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: Vorbeugen ist besser als Heilen!

164 Jahre nach Veröffentlichung seines Buches klingen die darin von Christoph Wilhelm Hufeland geschriebenen Worte noch immer nach: ,,Vorbeugen ist besser als Heilen!" Für Dr. Oliver Mayer sind sie bis heute ein wichtiger  Grundsatz der Medizin. Denn wer früh zum Check-Up geht, kann häufig noch eingreifen, bevor Krankheiten überhaupt erst entstehen. Bleibt allerdings die Frage: Wer sollte was wann untersuchen lassen? 
Von
Jacqueline Geisel
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Dr. Oliver Mayer hat hier einige Tipps, welche Untersuchungen sich für wen ab welchem Alter lohnen. Wichtig: Der Allgemeinmediziner blickt auf dieses Thema aus Sicht eines Hausarztes und hat vorrangig den gesunden Menschen im Sinn. Für Menschen mit Vorerkrankungen oder einem Risiko für eine bestimmte Krankheit sind andere oder zusätzliche Untersuchungen angeraten. Auch kommen noch sinnvolle Präventivmaßnahmen bei Fachärzten wie Gynäkologen dazu. 

Aus hausärztlicher Sicht beginnt das Check-Up-Alter mit 35 Jahren. Wichtig sind hier vor allem die Basics, allen voran eine Gesundheitsuntersuchung mit Abhören von Herz, Lunge und Blutgefäßen, einer Tastuntersuchung des Bauchraumes und einer Inspektion der Gelenke. ,,Wir schauen uns den Patienten einmal von oben nach unten genau an", fasst Dr. Mayer zusammen. Neben diesem Blick von außen wird auch ein Auge auf „innere" Werte geworfen. Standardmäßig sind das der Zucker im Blut, Cholesterine im Blut sowie der Urinstatus. Auf dem Papier werden noch der Impfausweis und der Medikamentenplan überprüft. Dieses „Paket" ist für jeden Menschen alle drei Jahre angeraten, auch, wenn er sich fit und gesund fühlt. Je nach Wunsch oder Indikation kommen noch weitere Untersuchungen dazu. Das können zusätzliche Blutwerte sein, wenn beispielsweise eine Erkrankung vorliegt oder die Wirkung eines Medikaments überprüft werden soll. 

Alle zwei Jahre empfiehlt sich zudem ein Hautkrebs-Screening durch den Hausarzt. Sollten dabei auffällige Stellen entdeckt werden, erfolgt eine überweisung zum Hautarzt. Ab einem Alter von 40 Jahren kommt bei Männern die Prostata-Krebs-Vorsorge beim Hausarzt noch dazu. Auch diese erfolgt optimaler Weise im Rhythmus von zwei Jahren. Ab einem Alter von 50 Jahren wird auf okkultes Blut im Stuhl untersucht, also eine Darmkrebs-Vorsorge durchgeführt. Dieser Test erfolgt jährlich. Ab einem Alter von 55 Jahren wird zudem empfohlen, eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Je nach Befund bei der ersten Untersuchung dieser Art wird die Darmspiegelung alle zehn Jahre wiederholt. 
Ebenfalls ein Männer-Thema ist ein einmaliges Screening auf ein Bauch-Aortenaneurysma mittels Ultraschall. Ab einem Alter von 65 Jahren ist eine solche Untersuchung einmalig angeraten. Ebenfalls einmal im Leben von der Krankenkasse übernommen wird ein Screening auf Hepatitis A und Hepatitis B. 

All diese Angaben sind sozusagen die Basisleistungen für gesunde Menschen, die ein aufmerksames Auge auf ihr Befinden haben und Krankheiten früh erkennen möchten. Heißt: Diese Leistungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Je nach Institut können die Intervalle kürzer sein oder es werden weitergehende Untersuchungen übernommen. Wenn Erkrankungen oder Indikationen vorliegen, werden weitergehende Untersuchungen unabhängig von der Krankenversicherung bezahlt. Auf Wunsch können Patienten nicht indizierte Untersuchungen auch auf eigene Kosten durchführen lassen. 

Impfungen: ganzjährig ein Dauerbrenner 
Auch außerhalb des Check-Up-Intervalls lohnt es sich, mal einen prüfenden Blick in den Impfpass zu werfen, weiß Dr. Oliver Mayer. Die meisten Grundimmunisierungen erfolgen bereits bei Kindern, die ein oder andere Impfung sollte aber im Erwachsenenalter aufgefrischt werden, andere können ab einem bestimmten Alter ratsam sein. Hier orientiert sich der Allgemeinmediziner an den Empfehlungen der STIKO. Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) sind die bekanntesten Beispiele. Je nach Risikogebiet - und da zählt Baden-Württemberg dazu - empfiehlt Dr. Mayer eine FSME-Imfung. Auch ein jährlicher Grippeschutz sollte überdacht werden.

Wer einen Urlaub oder generell eine Reise ins Ausland plant, sollte sich frühzeitig vorab informieren, welche zusätzlichen Impfungen sinnvoll sind. Auch hierzu gibt es ganz eTabellen, für welche Destinationen welche Impfungen definitiv empfohlen oder zumindest optional angeraten sind. Meist betrifft das Hepatitis-Impfungen.

"Kinderschutzimpfungen sind Kinderarztsache", stellt Dr. Mayer klar. Allerdings sei durchaus denkbar, dass schon die Auffrischungen bei Jugendlichen durch den Hausarzt erfolgen. Auch die Gebärmutterhalskrebs-Impfung könne die Praxis übernehmen. Übrigens: Diese wird immer häufiger auch bei männlichen Jugenlichen verabreicht. Sie übertragen die Erreger hauptsächlich, laufen aber auch Gefahr, selbst schwer zu erkranken.

Abhängig von Alter und Risiko werden noch Pneumokokken und Gürtelrose geimpft. Beides wird ab einem Alter von 60 Jahren verabreicht, bei erhöhtem Risiko bereits ab 50 Jahren. Gürtelrose wird nur geimpft, wenn die Patienten bereits Windpocken hatten.

Autor und Fotos: Jacqueline Geisel

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