Stiller Protest: In Lörrach gab es einen Lauf für die Freiheit

Ein stiller Marsch durch Lörrach
Richard Suvaina und Daniel ProkoptchoukSie waren schwarz gekleidet und schwiegen. Die 40 Teilnehmer des „Walk For Freedom“ (Lauf für Freiheit). Sie liefen in einer langen Reihe durch die Lörracher Innenstadt.
Gegen Menschenhandel
Organisator des Schweigemarschs gegen Menschenhandel am vergangenen Samstag war die Offene Tür Kirche. Unterstützt wird mit diesem „Lauf für Freiheit“ der weltweite Aufruf der Organisation A21.
„Wir sind symbolisch für die Freiheit anderer gelaufen. Schweigend, denn die Betroffenen haben keine Stimme. Aber wir glauben daran, dass moderne abgeschafft werden kann“, betont Maren Müller aus der Offenen Tür Kirche Lörrach. Auf ein Problem aufmerksam zu machen, sei der erste Schritt zur Prävention, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren.
Flyer verteilt
Während des Schweigemarschs verteilten Helfer Flyer an Passanten, beantworteten Fragen. „Viele sind interessiert stehen geblieben“, sagt Müller. So ergaben sich Gespräche. Schnell sei klar geworden: Den meisten sei nicht bewusst, dass Menschenhandel auch die eigene Region und durch Konsumgüter den eigenen Alltag betreffe – und dass man etwas dagegen tun könne. Bereits zunehmend bewusster Konsum und kritische Rückfragen bei Herstellern seien ein echter Anfang, schreiben die Veranstalter des „Walk for Freedom“. Über das Thema zu reden und ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür zu schaffen ist ihr Anliegen.
Bewusstsein schaffen
„Auch bei uns im Dreiländereck sind Menschenhandel und Zwangsprostitution leider ein echtes Problem“, sagt Melina Lörracher (Leitung Soziale Dienste der Offenen Tür Kirche). Denn laut aktuellen UN-Schätzungen lebten mittlerweile über 40 Millionen Menschen in modernen Formen von Sklaverei – ein Viertel davon Kinder. Aber nur ein Prozent der Opfer werde jemals gerettet.
Tag gegen Menschenhandel
Nicht nur in Lörrach, sondern in vielen deutschen Städten und in 50 Ländern weltweit haben am gleichen Tag – zeitnah zum EU-Tag gegen Menschenhandel – hunderte lokale Schweigemärsche stattgefunden.
Dieser „Marsch für die Freiheit“ wurde ursprünglich 2014 von der internationalen Organisation A21 ins Leben gerufen. Er wird seitdem von den vielen lokalen Veranstaltern immer am Samstag vor oder nach dem EU-Tag gegen Menschenhandel (18. Oktober) begangen, um für dieses brisante Thema zu sensibilisieren.
Bundesweites Engagement
Bundesweit engagieren sich dafür viele Vereine, Gruppen und Kirchengemeinden und setzen sich gegen diese „weltweite Ungerechtigkeit“ ein. In Deutschland wird laut Mitteilung die Aktion zudem vom Bündnis „Gemeinsam gegen Menschenhandel“ (GGMH) unterstützt.
www.walk-for-freedom.de und www.a21.org/walk