223 Orte singen gleiche Lieder: Nagold feiert Deutsche Einheit mit Gesang am Alten Turm

Die Band der Evangelischen Kirchengemeinde Nagold präsentierte stimmungsvolle Melodien.
Uwe PriestersbachZum sechsten Mal setzte auch Nagold in der Fußgängerzone beim Alten Turm ein stimmungsvolles Zeichen der Dankbarkeit und Einheit. Mit Unterstützung der Stadt und der Evangelischen Kirche hatte die Evangelische Allianz Nagold die musikalische „Danke-Demo“ zum 35. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung organisiert.
Für einen klangvollen Auftakt sorgte Helmut Raaf, der an diesem Abend die vier Glocken im Alten Turm läuten ließ. Für die musikalische Umrahmung sorgten anschließend die Band der Evangelischen Kirchengemeinde Nagold mit Dekan Tobias Geiger, Pfarrer Matthias Trumpp und Bezirkskantorin Eva-Magdalena Ammer, das Nagolder Alphornensemble unter der Leitung von Hartmut Köhler sowie den Posaunenchorbläser aus Nagold und Umgebung unter der Regie von Markus Mößner.
„Winds of Change“ und Europahymne
Für ein feierliches Ambiente in der Fußgängerzone sorgten nach Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Kerzen, die von den Besuchern entzündet wurden, sowie die Illumination des Alten Turms. In der Fußgängerzone erklangen in diesem Jahr unter anderem Titel wie „Go down Moses“, „Winds of Change“ oder auch „Großer Gott, wir loben dich“. Nicht fehlen im Repertoire durften ebenso die Nationalhymne sowie die Europahymne.
Daniela Schnabel und Evelin Roßhau freuten sich als Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Nagold darüber, dass an diesem Abend bundesweit an 223 Orten die gleichen Lieder gesungen wurden, und dass viele Menschen sich auf den Weg zum Alten Turm gemacht hatten. „Vor 35 Jahren wurden die deutsche Einheit verkündet – das war und ist ein Geschenk“, betonte Daniela Schnabel. Wie Evelin Roßhau ergänzte, sei es wichtig, am Tag der Deutschen Einheit gemeinsam zu singen, „weil es immer noch Mauern in den Köpfen gibt, die wir einreißen müssen“.
Oberbürgermeister Jürgen Großmann machte in seinem Grußwort deutlich, dass man den Tag der Deutschen Einheit auch als Aufforderung begreifen müsse, „mutig in die Zukunft zu gehen“. Gleichzeitig gelte es in der Rückschau, dankbar zu sein für das Wunder der friedlichen Revolution in der DDR und der anschließenden Einheit, „mit der das Vaterland wieder hergestellt wurde“.

Der Posaunenchor darf nicht fehlen, wenn am Tag der Deutschen Einheit vor dem Alten Turm musiziert und gesungen wird.
Foto: Uwe PriestersbachNicht unerwähnt ließ der OB allerdings ebenfalls, dass dieser Tag ein Zeichen für die gemeinsame Aufgabe sei, Frieden, Freiheit und Sicherheit in Europa zu bewahren. „Dazu müssen wir zusammenstehen und jeder muss seinen Beitrag leisten“, unterstrich der OB.
„Danken und Denken gehören zusammen“
Wie Dekan Tobias Geiger in Erinnerung rief, müsse man sich 35 Jahre nach der Deutschen Einheit mit vielen Fragen beschäftigen, „die uns Angst machen“. Beispielsweise, wann die Waffen in der Ukraine schweigen oder wann es in Deutschland wieder mit der Wirtschaft aufwärts gehe. Mit Blick auf die Danke-Demo in Nagold machte Tobias Geiger darauf aufmerksam, dass „danken und denken zusammengehören“ – und dass man auch darüber nachdenken müsse, wem „wir danken wollen“.
Im Anschluss an den offiziellen Teil wurden die eigens für diesen Tag kreierten und von der Bäckerei Neuffer gebackenen „Einheitsbrötchen“ an alle Helfer und Musiker der Veranstaltung verteilt.