Vereinssport: Tennisclub Maulburg will Trainingszeiten ausbauen

Die Vorstandsmitglieder des TC Maulburg Lukas Leonhardt (links) und Harry Wurster stellten die Mitgliederentwicklung und die Pläne für den Bau der Ganzjahresplätze vor.
Christoph SchennenViele Vereine haben Probleme ihre Ämter im Vorstand zu besetzen oder verlieren Mitglieder. Der Tennisclub (TC) Maulburg hingegen erlebt einen Aufschwung. Der Club hat mit derzeit 201 aktiven Mitgliedern so viele Mitglieder wie nie und fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
Der Zuwachs stellt den Verein gar vor Probleme, denn die Anzahl der Tennisplätze wächst nicht mit der Anzahl der Vereinsspieler mit. Der Verein plant daher, die Sandplätze zu Ganzjahresplätzen umzubauen und zu beleuchten, damit in den Abendstunden noch gespielt werden kann. Außerdem will der Verein seinen Mitgliedern anbieten, ganzjährig Tennis zu spielen. Bisher startet die Saison am 26. April und endet Ende Oktober. In ihrer Hauptversammlung haben die Mitglieder kürzlich beschlossen, die drei Sandplätze zu Ganzjahresplätzen umzubauen und eine Beleuchtungsanlage mit sechs Masten für die Plätze 1 und 2 zu errichten, sofern der Club vom Badischen Sportbund gefördert wird.
Die Mitglieder haben den Vorstand ermächtigt, ein Darlehen bis maximal 150 000 Euro abzuschließen, inklusive Zwischenfinanzierung wegen verzögerter Auszahlung der Fördermittel. Protokollführer Harry Wurster, erläuterte das Vorhaben. Dem Badischem Sportbund zufolge sei die kritische Grenze erreicht, wenn sich 60 Tennisspieler einen Platz teilen, beim TC Maulburg kommen 90,7 Spieler auf einen Platz. Bei den Tennisclubs im Landkreis Lörrach seien es durchschnittlich 50,1 Spieler pro Platz. In Maulburg seien die Plätze überlastet und es gebe lange Wartezeiten. Das Interesse zu spielen sei hoch, die Saison aber kurz. Wurster zeigte bei der Hauptversammlung auf, wieviel der Unterhalt der Sandplätze pro Jahr kostet und was ein Ganzjahresplatz im Jahr kosten würde. Das Ergebnis seiner Analyse: ein Ganzjahresplatz sei nach sieben oder acht Jahren wirtschaftlicher als ein Sandplatz. Für die Erneuerung der Sandplätze müsse der Verein 52 000 Euro aufbringen, für den Umbau zu Ganzjahresplätzen 104 500 Euro.
Spielzeiten verlängern
Ein Ganzjahresplatz verbrauche weniger Wasser und der Pflegeaufwand sei deutlich geringer. Außerdem erhofft sich der Verein mehr Einnahmen durch Bewirtung bei verlängerten Spielzeiten. „Vom Platzgefühl gibt es keinen Unterschied zwischen Sand- und Ganzjahresplatz“, sagt Wurster.
Der Verein will nun einen Förderantrag stellen beim Badischen Sportbund und im Frühjahr letztmals die Sandplätze instand setzen. Der Badische Sportbund hat 40 500 Euro in Aussicht gestellt, der Gemeinderat Maulburg entscheidet an diesem Montag, ob er dem TC einen Investitionszuschuss in Höhe von 20 000 Euro gewährt und für einen Kredit des TC eine Ausfallbürgschaft in Höhe von maximal 152 500 Euro übernimmt. Die Realisierung der Ganzjahresplätze ist für den Sommer geplant. „Dann wären die Plätze für drei Wochen nicht bespielbar“, erklärte Wurster. Im Herbst könne dann auf den neuen Plätzen gespielt werden.
Angeregt wurde bei der Hauptversammlung zudem ein Padel-Platz. Der TC Hausen habe einen solchen Platz. Der TC Maulburg hat sich aber dagegen entschieden. Rainer Sänger sagte, die Verwaltung plane an anderer Stelle im Dorf einen Platz für Padel.
Kurz diskutierten die Mitglieder, ob sich Anwohner vom abendlichen Tennisspiel gestört fühlen könnten. Einige Mitglieder wohnten in unmittelbarer Nähe zu den Plätzen und fühlten sich nicht gestört durch die Geräusche der Sportstätte.
Bürgermeisterin Jessica Lang gab bekannt, dass es eine Person gebe, die sich über die Lautstärke des abendlichen Trainings der Fußballteams beschwere.