Stolpersteine in Efringen-Kirchen: Neun Opfern der Nationalsozialisten in Efringen-Kirchen gedenken

Die Arbeit des AK Stolpersteine wird wertgeschätzt wie anhand der Teilnehmerzahlen bei der jüngsten Verlegung im November 2025 zeigte.
Jutta SchützDer Arbeitskreis Stolpersteine plant gleich zwei Termine für Verlegungen neuer Steine in Efringen-Kirchen. Der erste Termin werde nach Absprache mit dem Bauhof, der die Vorarbeiten leistet, in der ersten Jahreshälfte, der zweite um den 9.November herum liegen, berichtete Marion Caspers-Merk als Sprecherin des Arbeitskreises. Die Mitglieder des Arbeitskreises haben sich zur Besprechung der Jahresplanung in der Kulturscheune in Kleinkems getroffen.
Neun neue Stolpersteine werden gerade angefertigt. Sie sollen beim Termin in der ersten Jahreshälfte verlegt werden. Die Steine erinnern an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aber auch an Menschen mit geistiger Behinderung, die in Efringen-Kirchen lebten und die Opfer der Nationalsozialisten wurden. Das bundesweite Kunstprojekt der Stolperstein-Verlegungen, startete der Kölner Künstler Gunter Demnig 1996. Er ist auch der Gründer der gemeinnützigen „Stiftung Stolpersteine“.
Gerade recherchieren die Mitglieder des Arbeitskreises noch weitere Biografien jüdischer Bürger, so dass den Verlegungsterminen Details zu deren Leben und Wirken in der Gemeinde genannt werden können.
„Wir haben schon viel Biografisches zusammengetragen. Bei zwei Personen haben wir aber noch offene Fragen, deshalb wissen wir noch nicht, ob wir beim traditionellen November-Termin zehn oder zwölf Steine verlegen werden können“, teilt Caspers-Merk mit. Bisher wurden schon 50 Stolpersteine verlegt.

Nach dem Verlegen des letzten Stolpersteins ist die Arbeit für den Arbeitskreis Stolpersteine in Efringen-Kirchen nicht beendet.
Foto: Jutta SchützSoweit es die Mitglieder des Arbeitskreises absehen können, „dürften wir dann im Jahr 2027 aller vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitbürgern mit Stolpersteinen gedacht haben“, so die Sprecherin. Das Anfertigen eines Steins kostet 120 Euro – „wer möchte darf dem Arbeitskreis gerne dafür etwas spenden“, teilt Caspers-Merk mit.
Die Aufgaben des Arbeitskreises aber wären 2027 noch nicht beendet. Denn die Mitglieder verstärken gerade ein zweites Standbein, um die Erinnerung an jüdisches Leben in Efringen-Kirchen und in der Region wach zu halten. Dabei geht es um Kontakte ins Elsass, denn auch dort lebte eine große jüdische Bevölkerung.
„Wir haben Kontakt zum elsässischen Historiker Christophe Woehrle aufgenommen, er wird am 25. März in der Alten Schule einen Vortrag über jüdisches Leben im Elsass halten“, informierte Marion Caspers-Merk.
Jüdisches Leben im Elsass
Über Woehrle erhoffen die Arbeitskreis-Mitglieder insgesamt mehr über das jüdische Leben Im Elsass zu erfahren. Dort gibt es beispielsweise die „Straße der Synagogen“. Diese wolle man mit dem Arbeitskreis besuchen und plane deshalb bereits eine Exkursion für den Herbst, kann die Sprecherin bereits jetzt mitteilen.
Die Straße der Synagogen beginnt in Mulhouse, führt nach Thann, von dort aus nach Colmar, Wintzenheim und Séléstat. Obernai, Saverne und Marmoutier sind weitere Stationen. In Marmoutier lohnt zudem der Besuch des „Musée du Patrimoine et du Judaïsme Alsacien“. In Strasbourg, in Pfaffenhofen, Ingwiller und Haguenau, Bouxwiller und Reichshoffen stehen weitere Synagogen.
Der Arbeitskreis hat zudem den Verein für Heimatgeschichte in Weil am Rhein kontaktiert. Involviert ist Milo Tadic, Koordinator der Landesausstellung „Jüdisches Leben im Südwesten“. LEO-BW hat das Themenmodul „Jüdisches Leben im Südwesten“ bereits auf Youtube eingestellt.
Marion Caspers-Merk: „Unsere Arbeit wird wertgeschätzt“
„Die Kulturstiftung Offenburg unterstützt zudem das Projekt ‚Mittendrin – jüdisches Leben im deutschen Südwesten‘ des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg – vielleicht können wir unsere Veranstaltungen über deren Webseite bewerben, das möchten wir herausfinden“, überlegt Caspers-Merk weiter.
Insgesamt freut sich der Arbeitskreis über die Anteilnahme, die ihm entgegengebracht wird, wie man auch am großen Interesse der letzten Stolperstein-Verlegung im November gesehen hat und bedankt sich auf diesem Weg auch beim Bauhof, der die Ehrenamtlichen bei der Verlegung der Gedenksteine unterstützt. „Unsere Arbeit wird wertgeschätzt“, konstatiert die Sprecherin des Arbeitskreises.