Welmlinger im Freistaat: Mit 28 PS auf Achse quer durch Bayern

Rolf Mück mit seinem Deutz D3005, Baujahr 1966, war auf einer größeren Tour durch Bayern.
Rolf MückEr hat es wieder getan: Rolf Mück aus Welmlingen reiste vergangenes Jahr fast drei Monate lang mit seinem Oldtimer-Bulldog und Wohnwagen (wir berichteten) durch Deutschland und in diesem Sommer zog es ihn in den bayrischen Freistaat.
Seinen Deutz 3005 mit 28 PS, Baujahr 1966 hatte damals Mücks Vater neu gekauft. Seither ist das gute Stück in Familienbesitz. Seit Mück in Rente ist, unternimmt er jedes Jahr eine größere Tour mit dem Deutz. An den Traktor angehängt hat er seinen Wohnwagen, der modern ausgestattet ist, und alles hat, was man für große Reisen braucht.
In diesem Jahr ging es nach Bayern bis in den bayrischen Wald, dann nach Landshut zur Hochzeit seiner Nichte.
Der Deutz ist eine sehr zuverlässige Landmaschine, die Mück fast nie im Stich gelassen hat. Dieses Mal jedoch ist das Gespann schon am ersten Tag bei Laufenburg liegengeblieben. Grund war ein defektes elektrisches Teil. Glücklicherweise war ganz in der Nähe eine Werkstatt, die den Schaden beheben konnte. Etwas kompliziert war nur das Abschleppen mit einem zweiten Traktor. Da vorne am Deutz eine Werkzeugkiste montiert war, musste der Bulldog rückwärts abgeschleppt werden.
Polizei kontrolliert genau
Das nächste Ungemach erwartete das Gespann bei einer kurzen Durchfahrt durch die Schweiz, bei Schaffhausen wurde Mück von der schweizerischen Polizei angehalten. Die Kontrolle verlief glücklicherweise positiv, die Beamten hatten nichts zu beanstanden, nur die zusätzlichen Außenspiegel mussten weiter nach außen verstellt werden.

Mück kam auf seiner Tour durch den Allgäu.
Foto: Rolf MückMück übernachtete mal auf Campingplätzen, Parkplätzen oder manchmal auf Bauernhöfen. Im Allgäu bei Oberstaufen hatte der Deutz-Fahrer schon bei seiner Tour im vergangenen Jahr Albert kennengelernt. Ein Landwirt, auf dessen Hof er auch dieses Mal einen Stellplatz für sein Gespann erhielt.

Auf dem Hof von Albert ist der Bulldogfahrer willkommen.
Foto: Rolf MückIn der Nähe von Füssen am Forggensee traf Mück unterwegs zwei Bulldogfans, die mit ihren Oldtimer-Schleppern und Anhängern von Hanau nach Südtirol unterwegs waren. Die Beiden wollten zu einem Bulldogtreffen am Stilfserjoch.
Bulldog sorgt für Staus
An Fronleichnam fuhr das Gespann auf der B 472 in Richtung Bad Tölz. Da Feiertag war, und das Wetter sehr schön, war auf dieser Strecke sehr viel Verkehr und die Überholmöglichkeiten eher selten. So bildeten sich hinter dem Welmlinger teilweise kilometerlange Autoschlangen, der Deutz fährt schließlich maximal 20 Stundenkilometer.
In Bad Tölz kam nun schon zum zweiten Mal eine Polizeistreife, um den Deutz-Fahrer anzuhalten. Die Beamten sagten, es hätte ein Verkehrsteilnehmer auf der Wache angerufen: „Ein langsam fahrendes Gefährte würde den Verkehr behindern.“
Die Polizisten kontrollierten Papiere und Fahrzeuge und hatten ebenfalls nichts zu beanstanden. Da sich das Gespann ordnungsgemäß auf einer Bundesstraße befand, konnten die Beamten nichts gegen eine Weiterfahrt einwenden. Einer der Polizisten meinte: „Sie können ja nichts dafür, wenn sie nicht überholt werden können, aber wir müssen bei einem Anruf der Sache nachgehen.“

Herrenchiemsee
Foto: Rolf MückAm Chiemsee verweilte er mehrere Tage auf einem Campingplatz und ließ es sich nicht nehmen, Herren- und Frauenchiemsee zu besuchen. Außerdem umrundete Mück mit dem Deutz den größten See Bayerns.
Rechts heranfahren
Im Landkreis Grafenau an einer Bushaltestelle bedeutete ein Mann ihm, er solle doch mal anhalten. Ein Reporter des „Grafenauer Anzeiger“ hatte das Gespann zufällig gesehen und fragte nach einem Interview mit dem Fahrer. Selbstverständlich gab Mück bereitwillig Auskunft und wurde von dem Reporter auf der Weiterfahrt noch mehrere Male fotografiert.
Eine weitere Station war die Glasstadt Zwiesel im bayrischen Wald und in der Oberpfalz bei Neunburg vorm Wald machte der Welmlinger eine Woche Pause auf dem Campingplatz am Rande eines Stausees. Anschließend ging die Fahrt nach Landshut, wo die Hochzeit seiner Nichte Franziska und ihrem Max auf ihn wartete.
Weiter ging die Reise vorbei an Regensburg, Donauwörth und Tübingen über die Schwäbische Alb bis in den Schwarzwald. Nach dem Überqueren des Nordschwarzwaldes gönnte Mück seinem Deutz noch einmal ein paar Tage Rast auf einem Campingplatz am Rhein bei Baden-Baden. Auf dem Heimweg wurde das Gespann dann bei Staufen wegen Regen mehrere Tage aufgehalten, bevor es wieder in die Heimat nach Welmlingen ging.
1800 Kilometer gefahren
Auch diese Fahrt hat Mück mit insgesamt 1800 Kilometer wieder genossen. Total entschleunigt hat er die Landschaft genossen. Die Aufmerksamkeit der Menschen unterwegs war wieder sehr groß. Fast bei jedem Halt wurde er auf sein Gefährt und auf seine Reise angesprochen. Unterwegs zeigte sich die Begeisterung der Leute durch Lächeln, winken und zahlreiche „Daumen hoch“. Der Deutz-Fahrer hat nun schon wieder die nächste Tour im Hinterkopf.