Tödliche Unfälle
: Auf Schweizer Straßen sterben mehr Menschen

Die Zahl der Todesopfer in der Alpenrepublik ist in den vergangenen fünf Jahren auf 34 Prozent gestiegen.
Von
sda
Basel
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In der Schweiz enden mehr Unfälle tödlich als andernorts in Europa. Dort sinken die Zahlen, wie ein Vergleich zeigt.

Foto: Pixabay

Die Schweiz hält den europäischen Negativrekord bei Verkehrstoten: Um 34 Prozent stieg die Zahl der Todesopfer auf Schweizer Straßen in den vergangenen fünf Jahren – auf 250 allein im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu sank diese Zahl in den meisten europäischen Ländern.

Bisher sei es nicht gelungen, diesen Negativtrend in der Schweiz umzukehren und den Anstieg der tödlichen Unfälle zu stoppen, heißt es in einer Mitteilung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU). Gefordert sei deshalb eine konsequente Politik zugunsten der Verkehrssicherheit und ein gemeinsames Engagement aller Beteiligten im Straßenverkehr.

„Es gibt wirkungsvolle Maßnahmen, die aber nur realisiert werden können, wenn der politische Wille vorhanden ist“, wird Mario Cavegn, Bereichsleiter Straßenverkehr der BFU, zitiert. Ohne die politische Unterstützung dürfte das vom Bundesamt für Straßen (Astra) festgelegte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 auf 100 zu senken, aber kaum erreichbar sein, schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Kritik am Parlament

Die Verkehrssicherheit leide unter den Entscheidungen des Parlaments. Parallel zur Senkung des Mindestalters für das Motorradfahren habe sich beispielsweise die Zahl der schweren Unfälle von unter 18-jährigen Motorradfahrenden mehr als verdoppelt. Oder während andere Länder Tempo 30 fördern, würden in der Schweiz erhöhte Anforderungen eingeführt.

Ein weiteres Beispiel sei der Beschluss gegen eine Velohelm-Pflicht für Kinder. Laut dem Bericht „Ranking EU Progress on Road Safety“ des European Transport Safety Council (ETSC) ist die Zahl der Verkehrstoten in der Schweiz der schlechteste Wert ganz Europas.

Der europäische Durchschnitt sei um zwölf Prozent gesunken, teilt die BFU mit. Auch über einen Zeitraum von zehn Jahren bleibe der Trend ernüchternd: plus 2,9 Prozent in der Schweiz gegenüber minus 17 Prozent im europäischen Durchschnitt.

Trotz der ungünstigen Entwicklung in den vergangenen Jahren gehören die Schweizer Straßen derzeit aber noch zu den sichersten, wie es in der Mitteilung der BFU weiter heißt. Ein politisch getragenes und verankertes Ziel sei gemäß ETSC jedoch entscheidend, um die Verkehrssicherheit in einem Land voranzutreiben.

Nationaler Aktionsplan

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung fordert deshalb einen nationalen Aktionsplan. Dieser solle den Weg weisen, wie die Schweiz die Zahl der schweren Verkehrsunfälle nachhaltig senken kann – basierend auf international bewährten Maßnahmen (Best Practices).