Wasser- und Stromversorgung
: Wie die Stadt Lörrach auf den Katastrophenfall vorbereitet ist

Katastrophenschutz gewinnt für Kommunen an Bedeutung. Bei einem großflächigen Stromausfall muss die Wasserversorgung in Lörrach drei Tage lang weiter funktionieren.
Von
Regine Ounas-Kräusel und Bernhard Konrad
Lörrach
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Die Stadt hat ein Konzept für Notfalltreffpunkte ausgearbeitet, das die Bevölkerung im Krisenfall unterstützt und für die Grundversorgung sorgt

Kristoff Meller

Der Mann fragte während der jüngsten Ratssitzung in der Bürgerfragestunde, ob die Stadt auf einen längeren großflächigen Stromausfall vorbereitet sei. Ohne Strom gäbe es kein Trinkwasser und auch die Toilettenspülungen würden nicht funktionieren. Als Folge breiteten sich spätestens nach sieben Tagen Krankheiten und Rattenplagen aus, sagte der Bürger.

Die Stadt Lörrach sei in einem solchen Fall dazu angehalten, für drei Tage vorzusorgen, entgegnete Lutz. Sie müsse dafür sorgen, dass „Sie 72 Stunden lang weiterhin ihre Toilette spülen können“. Das heißt: Die Wasserversorgung würde 72 Stunden weiter funktionieren.

Außerdem würde die Stadt in einer solchen Situation für die Einwohner Sammelplätze einrichten, die 72 Stunden lang mit Strom versorgt würden. Dort könnten die Menschen dann zum Beispiel ihr Handy aufladen.

Städtisches Konzept für Notfalltreffpunkte

Die Stadt hat ein Konzept für Notfalltreffpunkte ausgearbeitet, dass die Bevölkerung im Krisenfall unterstützt und für die Grundversorgung sorgt. Notfalltreffpunkte und Notfallmeldestelle sollen bei einem Blackout eine zentrale Rolle spielen, wenn wesentliche Funktionen wie Beleuchtung, Kühlsysteme oder Kommunikationsnetze ausfallen.

„Mit den Notfalltreffpunkten schaffen wir Anlaufstellen, die in solchen Krisensituationen dringend benötigte Hilfe bieten“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lutz Ende September 2024 im Zusammenhang mit der Erörterung des Themas im Gemeinderat. Im Stadtgebiet Lörrach wurden fünf Notfalltreffpunkte eingerichtet: Burghof, Mehrzweckhalle Tumringen, Schlossberghalle Haagen, Neumatthalle Stetten sowie die Neue Sporthalle Brombach. Diese bieten der Bevölkerung die Möglichkeit, aktuelle Informationen zu erhalten, sich mit Notfallversorgung auszustatten oder etwa Baby- und Spezialnahrung zuzubereiten.

Darüber hinaus werden in den Treffpunkten mobile Notstromaggregate, Beleuchtung, Mikrowellen, Wasserkocher und Powerbanks bereitgestellt. Jeder Treffpunkt ist mit einem 1000-Liter-Trinkwasserbehälter ausgestattet.

Kommunikation bei einem Stromausfall

Für die Kommunikation bei einem Ausfall der Mobilfunknetze setzt die Stadt auf Satellitentelefone sowie satellitengestützten Internetzugang. Notfallmeldestellen werden bei den Feuerwehren und im Rathaus eingerichtet, damit die Bevölkerung Notrufe absetzen kann. Die Notfalltreffpunkte werden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung betreut.

Der Krisenstab der Stadt wird im Rathaus eingerichtet und koordiniert von dort aus die Einsätze. Die Kommunikation mit dem Landratsamt und anderen Gemeinden erfolgt über Boten und Satellitentelefone.

Gemeinsamer Schutzplan für den Landkreis

Neben den Maßnahmen auf kommunaler Ebene arbeitet die Stadt Lörrach in enger Abstimmung mit dem Landkreis und den umliegenden Gemeinden zusammen.

Die Stadtverwaltung erklärt: „Ein gemeinsamer Sonderschutzplan sorgt dafür, dass im Krisenfall eine einheitliche Struktur im gesamten Landkreis besteht und sich die Gemeinden gegenseitig unterstützen können.“