Vor dem Schuljahresstart
: 134 Neueinstellungen bei Lehrern im Kreis Lörrach

50 neue Grundschullehrer bedeuten eine deutliche Steigerung im Vergleich zur jüngst angespannten Personallage.
Von
Markus Adler
Kreis Lörrach
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Schwarzwälder Bote

Das Regierungspräsidium Freiburg hat zum anstehenden Schulstart mitgeteilt, dass es an den öffentlichen Schulen rund 1700 Lehrkräfte neu eingestellt habe – das seien rund 230 mehr als im Vorjahr.

Im Landkreis Lörrach gab es 134 Neueinstellungen und 101 Jahresverträge quer über alle Schularten, wie aus den Unterlagen der Behörde hervorgeht. In den Grundschulen im Landkreis Lörrach gab es 50 Neueinstellungen (das ist die höchste Zahl im gesamten Regierungsbezirk) sowie 26 Jahresverträge plus eine Reaktivierung einer sich bereits im Ruhestand befindlichen Lehrkraft.

In den Grundschulen arbeiten 22 Personen ohne allgemeine Lehrbefähigung, die in der Fachsprache als „Nichterfüller“ bezeichnet werden und nur befristet (meistens auf ein Jahr) eingestellt werden können.

Angespannte Lage in SBBZ im Landkreis Lörrach

In der Sekundarstufe I gab es 34 Neueinstellungen und 25 Jahresverträge im Landkreis Lörrach, davon drei Pensionäre. 17 der neu eingestellten Kräfte haben keine formelle Lehrbefähigung.

In den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) waren im Landkreis Lörrach drei Neueinstellungen möglich – das ist die niedrigste Zahl im gesamten Regierungsbezirk. 26 Jahresverträge, drei Pensionäre und 22 Einstellungen von Nichterfüllern zeigen auf, dass in diesem Bereich die Bewerbersituation besonders angespannt ist.

Das Staatliche Schulamt (SSA) Lörrach schreibt in einer Pressemitteilung, dass insbesondere im Landkreis Lörrach durch die Zahl der Neueinstellungen die Versorgung der Grundschulen und Sekundarschulen fast vollständig sichergestellt sei. Weiterhin bestünden jedoch Bedarfe in den meisten Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des Landkreises, die nicht vollständig bedient werden können.

Die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung bedeute vor allem, dass die vorgegebene Kontingentstundentafel der Schularten vollständig unterrichtet werden kann. Hierbei können jedoch mögliche Teilungsstunden, Fördermaßnahmen oder freiwillige Arbeitsgemeinschaften, die außerhalb der Kontingentstundentafel liegen, nicht an allen Schulen angeboten werden.

Ländlicher Raum bleibt das Sorgenkind

Im Gymnasialbereich wurden im Landkreis Lörrach 20 Neueinstellungen vorgenommen, zwölf Jahresverträge wurden abgeschlossen und zwei Pensionäre wurden für ein weiteres Engagement gewonnen.

Die Gemeinschaftsschulen mit Gymnasialzweig spielen im Landkreis Lörrach keine Rolle. In den Beruflichen Schulen im Landkreis Lörrach gab es 27 Neueinstellungen, Zwölf Jahresverträge und eine reaktivierte Lehrkraft, die sich bereits in Pension befand. Elf Personen der Eingestellten hat keine formelle Lehrbefähigung. „Wir arbeiten unter Hochdruck an der Besetzung dieser zusätzlichen Stellen. Ob dies gelingt, hängt auch von der Bereitschaft der Bewerber ab, in ländlichen Regionen zu arbeiten“, erklärte Regierungspräsident Carsten Gabbert. Wie in den letzten Jahren werden auch im kommenden Schuljahr Personen ohne Lehrbefähigung über temporäre Krankheitsvertretungsverträge (Jahresverträge) die Schulen in der Versorgung unterstützen, heißt es von Seiten des SSA.

Für den Ausgleich von länger andauernden Ausfällen durch beispielsweise Krankheit, Mutterschutz, schreibe die Behörde immer wieder Stellen über den „Vertretungspool-online“ aus und könne spontan Verträge beim Regierungspräsidium beantragen. Neben einer Vielzahl an wichtigen pädagogischen und schulorganisatorischen Themen werden zwei wesentliche Arbeitsschwerpunkte des Staatlichen Schulamts in der Begleitung der Startchancenschulen und der Schulen mit dem Programm SprachFit liegen.

Schwerpunkte des Staatlichen Schulamts

Seit dem Schuljahr 2024/2025 sind in den Landkreisen Lörrach und Waldshut sieben Grundschulen Teil des Startchancenprogramms. Im kommenden Schuljahr werden zwei Sekundarschulen Teil des Programms, wodurch insgesamt neun Schulen im Schulamtsbezirk Lörrach im Startchancenprogramm sind.

Über das SprachFit-Programm finde eine umfangreiche und vielgliedrige Sprachförderung in den Grundschulen statt. Über die SprachFit-Säule 1, die Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung, starten im Schulamtsbezirk Lörrach im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 30 Sprachfördergruppen an 26 Standorten, die entweder an einer Grundschule oder in einer Kita angesiedelt sind.Über die SprachFit-Säule II, welche die durchgängige Sprachbildung (DSB) in der Grundschule enthält, starten im Schuljahr 2025/2026 zwei offizielle Schwerpunktschulen (jeweils eine im Landkreis Lörrach und Waldshut).

Neben diesen beiden neuen DSB-Grundschulstandorten kommen weitere personelle Ressourcen aus dem SprachFit-DSB-Programm uch weiteren Grundschulstandorten zu Gute. So werden Kurse für Lernen mit Herkunftssprache und zusätzliche Sprachförderkurse von Lehrkräften oder pädagogischen Assistenten angeboten.

Zur SprachFit-Säule II gehört auch die Etablierung der Juniorklassen. Hier starten die ersten Standorte im Schuljahr 2026/2027 durch die Umwidmung der jetzigen Grundschulförderklassen. In den Folgejahren sei der Ausbau hin zu einer Flächendeckung vorgesehen, heißt es.