Stadtrundfahrt in Weil am Rhein
: Stöcker erklärt die Stadt

Einen frischen Blick auf die sich ständig wandelnde Stadt Weil am Rhein vermittelte Diana Stöcker an der Stadtrundfahrt im Rahmen der Senioren-Sommer-Aktion.
Von
Anita Indri-Werner
Weil Am Rhein
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Die Senioren bekamen von Diana Stöcker viel über die Lage der 3-Länder-Stadt zu hören

Anita Indri-Werner

Bei der Fahrt durch die 3-Länder-Stadt und ihre Stadtteile zeigte die Rathauschefin bislang Geleistetes auf, aber machte ebenso auf Planungen für die Zukunft aufmerksam. Gleichzeitig wurde Einblick in die vielseitige Planungsarbeit im Rathaus gegeben.

Koordiniert wurde die Fahrt mit 45 Interessierten von Regina Geitlinger im Bus und Doris Reiß im Kleinbus – letzterer war speziell für Rollstuhlfahrer und Mitfahrer mit Rollatoren gedacht. Die fast zweistündige Fahrt führte von der Friedensbrücke über Märkt, Eimeldingen, Ötlingen, Haltingen zurück in die Innenstadt.

Der Zustand der Friedensbrücke, die eine Bundesbrücke ist stand gleich zu Beginn auf dem Plan. Die Oberbürgermeisterin berichtete über die umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, die Sorge, wie eine Sperrung während der Sanierung gehändelt werden könne und die derzeitige Sperrung für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen.

In Friedlingen ist sehr viel in Bewegung

In Friedlingen wurde über die Seniorengruppe informiert, die sich an jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im Quartierstreff zusammenfinden würde. Die Idee für „eine saubere Stadt“, sei in Friedlingen geboren worden. Ob Altglascontainer, der daneben abgelagerte Müll oder die Altkleidersammelstellen, hier wurde eine Kampagne unter dem Motto „Weil.Sauber.Besser.“ gestaltet. Zwischenzeitlich hätten sich einige Gruppen gebildet, die dieses Ziel verfolgen. Die Stadtverwaltung setzt auf soziale Kontrolle, Prävention sowie Aufklärung. Das Bußgeld wurde verdoppelt, es kann bis zu 5000 Euro betragen.

Schmutzecken“ gäbe es auch in Alt-Weil, daher wurden dort die Kleidercontainer abgeschafft. „Wir werden nicht nachlassen und ordentlich durchgreifen“, sagte Stöcker.

In der Baulücke beim ehemaligen Reinger Eck werden 48 Wohnungen und Einzelhandelsflächen entstehen. Auch auf dem Areal Schusterinsel werden in  17 Gebäuden 280 Wohnungen, eine Kita, Tiefgaragen sowie 429 Fahrradabstellplätze gebaut. Das Projekt ist mit 100 Millionen veranschlagt. Dadurch werde sich einiges in Friedlingen ändern, stellte die OB fest.

Auch im Bereich des Zoll gäbe es eine Planung über 190 Wohnungen. Zwar sei das noch „Zukunftsmusik“, dennoch entstünde „ein neues Eingangstor“ in die Stadt.

Auf dem Weg nach Märkt wurde über die Bannwanderung entlang der Gemarkungsgrenze zu den Langen Erlen und nach Alt-Weil berichtet. 2026 wird die Tour von Alt-Weil auf den Tüllinger führen.

Der Rheinhafen wurde ebenfalls angesprochen, dort ist die Schaffung von mehr öffentlichen Flächen geplant. Die steigende Zahl der E-Auto Nutzer habe zur Folge, dass auch im ländlichen Raum, Märkt, Ötlingen und im Otterbach eine vom Bund geförderte E-Lade-Infrastruktur geschaffen werde. Die Recycling-Anlage werde aufgegeben. Nach einem noch zu schaffenden Provisorium werde Holcim und die Zürcher Gesellschaft ein Betonrecycling errichten.

Photovoltaik, die einen ganzen Stadtteil versorgt

Pläne, eine große Fläche, etwa 4,5 Hektar, mit Photovoltaik anzulegen gibt es ebenfalls. Damit soll ein ganzer Stadtteil, das sind etwa 1700 Haushalte, mit Strom versorgt werden. Die hochgestellte Anlage sei ein „absolutes Leuchtturmprojekt“, stellte Stöcker fest.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit sei die Innenstadtentwicklung. In Weil am Rhein würden sich nicht die Bedingungen bieten, wie sie in Lörrach vorhanden seien. Es werde versucht, den Geschäftsbesatz zu steuern.

Mit dem Kauf des Modehaus Ermuth sei ein deutliches Zeichen gesetzt worden. Ein Märkte- und Zentrenkonzept wurde in Auftrag gegeben. Im Ergebnis ist festgehalten, die Anzahl der Quadratmeter sei gestiegen.

Angebot wie in einer Stadt mit 100 000 Einwohnern

Das Marken Angebot und Verkaufsflächen entsprächen einer Stadt mit 100 000 Einwohner. Bei der Innenstadtsanierung vom Schlaufenkreisel bis zum Sparkassenkreisel sei das Ziel, die Branchenvielfalt zu erhalten. Die Inhaber geführten Geschäfte seien leider zurückgegangen.

In Ötlingen angekommen, stand das Thema Freiwillige Feuerwehr an. Nach dem Bau der Feuerwache Nord, für die ein Wettbewerb ausgeschrieben worden sei, werde die Ötlinger Wehr dieser zugewiesen. Zwischenzeitlich seien zwölf hauptamtliche Feuerwehrleute angestellt.

Die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes, die Reaktivierung der S-Bahn auf der Kandertalstrecke, der tägliche Stau durch Haltingen oder die Frage, „Wie kann der Radweg optimiert werden?“, das alles beschäftige die Verwaltung. Auch die Festhalle in Haltingen werfe Fragen auf. Für einen Neubau sei kein Geld da. Es werde derzeit geprüft, ob die Halle saniert werden könne.

Der Ortsteil Otterbach konnte wegen des starken Verkehrsaufkommens nicht angefahren werden. Dennoch gab es Infos über das Jubiläum der Siedlergemeinschaft im kommenden Jahr. Stöcker stellte die Pläne für den Neubau des Kindergartens St. Franziskus vor. Dass die Stadt die Kosten der Kita-Betriebe in Höhe von etwa 90 Prozent trägt, wussten nur wenige.

Über die aktuellen Baumaßnahmen an der Gemeinschaftsschule, aber auch der Bedarf an anderen Schulen, wie die Sanierung der Realschule berichtete die Rathauschefin ebenfalls.

Ein Thema, das die Senioren interessierte, war auch der Tramneubau in Richtung Alt-Weil. Es bedürfe der Klärung verschiedener Bereiche. Es sei zu klären, wie die Betriebskosten aufgeteilt würden.