Stiftung in Lörrach: „Mobile Toilette für alle“ schafft mehr Teilhabe

Freuen sich über die Initiative: (von links) Ulrike Krämer, Alexandra Sieberer (direct help better future), Projektpartner Michael Kuttler, Jonas Lucas, Klaus Schmid, Mauro Sabbatini und Heike Gerhold
zVg/Barbara Carl StiftungMehr Selbstbestimmung, mehr Würde, mehr Teilhabe: Mit einem neuen barrierefreien Toilettenanhänger setzen die direct help better future gGmbH und die Barbara Carl Stiftung ein starkes Zeichen für Inklusion im Landkreis Lörrach.
Ein langer Weg bis zur Umsetzung
Mit der „Mobilen Toilette für alle“ wird nun endlich auch körperlich eingeschränkten und schwerstbehinderten Menschen der Besuch von Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten, Konzerte und Festen ermöglicht – ein „Leuchtturmprojekt für die Region“, wie die dhbf-Geschäftsführerin Alexandra Sieberer betonte. Auch Ulrike Krämer, die Behindertenbeauftragte des Landkreises, bestätigte bei der Vorstellung des Projekts, welche enorme Bedeutung es für echte Teilhabe von Menschen mit Behinderung haben wird.
Bis zur derzeitigen Herstellung des Anhängers war es jedoch ein langer Weg. Seitdem der Vorstand der Barbara Carl Stiftung Alexandra Sieberer die Zusage gab, die Anschaffungskosten zu unterstützen, sind bereits eineinhalb Jahre vergangen.
Die Bewilligung eines Förderzuschusses durch das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg, das als einziges in Deutschland ein solches Projekt fördert, war die geringste Hürde. Es mussten herausfordernde Diskussionen mit dem Finanzamt zu Themen wie Gemeinnützigkeit und Zweckbetrieb geführt und – aufgrund der zeitlichen Verzögerung – schließlich sogar ein neuer Produzent gefunden werden, da der einzige deutschlandweit mittlerweile seinen Betrieb eingestellt hatte, heißt es.
Glücklicherweise konnte Michael Kuttler, Geschäftsführer der ekone GmbH und von portus cycles in Efringen-Kirchen, als Partner gewonnen werden, dem das Thema Teilhabe auch ein Herzensanliegen ist. Mit seinem Projektleiter Jonas Lucas, einem Maschinenbauingenieur, stellte Michael Kuttler die technischen Details und die Ausstattung vor, die neben der barrierefreien Toilette mit Stützgriffen auch eine Wickelliege sowie einen Deckenlift beinhalten wird. Der Einstieg ist mit Euroschlüssel über eine rollstuhlgerechte Rampe möglich. Für Veranstalter wird der Toilettenanhänger ab März 2026 verfügbar sein, die Leihe ist kostenlos, bis auf die Transportkosten zum jeweiligen Veranstaltungsort durch eventMAX. Ein Kalender auf der Website dhbf.de/mobile-toilette zeigt die buchbaren Zeiträume des Anhängers.
Verantwortliche hoffen auf viele Nachahmer
Dass die „Mobile Toilette für alle“ nun bald Menschen mit Behinderung einen würdevollen Toilettengang bei Veranstaltungen im Landkreis Lörrach ermöglichen kann, zeigt, dass ausdauernder Einsatz für mehr Teilhabe und gemeinsames Suchen nach Lösungen unsere Gesellschaft verbessern kann, heißt es in einer Mitteilung der Barbara Carl Stiftung.
Alle Beteiligten hoffen, dass diese Initiative viele Nachahmer findet und dazu beiträgt, den barrierefreien Zugang zu hygienischen Einrichtungen für alle Menschen zu gewährleisten.