Wirtschaft in Efringen-Kirchen
: Nach dem Neubau ist vor der Expansion

Ein sehr großes Interesse gab es beim „Tag der offenen Tür“ bei der Firma Rathberger in Efringen-Kirchen. Viele Besucher haben die Möglichkeit genutzt, an den Führungen teilzunehmen.
Von
Jutta Schütz
Efringen Kirchen
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Philipp Rathberger (links vorne) zeigte den Besuchern verschiedene Werkstücke, darunter gestanzte Teile und Metallteile, die eine besonderen Oberflächenbearbeitung durchlaufen hatten.

Jutta Schütz

Auf dem Gelände selbst war viel los, denn für die Besucher wurde neben Kulinarik ebenso viel Unterhaltung geboten. Zu Gast waren zudem eine Abordnung des Musikvereins Efringen-Kirchen und die Feuerwehr mit dem Drehleiterfahrzeug.

Einbruch bei Rathberger am Vortag des Fests

Ein Wermutstropfen für Firmeninhaber Harald Rathberger und seine Familie war ein Einbruch im neuen Verwaltungsgebäude just kurz vor dem „Tag der offenen Tür“. Die Diebe hatten beim Abtransport des Diebesgutes viele Stufen und auch den hochwertigen Fliesenboden vor allem im Treppenhaus des Gebäudes beschädigt. „Superärgerlich für uns und wir werden uns nun bestimmt mit weiter verbesserten Sicherheitsmaßnahmen beschäftigen“, teilte Wirtschaftsingenieur Philipp Rathberger als Mitglied der Geschäftsleitung bei einer der Betriebsbesichtigungen mit.

Einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde

Die Firma Rathberger ist mit rund 100 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Gemeinde und ist für die Fertigung von Metalldächern und Metallfassaden aber auch von individuellen Metallbauteilen für Industrie und Bau bekannt. „Wir sind für Kunden in einem Radius vom Hochrhein bis etwa Rastatt tätig, darüber hinaus nehmen wir natürlich auch überregional Aufträge für die Fertigung von Metallteilen an“, erklärte Philipp Rathberger auf Fragen von Besuchern.

2000 Tonnen an Material werden pro Jahr bei der Firma verarbeitet, jährlich fallen etwa 15 000 Fertigungsaufträge vom bestellten Einzelstück bis zu Großaufträgen an. „Es ist uns wichtig, dass wir auch kleinere Aufträge von privat oder von kleineren Betrieben annehmen, wir wollen nicht nur Großkunden bedienen“, erklärte Rathberger.

Aus Blechnereibetrieb entstanden

Der junge Ingenieur informierte zur Geschichte der Firma, die 1988 als klassischer Blechnerbetrieb startete. Bei der Führung durch die verschiedenen Hallen und Produktionsbereiche gewannen die Besucher einen guten Einblick in unterschiedliche Arbeitsvorgänge der modernsten Stanz- und Biegetechnik, Laserbearbeitung, Oberflächenveredelung oder Schweißtechnik. An jeder Station standen Mitarbeiter, die Werkstücke zeigten, bearbeiteten und Fragen beantworteten.

Der Laser schneidet Stahl

Philipp Rathberger erläuterte unter anderem die Funktionsweise eine neue Laserschneidmaschine, die bis zu 50 Millimeter dicken Stahl schneiden kann – insbesondere die Schnelligkeit dieser Maschine beeindruckte die Besucher. „Aufträge erreichen uns aus vielen Branchen, aus dem Maschinenbau, dem Baugewerbe, aus dem Schienenfahrzeugbau, auch aus der Elektroindustrie und aus der Autoindustrie – da es der Autoindustrie gerade nicht so gut geht, sind wir froh, dass wir so breit aufgestellt sind und deshalb eine gute Auftragslage haben“, berichtete der Ingenieur. Was im Metallbau alles auch „designtechnisch“ möglich ist, bewunderten die Besucher im Verwaltungsgebäude an im eigenen Betrieb veredelten Küchen- und Schrankelementen.

Ausbildungsplätze bei Rathberger

Pro Jahr bildet Rathberger zwei Konstruktionsmechaniker aus, alle zwei Jahre „bieten wir einen Ausbildungsplatz für einen Bauspengler an und ganz neu haben wir auch eine Ausbildungsstelle Industriekaufmann beziehungsweise Industriekauffrau geschaffen“, teilte Harald Rathberger mit.

Das neue Verwaltungsgebäude „R25 Bürohaus“

Foto: Rathberger

Um Auszubildende rechtzeitig etwa über Praktika für die Firma zu interessieren, hält Rathberger gute Kontakte zu den örtlichen Schulen. „Viel läuft auch über Mundpropaganda und so finden auch Quereinsteiger den Weg zu uns, davon haben wir eigentlich recht viele – Hauptsache, man hatte bei einem Quereinstieg zuvor mit Technik und Metall oder auch Lager oder Logistik zu tun – Initiativbewerbungen sind immer willkommen“, erklärt der Geschäftsinhaber.

Rathberger wird weiter expandieren

Rathberger wird am Standort ab Ende 2027 noch einmal expandieren, dann ist eine 800 Quadratmeter große Halle unter anderem für die Erweiterung der Produktion geplant.