Steinen
: „Es traf uns alle wie ein Schock“

Feuer: Um die 30 Rinder kommen in brennender Scheune in Hüsingen um / Verdacht auf Brandstiftung
Von
Markgräfler Tagblatt
Steinen
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Totalschaden: Blick von der Drehleiter der Feuerwehr hinunter auf das abgebrannte Hüsinger Ökonomiegebäude, aus dem auch am Sonntagvormittag noch Rauch stieg.                                                                                                                                                                                                                                                                                          Foto: Martin Eckert

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Ein Vollbrand mit furchtbaren Folgen ereignete sich in den frühen Morgenstunden im Hüsinger Altweg. Beim Brand einer Scheune kamen nach Polizeiangaben rund 30 Rinder qualvoll in den Flammen um. Die Feuerwehr konnte im letzten Moment noch zwölf Rinder aus dem Stall retten, für den Großteil der Tiere aber kam jede Hilfe zu spät. Es besteht der Verdacht der Brandstiftung.

Von Vera Winter und Petra Martin

Steinen-Hüsingen. Anwohner waren in der Nacht auf Sonntag durch ein Knacken geweckt worden. Beim Blick aus dem Fenster wussten die Bewohner, dass etwas Schreckliches passiert war: Der Himmel über dem Hüsinger Ortskern war rotgefärbt. Unterwegs zum Brandort, standen die Menschen an den Hauseingängen und auf der Straße. „Ich weinte, als ich es sah“, berichtete jemand später. Auch unweit der brennenden Scheune standen weinende Leute. „Es traf alle wie ein Schock“, erzählte eine Frau.

Gegen 3.13 Uhr am Sonntagmorgen erreichte die Feuerwehrabteilung Hüsingen der Alarm. Beim Eintreffen der Kräfte trafen die Feuerwehrleute auf einen Gebäudevollbrand. Deshalb seien die Abteilungen Weitenau, Höllstein und Hägelberg dazu alarmiert worden, so Walter Bachmann, Gesamtkommandant der Feuerwehr Steinen. Auch die Schopfheimer Feuerwehr sei alarmiert worden für eine zweite Drehleiter.

Tiere mussten notgeschlachtet werden

Die ersten Einsatzkräfte vor Ort hätten zwölf Rinder aus der Stallung befreien können, für die restlichen habe es nicht mehr gereicht. Einige Tiere waren indes so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten.

Da durch die Hitze und das Feuer Stromleitungen barsten, wurde der Energieversorger alarmiert, der die Stromzufuhr unterbrach. Weil die Löschwasserversorgung in Hüsingen nicht ausreichend gewesen sei, habe die Feuerwehr eine 1200 Meter lange Leitung von Höllstein aus den Berg hoch nach Hüsingen legen müssen, berichtete Kommandant Walter Bachmann. In dem Ökonomiegebäude seien neben landwirtschaftlichen Geräten auch 4000 Quaderballen Heu und Stroh sowie 100 Rundballen Heu gelagert gewesen - „eine sehr hohe Brandlast“. „Deshalb haben wir viel Löschwasser gebraucht“, erläuterte Bachmann die Lage.

„Es gab eine sehr hohe Brandlast“

Der Löscherfolg sei indes gut gewesen, und es habe keinen Personenschaden gegeben. Der Feuerwehr gelang es auch, ein Übergreifen der Flammen zu vermeiden: „Wir konnten Schäden am Nachbargebäude und am Wohnhaus verhindern, diese Gebäude sind weiterhin bewohnbar.“

Weil in den Stallungen auch Kunstdünger gelagert und eine starke Rauchentwicklung stattgefunden habe, so Walter Bachmann, habe sich ein Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr Schopfheim zur Luftmessung vor Ort begeben. Vorsichtshalber seien Anwohner per Lautsprecher aufgefordert worden, Türen und Fenster zu schließen. Die Messungen ergaben laut Feuerwehrkommandant Bachmann aber keine erhöhten Werte in der Umgebungsluft, Kreisbrandmeister Christoph Glaisner teilte mit, dass sich die Messungen im Normbereich befanden. Das Klärwerk des Abwasserverbands Mittleres Wiesental habe indes das Löschwasser aufnehmen können.

Rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Polizei und Rettungskräften sowie ein Notarzt, eine Veterinärin und Bürgermeister Braun waren vor Ort. Am Sonntag nahm die Feuerwehr Nachlöscharbeiten vor, außerdem wurden die toten Tiere geborgen. Der Einsatz zog sich bis in die Abendstunden hin.

Die Brandursache ist noch unklar. Nach einer ersten Begutachtung durch einen Kriminaltechniker besteht laut Polizeibericht allerdings der Verdacht auf Brandstiftung. In diesem Zusammenhang erhielt die Polizei einen Hinweis, der zu einer vorläufigen Festnahme führte.

Vorläufige Festnahme einer Person

Ob die Person etwas mit der Sache zu tun hat, ist noch unklar. Dazu ermittelt aktuell die Kriminalpolizei. Der Brandort wurde beschlagnahmt und wird heute, Montag, genauer untersucht. Dann wird auch ein Brandsachverständiger hinzugezogen.

„Es war die Nacht der Feuer – es war grausam“, fasste eine Hüsingerin die Lage zusammen. „Es hätte wirklich genügt, wenn das Scheibenfeuer gelodert hätte. Warum denn nun die Scheune?“