Straßenfasnacht in Lörrach: Obergildenmeister sagt alle Veranstaltungen ab

Solche Bilder wie in diesem Jahr beim großen Buurefasnachtsumzug soll es 2026 nicht mehr geben.
Adrian SteineckDer Obergildenmeister Michael Lindemer hat die Durchführung von Großveranstaltungen der Fasnacht in Lörrach, soweit sie von der Narrengilde organisiert werden, abgesagt. Die Zunftabende der Narrenzunft sowie die Hauinger Buurefasnacht werden weiterhin wie gewohnt stattfinden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Lörrach.
Die Stadt bedauert die Absage durch die Gilde
Die Stadtverwaltung bedauere diese Entscheidung – insbesondere für die Lörracher Bürger, die vielen Freunde der Straßenfasnacht, die Cliquen und Vereine, für die das Fasnachtswochenende den Höhepunkt im Jahr darstellt, heißt es. Die Stadt Lörrach hat den von einer Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Gemeinderat und Narrengilde begonnenen konstruktiven Dialog ausdrücklich begrüßt. Er verfolgte das Ziel, gemeinsam tragfähige Lösungen für die Fasnacht zu entwickeln. Der Ausstieg aus den intensiv geführten Gesprächen und die klare Absage des Obergildenmeisters wird von Verwaltung und Gemeinderat bedauert, heißt es.
Die Absage der Fasnacht komme nunmehr überraschend und wird mit dem zu geringen Finanzierungswillen durch die Stadt Lörrach begründet.
Es geht um einen beantragten Zuschuss
Konkret hatte die Narrengilde einen Zuschuss von rund 40 000 Euro beantragt, nachdem sie eine mit einem leichten Überschuss schließende Kostenaufstellung der Fasnacht 2025 vorgelegt hatte.
Daraufhin habe die Stadtverwaltung, verantwortungsvoll mit Blick auf die Gesamtstadt, eine Erhöhung des städtischen Barzuschusses für die Jubiläums-Fasnacht 2026 vorbereitet und diese den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgeschlagen. Konkret geht es um eine Zuschusserhöhung von 5000 auf 15 000 Euro nebst zusätzlichen 5000 Euro für den Fall von nicht kalkulierbaren und nicht planbaren Ereignissen (Wetter, höhere Gewalt oder Ähnliches), die zu einer negativen Bilanz der Fasnacht führen würden. Die bestehenden Sachzuschüsse, die beispielsweise durch Leistungen des städtischen Werkhofs in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags erfolgen, bleiben davon unberührt.
Die unverhoffte und einseitige Beendigung des guten Dialogs seitens der Narrengilde durch die Absage der Straßenfasnacht – trotz konstruktiver Gespräche auch mit Vertretern der Kommunalpolitik – ist bedauerlich, heißt es.
Nach wie vor stehe die Stadt Lörrach zu ihrem deutlich erhöhten Zuschussangebot und damit zu ihrem Wort, die Straßenfasnacht zu unterstützen. Sie wird gleichzeitig aber auch Ihrer Verantwortung gegenüber allen Gruppierungen und Vereinen in der Stadt gerecht.
„Verlässlichkeit, aber auch Gerechtigkeit und Fairness leiten uns jeden Tag in unserem Handeln. Davon lassen wir uns nicht abbringen“, wird Oberbürgermeister Jörg Lutz in der Mitteilung der Stadt zitiert.