musik und zähmten auf Anhieb alle Ohren.
Das nachfolgende Bläserquintett von Hermann Zilcher (1881-1948) regte die Fantasie der Zuhörer auf eine besondere Weise an. Die expressiven Klangbilder der vier Lebenszyklen der Natur – vom Frühlingserwachen bis hin zu zugefrorener Winterruhe – sprachen die Gemüter stark an und zogen einen frenetischen Beifall nach sich.
Spielfreude, Witz und Esprit
In der Pause bewirteten Mitglieder der katholischen Gemeinde ihre Konzertgäste mit kleinen Köstlichkeiten und Getränken. Weiter ging das Konzert mit den buntfarbenen und kindlich verspielten Charakterstücken „Vier Puppen“ von Ilse Fromm-Michaels (1888-1986), welche die Tonkünstler mit sichtlicher Spielfreude, Witz und Esprit auffüllten.
Die Flötistin und Moderatorin Margarethe Münchgesang stellte Tilo Medek (1940-2006) als einen „typisch modernen Komponisten“ vor. Sein Bläserquintett Nr. II, eine in wohlklingender Atonalität gehaltene Tanzsuite führten die Bläser mit instrumentaler Virtuosität und Herzblut auf, und nicht einmal die stark erodierenden Rhythmen brachten das Ensemble aus der Fassung.
Applaus flaut nicht ab
Die Begeisterung des Publikums erreichte hier ihren Höhepunkt und wurde durch die berühmte Air aus der Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach vorübergehend besänftigt – denn auch nach stehender Ovation und einer feurigen Zugabe flaute der Applaus nicht ab.
Vor dem abschließenden, gemeinsamen mit Publikum gesungenen „Geh aus, mein Herz“ bedankte sich die Vorsitzende des Fördervereins Barbara Fischer bei den Kammermusikern für ihren entgeltlosen Einsatz und bei den Zuhörern für ihr zahlreiches Erscheinen. Wie bei allen vorherigen Veranstaltungen appellierte sie an die Spendenbereitschaft der Konzertbesucher und warb für die Mitgliedschaft im Nagolder Hospiz-Förderverein.