Steinen: Schülerodyssee hat bald ein Ende

Auch die Viertklässler der Grundschule Weitenau/Wieslet – hier bei einer Feier im vergangenen Jahr, an der sich alle Klassenstufen beteiligten – sollen bald wieder in ihre gewohnten Räume zurückkehren können.
Archiv/Joachim VeitIn der Ernst-Schleith-Schule und im Dorfgemeinschaftshaus werden bis zu den Sommerferien 89 Kinder unterrichtet.
Bürgermeister Gunther Braun (Steinen), Bürgermeister Stefan Niefenthaler (Kleines Wiesental), Ortsvorsteher Heinz Eichin (Wieslet) und Ortsvorsteher Marcus Wienholz (Weitenau) haben am Mittwoch die Schüler der Nachbarschaftsschule Weitenau-Wieslet in Wieslet besucht. Dort haben sie sich bei den „Weitenauer“ Kindern für ihr Verständnis dafür bedankt, dass sie einige Monate für den Unterricht nach Wieslet fahren mussten.
Dank an die Schüler
Braun dankte auch den Ernst-Schleith-Schülern für ihre Toleranz gegenüber einer höheren Lautstärke im Schulgebäude. „Ihr habt viel Ärger und Scherereien gehabt“, sagte er. Die Bürgermeister und Ortsvorsteher schnitten zwei große Wassermelonen auf und verteilten die Stücke an die Kinder. Carolina, eine der Klassensprecherinnen, sagte bei dem Anlass: „Es war eine große Umstellung für uns, unseren kleinen Pausenhof und unser Schulgebäude mit so vielen Kinder zu teilen. Auch mussten wir uns an die Lautstärke von dreifach so vielen Kindern gewöhnen.“ Aber, das betonte sie auch: Rückblickend betrachtet war es ein sehr schönes Erlebnis, nicht in getrennten Schulgebäuden zu sein – „und man fand immer jemanden zum spielen in der Pause.“ Auch für Schulleiterin Lisa Schweizer und ihr Kollegium war der zeitweilige Umzug der Weitenauer Kinder nach Wieslet mit viel Arbeit verbunden. Die Busse, die die Kinder nach Wieslet gebracht haben, mussten in Weitenau teilweise rückwärts fahren, was die Unterstützung der Eltern als Busaufsicht erforderlich machte. Erschwerend kam hinzu, so Lisa Schweizer, dass die Schule fast drei Wochen kein Internet und keinen Festnetzanschluss für das Telefon hatte. Sie konnte im Homeoffice effizienter arbeiten als in ihrem Büro in Wieslet.
Sanierung geht zu Ende
Nach den Sommerferien sollen die Sanierungsarbeiten an der Schule in Weitenau weitgehend abgeschlossen sein, so dass die Kinder, die vor der Sanierung in Weitenau unterrichtet wurden, dort auch wieder in die Schule gehen können. Die Nachbarschaftssschule Steinen-Weitenau hat zwei Standorte, einen in Wieslet (Ernst Schleith-Schule) und einen in Weitenau. Bis zu den Sommerferien werden in Wieslet noch 89 Kinder unterrichtet, davon stammen 62 aus Weitenau, Schlächtenhaus und Endenburg, die morgens mit dem Linienbus von Weitenau nach Wieslet und mittags zurück fahren.
Gemeinden kooperieren
Bei diesem Projekt habe sich gezeigt, wie gut interkommunale Zusammenarbeit laufen kann, erklärten die Rathauschefs. Die Gemeinde Kleines Wiesental organisierte die Renovierung des bisherigen Kunst- und EDV-Raums im Erdgeschoss der Schleith-Schule, wodurch ein Klassenzimmer geschaffen werden konnte. Für das zweite notwendige Klassenzimmer wurde im neuen Dorfgemeinschaftshaus ein Raum eingerichtet. Somit konnte in Wieslet für alle vier Klassen während der Bauphase in Wieslet ein Klassenzimmer eingerichtet werden.
Kindergarten Weitenau
Die Kinder aus dem Kindergarten in Weitenau sind in die Weitenauer Halle umgezogen. An das Schulgebäude in Weitenau wird derzeit ein Anbau errichtet, in dem im Erdgeschoss ein neuer und eigener Sanitärbereich für den Kindergarten geschaffen wird.

Heinz Eichin, Stefan Niefenthaler, Bürgermeister Gunther Braun und Marcus Wienholz (von links) schenkten den Kindern Stücke von Wassermelonen.
Foto: Christoph SchennenEbenfalls werden die Bodenbeläge im Kindergarten ausgetauscht. Eltern haben die Gruppenräume angestrichen. Im Obergeschoss entsteht durch den Anbau ein Mehrzweckraum mit 24 Quadratmetern für die Grundschule, der für die Grundschulbetreuung, aber auch als Besprechungsraum genutzt werden kann. Er hat auch eine kleine Küchenzeile. Das gesamte Gebäude der Grundschule Weitenau inklusive Kindergarten wird auch brandschutztechnisch auf den aktuellen Stand gebracht.
Brandschutz als Thema
Im Erdgeschoss, in dem sich der Kindergarten befindet, werden Brandschutztüren und Verglasungen eingebaut, um die Grundschule im Obergeschoss als separaten Brandabschnitt abzutrennen. Die beiden Klassenzimmer im Obergeschoss erhalten einen Durchbruch, um einen zweiten Flucht- und Rettungsweg zu schaffen. Im Brandfall ist die Flucht aus beiden Klassenzimmern durch die neue Fluchttreppe ins Freie möglich. Am 18. Oktober wird das neue Gebäude in Weitenau eingeweiht.