Trump setzt Schweizer Wirtschaft zu
: Zoll-Hammer gegen die Schweiz treibt Basler Unternehmen um

Von den US-Strafzöllen sind auch exportorientierte Unternehmen in Basel betroffen. Die Handelskammer beider Basel schlägt Alarm.
Von
Michael Werndorff
Basel
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Ab Donnerstag gelten auf eine Reihe von Schweizer Exportgütern Zölle von 39 Prozent. In Bern sucht man nun fieberhaft nach einem Ausweg.

Michael Werndorff

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle in Höhe von 39 Prozent für Schweizer Exporte treiben Wirtschaft und Politik in der Alpenrepublik um. Der Zoll-Hammer fällt am Donnerstag. Bern will nun mit den USA verhandeln, um die Strafzölle abzuwenden. Die Schweiz sei bereit, den USA „ein noch attraktiveres Angebot“ zu machen. Das erklärte die Schweizer Regierung am Montag nach einer Dringlichkeitssitzung. Wirtschaftsminister Guy Parmelin sagte bereits am Wochenende in der RTS-Sendung „Forum“, dass energiepolitische Zugeständnisse eine Option seien. Im Raum steht unter anderem der Import von Flüssigerdgas aus den USA.

Ankündigung gleicht einem Schock

Für die exportorientierte Region Basel sei die Ankündigung ein Schock gewesen, wie Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel (HKBB), auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Insbesondere für die Region Basel sei dies sehr unerfreulich. „Sollten die USA die Zölle für Exporte aus der Schweiz in die USA umsetzen, wird das Folgen für unsere Unternehmen haben.“ Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Bereich Maschinenbau, Medizintechnik oder Präzisionsinstrumente hätten bei Zöllen einen Wettbewerbsnachteil in den USA. Sie können die Mehrkosten oft nicht vollständig weitergeben, was ihre Margen schmälere, so der Experte. Das mache den Handel mit den USA unrentabel.

Unternehmen prüfen Investitionen in den USA

Die HKBB hatte Anfang April eine Blitzumfrage bei ihren größeren Mitgliedsfirmen gestartet. Das Resultat zeigte, dass 70 Prozent der Unternehmen, die bereits einen Standort in den USA haben oder dorthin exportieren, prüfen, ob sie ihre Investitionen in das USA-Geschäft intensivieren. Zudem zog jedes zehnte befragte Unternehmen ohne Handelsbeziehung zu den USA in Betracht, im US-Markt Fuß zu fassen. Der wirtschaftspolitische Kurs der USA verunsichere aber auch, heißt es weiter: Über die Hälfte der befragten Unternehmen sahen im April darin ein Risiko – unabhängig davon, ob sie in den USA tätig sind oder nicht. Die HKBB starte nun eine weitere Blitzumfrage bei exportorientierten Unternehmen der Region, so Dätwyler.

Belastungen für Unternehmen senken

„In unserer Region müssen wir nun sicherstellen, die Belastungen für produzierende Betriebe, insbesondere KMU, zu senken. Hier sehen wir etwa Hebel bei den Personalkosten, der Raumplanung oder im Beschaffungswesen“, beton Dätwyler. Stellschrauben sieht er unter anderem bei der Bereitstellung von Wirtschaftsflächen, der Reduzierung von Bauauflagen und der Beschleunigung von Bauprozessen. Arbeitgeber sollten keine zusätzlichen Belastungen erfahren.

Dätwyler zufolge dürfe die Politik keine Beschlüsse fassen, die weitere Kosten für die Unternehmen schaffen. „Wir appellieren an die Regierung und die Verwaltung, schlank und zielgerichtet zu arbeiten und gegenüber Unternehmen als Ermöglicher aufzutreten.“

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