100-jähriges Vereinsbestehen
: Miteinander-Füreinander Steinen-Hüsingen feiert

Miteinander-Füreinander Steinen-Hüsingen feiere sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Schon vor der Namensgebung war man „miteinander füreinander“ da.
Von
Vera Winter
Steinen
Jetzt in der App anhören

Auf dem Dorfplatz, nah beim Bierbrunnen der Kuckucke und dem Grillstand der Feuerwehr, ließ es sich aushalten.

Vera Winter

„Miteinander-Füreinander Hüsingen“ – der Name zog sich inhaltlich durch die Ansprachen der Gäste.

Ein Festgottesdienst, gehalten von Pfarrer Ingo Meißner, war Auftakt des Tages. Anja Maurer begleitete die gesungenen Lieder am E-Piano. Die Steinener Krankenpflegevereine sind der Diakonie angeschlossen, Diakonie, so der Pfarrer, heißt „Dienen“, was bereits Jesus tat, indem er für die Menschen ans Kreuz ging.

Sonja Kuder, Vorsitzende des Vereins Miteinander-Füreinander Hüsingen, freute sich über die Gäste, die in die festlich geschmückte Halle und auf den Dorfplatz kamen. Vor allem über Doris Aenis und Friedlinde Strübe, ehemalige erste und zweite Vorsitzende vom Krankenpflegeverein.

Überwältigende Hilfe

Dank galt der überwältigenden Hilfe von den „Hüsiger Kuckucken“, die als Geschenk ihren Bierbrunnen aufstellten und bedienten, ebenso der Feuerwehr für die Grillstation in eigener Regie. Viele Helfer vom Turnverein, den „Schofseggel“ und dem „Sport- und Freizeitverein“ schwirrten umher – eine große Unterstützung für die sieben Vorstandsdamen. Das Kuchenbuffet war mit über 30 Kuchen bestückt.

Grußworte der Vereine

Foto: Vera Winter

Zu den vergangenen 100 Jahren hatte Holger Sutter in alten Schriften und im Internet recherchiert und hielt auf alemannisch Rückschau. So erfuhr man, dass Erzherzogin Luise von Baden in Karlsruhe 1859 den „Badischen Frauenverein“ gründete, der im 20. Jahrhundert ins Diakonische Werk Baden übergegangen war, den Dachverband für Vereine und Einrichtungen, die sich ehrenamtlich um Arme, Kranke und Alte gekümmert hatte.

Auf die Dörfer geschickt

Von der „Evangelischen Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüpurr“, dem „Mutterhaus“, wurden Diakonissen („evangelischi Nonne“) als Krankenschwestern ausgebildet und auf die Dörfer geschickt, so auch 1925 nach Hüsingen. Im ersten Vertrag stand: „Die Schwester erhält vom Frauenverein Hüsingen freie Wohnung mit anständiger Möblierung, Kost, Wäsche, Holz, Licht, Bett (einschließlich Weißzeug), Tischtücher, Servietten, Handtücher und Arbeitsschürzen“. Im Vereinsregister von 1956 ist bereits der Name „Krankenpflegeverein“ genannt. Einige der Gäste nickten beipflichtend, als Sutter von Schwester Käthe, der letzten Diakonisse, erzählte. Sie wirkte von 1956 bis 1971 in Hüsingen.

2022 hat sich der Verein umorientiert mit neuen Aufgaben und einer neuen Satzung und sich den Namen gegeben, der „eigentlich sit Vereinsgründig vor 100 Johr Programm gsi isch“, so Sutter, nämlich „Miteinander-Füreinander Hüsingen“. Inzwischen gibt es außer Kaffeenachmittagen auch Spielenachmittage, Theaterabende und Tanzveranstaltungen. Zudem melden sich auch Männer an. Holger Sutter wünschte dem Verein weitere Männer und Frauen, die durch ihre Mithilfe den Verein unterstützen.

Geschenke und Gratulanten

Bürgermeister Gunther Braun betonte die Wichtigkeit des Vereins und übergab ein Geldgeschenk von der Gemeinde. Ortsvorsteher Jürgen Schäfer überreichte einen Korb mit Leckereien.

Gemeinsam gratulierten die Hüsinger Vereine und die Feuerwehr mit einem Umschlag. Georg Schenk überraschte mit einem Gutschein im Namen von „Die Pflege Sozialstation Wiesental“ und grüßte zudem als Vorstand vom Ortsseniorenrat Steinen. Von „Lebenswert Höllstein“ überbrachte die Vorsitzende Adelheid Lenz ein Geschenk.

Steffi Lais und Band

Foto: Vera Winter

Dann durfte gefeiert werden. Bei sommerlichen Temperaturen und unter Schatten spendenden Sonnenschirmen konnte zur „Steffi Lais Band“ auf dem Dorfplatz getanzt werden. Wem es zu heiß dafür war, der lauschte einfach den Songs mit Steffis ausdrucksstarker Stimme.