Auf Nagolds Lembergschule: Anlage kann 40 Haushalte versorgen

Bei der Einweihung der neuen Photovoltaikanlage auf der Lembergschule (von links): Bernd Dürr, Kevin Mack, Hoch- und Tiefbauamtsleiter Rafael Beier, Loris Rossetti (kaufmännischer Betriebsleiter der Eigenbetriebe), Petra Brauer, Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Esra Simsek.
Julia Glanzmann/Stadt NagoldMit der erfolgreichen Inbetriebnahme ist die neue Photovoltaikanlage auf der Nagolder Lembergschule offiziell ans Netz gegangen. Nach rund viermonatiger Bauzeit liefert die Anlage nun umweltfreundlichen Strom.
Der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarstromerzeugung auf den Dächern städtischer Gebäude, ist eine der zentralen Maßnahmen im Energie-und Klimaschutzprogramm der Stadt. Dabei geht es konkret um die Installation und Inbetriebnahme neuer Anlagen. Einige Gebäude sind aufgrund des hohen Eigenverbrauchs, der Dachbeschaffenheit und statischen Vorgaben besser geeignet als andere. Deshalb erstellt die Stadt Nagold in Kooperation mit den Stadtwerken Tübingen zurzeit einen Solarfahrplan, an dem sich die Auswahl der nächsten Projekte planerisch und finanziell orientieren soll.
„Die Photovoltaikanlage auf der Lembergschule ist ein wichtiger Baustein. Wir wollen im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten das vorhandene Potenzial auf städtischen Gebäuden bestmöglich ausschöpfen mit dem Ziel, den Eigenverbrauch direkt vor Ort zu decken“, betont Oberbürgermeister Jürgen Großmann.
260 Solarmodule auf dem Hauptdach
Auf dem Hauptdach wurden 260 Solarmodule mit je 440 Watt Spitzenleistung (kwp) installiert. Ergänzt wird die Anlage durch die bereits bestehende Einheit auf dem Dach des Musiksaals mit 29,64 kWp. Zusammengerechnet ergibt sich eine Gesamtleistung von rund 144 kWp – das entspricht einer prognostizierten Jahresproduktion von etwa 130.000 Kilowattstunden (130 MWh). Damit kann rechnerisch der jährliche Strombedarf von rund 40 Durchschnitts-Haushalten gedeckt werden.
Die elektrische Planung übernahm das regionale Fachunternehmen Dürr/ET Elektrotechnik für Gebäude. „Die Anlage wurde so ausgelegt, dass sie eine gleichmäßige Stromproduktion über den Tagesverlauf hinweg erzielt“, erklärt Diplom-Ingenieur Bernd Dürr. Umgesetzt wurde die Anlage von der Firma ET Holub.
Auch die Rektorin der Grundschule auf dem Lemberg, Petra Brauer, zeigte sich erfreut: „Nachhaltigkeit spielt in unserem Schulalltag eine wichtige Rolle – umso schöner, dass wir nun auch mit einer eigenen PV-Anlage aktiv zum Klimaschutz beitragen können.“
Kosten liegen bei fast 130.000 Euro
Die Investitionskosten für die Photovoltaikanlage beliefen sich auf 121.227 Euro netto. Hinzu kamen 5669,46 Euro für vorbereitende Maßnahmen wie Dachanpassungen und infrastrukturelle Arbeiten. Insgesamt investierte die Stadt somit rund 126.896,46 Euro.
„Mit dieser Anlage leisten wir nicht nur einen konkreten Beitrag zur CO₂-Reduktion, sondern stärken auch die lokale Wertschöpfung und erhöhen unsere Unabhängigkeit von externen Energiequellen“, betont Kevin Mack, Klimaschutzmanager der Stadt Nagold.
Die nächste Photovoltaikanlage sei bereits in Planung, so Architektin Esra Simsek. „Wir sind momentan an der Planung einer PV-Anlage auf der Häfele-Arena. Die Elektroplanung übernimmt wieder Herr Dürr, wir freuen uns auf das nächste gemeinsame Arbeiten.“