Steinen
: Früherer Betreiber kritisiert Verwaltung

Zur derzeitigen Schließung des Freibads Steinen meldet sich der frühere Betreiber, die Badewasser Verwaltung mit Sitz in Kenzingen, zu Wort.
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ov/ads
Steinen
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Das Freibad Steinen hat derzeit geschlossen. Der frühere Betreiber, die Badewasser Verwaltung mit Sitz in Kenzingen, übt derweil Kritik an der Verwaltung und dem neuen Betreiber, dem Unternehmen Plan P.

Christoph Schennen

In der Pressemitteilung heißt es: „Über mehrere Jahre hinweg haben wir das Freibad – trotz der teils veralteten Technik – mit großem Einsatz betrieben.“ Zwar sei ein vollständig störungsfreier Betrieb aufgrund des Anlagenalters nicht immer möglich gewesen. Doch: „Es ist uns stets gelungen, auftretende Störungen in kürzester Zeit zu beheben. Dies war nur durch unser vorausschauendes Ersatzteilmanagement möglich: Wir haben laufend gut erhaltene Komponenten aus anderen Schwimmbädern beschafft und eingebaut, um so kurzfristig und kosteneffizient reagieren zu können.“

Rieger erinnert auch an die Neuvergabe des Betriebs. Der Vertrag zwischen der Gemeinde Steinen und der Badewasser Verwaltung war zum 31. Dezember 2021 ausgelaufen. „Im Zuge der Neuvergabe des Betriebs wurde unser Angebot um rund 50 000 Euro durch die Firma Plan P unterboten. Diese Ersparnis zeigt nun erste Folgen: Die aktuelle Schließung lässt erkennen, dass es offenbar an qualifizierten Fachkräften vor Ort mangelt“, heißt es in der Mitteilung. Nach den Empfehlungen der Gesellschaft für das Badewesen sei es – insbesondere bei Mehrbadbetreibern – unerlässlich, dass technisch geschultes Personal jederzeit erreichbar oder vor Ort verfügbar ist. Dies scheint laut Rieger momentan nicht gewährleistet zu sein.

„Hausgemachtes Problem“

Weiter heißt es: „Nach unserer Einschätzung ist die derzeitige Situation ein hausgemachtes Problem: Die beauftragte Firma verfügt offenbar nicht über das notwendige technische Personal, ebenso wenig die Gemeinde selbst. Ohne entsprechende Fachkräfte lässt sich ein Schwimmbadbetrieb weder sicher noch hygienisch aufrechterhalten – besonders nicht während der Sommermonate bei hohen Temperaturen und entsprechend hoher Besucherfrequenz.“

Zudem würden sich laut Rieger derzeit die Stimmen mehren, dass die Schließung des Bades nicht – wie offiziell mit einem technischen Defekt begründet – erfolgt sei, sondern vielmehr auf Anordnung oder Empfehlung des Gesundheitsamts zurückzuführen ist. „Sollte dies zutreffen, wäre dies ein weiterer Hinweis darauf, dass die aktuell verantwortlichen Stellen den hygienischen Betrieb nicht mehr sicherstellen konnten“, heißt es.

Abschließend schreibt Rieger: „Wir bedauern die aktuelle Entwicklung und sehen uns in unserer Verantwortung gegenüber den Bürgern von Steinen verpflichtet, auf diese Problematik hinzuweisen. Der Betrieb eines öffentlichen Schwimmbads erfordert nicht nur wirtschaftliches Denken, sondern vor allem auch technisches Fachwissen, Zuverlässigkeit und Verantwortung gegenüber der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit.“

Bereits im Zug der Neuvergabe hatte die frühere Betriebsleiterin des Steinener Freibads im Januar gegenüber unserer Zeitung auch Vorwürfe gegen die Stadt erhoben. Aus dem Rathaus sei anstelle einer Klärung der Betreiberfrage im Wesentlichen Kritik gekommen, hatte sie damals moniert. Die Badewasser Verwaltung GmbH, die das Bad seit der Saison 2022 betreibt, hatte Bereitschaft zum Weitermachen signalisiert.

Zum Hintergrund

Anfang des Jahres beschloss der Gemeinderat, dass das Unternehmen Plan P ab der Freibadsaison 2025 Betreiber werden soll. Zunächst unter Vorbehalt, denn zuvor musste die Kommunalaufsicht den Haushalt der Gemeinde Steinen genehmigen. Das Unternehmen war im Gemeinderat vorstellig geworden und hatte der Gemeinde ein Angebot für den Weiterbetrieb des Freibads unterbreitet. Dieses fiel günstiger aus als das Angebot des bisherigen Betreibers, der Firma Badewasser aus Kenzingen. Die Gemeinde ist aus wirtschaftlichen Gründen dazu verpflichtet, den günstigsten Betreiber zu wählen, hatte Braun erläutert. Rieger hatte sich gegenüber unserer Zeitung enttäuscht über diese Entscheidung gezeigt.

Was die Verwaltung sagt

Bürgermeister Gunther Braun nahm gegenüber unserer Zeitung Stellung zu den Vorwürfen (wir berichten noch).