Zirkus Arena in Lörrach zu Gast: Artistik und Anmut in der Manege

Hoch hinaus: Artistik hautnah erleben können Gäste im Zirkus Arena.
Rolf RombachEs ist dieser typische Duft, den viele Menschen mit Zirkus assoziieren: Jene Mischung aus Popcorn, Zuckerwatte und Manegenzelt – Zirkusluft. Seit Freitag spielt der deutschlandweit gastierende Zirkus Arena in Lörrach. Über zweieinhalb Stunden verzaubern die Artisten ihr Publikum.
In achter Generation in der Manege
Sei es die Jonglage oder das Schweben an Tüchern quer durch das Zelt – was so spielerisch leicht aussieht, ist das Ergebnis jahrelangen Trainings.
Vom elfjährigen Nachwuchstalent Giordano, der eine Pony-Dressur präsentiert, bis zu seinen Eltern, Onkeln und Opa – es ist eine Zirkus-Dynastie. Unterstützung erhält die Familie, die inzwischen in achter Generation im Geschäft ist, von Gastartisten aus Kuba und Polen, wie Pressesprecher Gitano Frank erzählt.
Gleich zu Beginn geht es hoch hinaus. An einem Kronleuchter hängen zwei Artistinnen und drehen ihre Runden über die Manege. Dann plötzlich: Der Fall vom Gestänge in die Arme der Kollegin. Dem Publikum stockt der Atem. Und auch später wird das erneut passieren, wenn Gitano Frank, der mehrfach das Outfit wechselt, auf dem Todesrad mit verbundenen Augen balanciert. Mit einem Durchmesser von acht Metern hebelt das gigantische Gerät den Mann wiederholt bis unter die Zeltkuppel. Zuvor beeindruckte er bereits mit einem Handstand auf sechs aufeinander gestapelten Stühlen.
Tierisch ist die jüngste Generation unterwegs: Neben dem jungen Giordano ist der 13-jährige Santino mit einer Hundedressur in der Manege. Die Tiere zeigen verschiedene Sprünge über Hürden oder hüpfen auch mal durch Ringe und Röhren.
Clown Emilio bindet Kinder und Erwachsene ein
Bei Clown Emilio sind vor allem die Kinder gleich begeistert. Auch Erwachsene bindet er in seine Auftritte ein, die den Spaß gut mitmachen und dafür ebenfalls den verdienten Applaus bekommen. Kurz vor der Pause kommen kasachische Kamele in die Arena. In der 20-minütigen Unterbrechung können Kinder in der Manege auf den riesigen Vierbeinern reiten. „Was wäre ein Zirkus ohne Tiere?“ stellt Gitano Frank in den Raum und erläutert dem Publikum, dass das der Zirkus regelmäßig durch Amtstierärzte kontrolliert wird.
Seit drei Jahren gibt es in Lörrach und Umgebung regelmäßig bei Zirkus-Vorstellungen mit Tieren Proteste von Tierschützern.
Debatte mit Tierschützern begleitet die Zirkusse
Am Freitag steht Christoph Bürkle alleine vor dem Zelteingang mit einem Lautsprecher und Schildern. Bis zu 50 Personen gehören der losen Gruppe an, wie er sagt. Gerne würde sich die Gruppe mit einer neutralen Moderation über Alternativen mit den Zirkusmenschen austauschen. „Wir haben hier keine Wildtiere – nur Haustiere, wie viele Menschen“, argumentiert dagegen Gitano Frank.
Die Rinder, die der Zirkus mitführt, laufen nur kurz durch die Manege und können in der Pause im Freigehege besucht werden. Wie die Kamele sind sie aus nächster Nähe zu beobachten.
Bis zum 3. August gastiert der Zirkus in Lörrach – bis dahin werden sich die beiden Männer wahrscheinlich nicht einigen können.