Strommasten sollen aus den Orten: TransnetBW wirbt in Rümmingen für Trassenpläne

Rümmingens Bürgermeisterin Joana Carreira (von links), Andreas Hügin und Thomas Bahlinger (beide Aktiv für Rümmingen) ließen sich von TransnetBW über die neue Trasse informieren.
Jan BollerZwischen Rippolingen und Istein sollen die Stromleitungen erneuert werden. Beim Bürgerinformationsmarkt zur kommenden Stromtrasse informierte der Betreiber TransnetBW in der Rümminger Gemeindehalle über seinen sogenannten Ersatzneubau im Auftrag der Bundesnetzagentur.
Die Halle war während der Veranstaltung gut gefüllt. Die Besucher ließen sich die detaillierten Informationen von den Mitarbeitern erläutern. Der Betreiber plant, das Genehmigungsverfahren noch 2026 zu beantragen.
Wie genau sich TransnetBW die Planungen vorstellt, darüber konnten sich die Bürger anhand zahlreicher Schautafeln informieren. Dort wurden das Gesamtprojekt und der Terminplan vorgestellt, ebenso die genaue Trassierung und der geplante Bauverlauf, es gab aber auch Infos zu möglichen Entschädigungen.
Landwirte sorgen sich wegen neuer Masten
Der vorgestellte Abschnitt umfasst die Gemeinden Lörrach, Rümmingen, Binzen, Eimeldingen und Efringen-Kirchen. Das gesamte Projekt umfasst den Ersatzneubau von rund 160 Masten auf einer Länge von rund 50 Kilometern in 13 Gemeinden.
Das betrifft vor allem den Leitungsverlauf und die genauen Maststandorte. Diese ändern sich teilweise deutlich gegenüber den alten Standorten, deren Masten mit einem Alter von mehr als 60 Jahren ihre Lebensdauer überschritten haben.

In der Gemeindehalle.
Foto: BollerVor allem für die Landwirtschaft sei die Verlegung der Masten erheblich, weil es bei Hochspannungsleitungen und Strommasten klar definierte Schutzstreifen entlang der Trasse gebe, die deutlichen Einfluss auf die Möglichkeiten der Bewirtschaftung haben könnten, erklärt das Rümminger Gemeinderatsmitglied Andreas Hügin, der selbst landwirtschaftlich tätig ist.
Grundsätzlich sehe er es sehr positiv, dass eine neue Trasse komme, meinte Hügin. In vielerlei Hinsicht sei der Ersatzneubau eine Chance für Verbesserungen. „Vor allem, dass wir die große Trasse aus dem Ort rausbekommen, das ist super.“
Trasse soll Wohngebiete künftig entlasten
Das treffe auch auf die beiden Masten zu, die mitten im Wohngebiet stehen. Neue Überspannungen in Wohngebieten werde es nicht geben. Bei anderen geplanten Standorten sieht Hügin allerdings noch Klärungsbedarf.
Für Projektleiter Alexander Wasem ist das eingeplant. „Es ist ja nicht nur eine Informationsveranstaltung für die Bürger, sondern auch für uns.“ Gerade den Bürgern fielen mitunter Details auf, die den Experten entgingen, meinte er. „Und wenn es irgendetwas gibt, das wir nicht auf dem Schirm hatten, dann prüfen wir das.“
Insgesamt orientiert sich die neue Trasse an der bestehenden. Damit sollen möglichst wenige Eingriffe in die Landschaft nötig sein. Gleichzeitig sollen, sofern möglich, Wohnungsgebiete künftig geschont werden. Das ist neben Rümmingen auch der Fall in Lörrach, wo die Trasse in Zukunft südlich um Brombach geführt werden soll. In Efringen-Kirchen rückt der Ersatzneubau laut Planung in weiten Teilen etwa 50 Meter von der Wohnbebauung ab.
Mehr Abstand zur Wohnbebauung, weniger Emissionen, mehr Leistung, aber auch weniger Lautstärke und eine Verringerung der elektromagnetischen Felder – das alles verspricht der Betreiber. Und gerade letzteres erhofft sich auch Gemeinderat Hügin: „Wenn man jetzt bei Regen unter der Leitung steht, das knistert schon gewaltig“, sagte er.