Sport am Rheinknie: Frauenfußball-EM begeistert das Publikum

Die Angebote während der Frauenfußball-EM sind vielfältig und sprechen ein breites Publikum an. Die beiden Fan-Zonen in Basel sind gut besucht.
Katja SchmidlinDie beiden Fan-Zonen im Stadtzentrum haben sich während der ersten Turnierhälfte der Frauenfußball-EM großer Beliebtheit erfreut. An Spitzentagen stoßen die Fan-Zonen an ihre Kapazitätsgrenzen; dann sorgt das Zusatzangebot auf dem Theaterplatz für Entlastung.
Wegen der offenen Zonen gibt es keine exakte Zählung der Besucher, Schätzungen zufolge gehen die Verantwortlichen aber weiterhin von einer halben Million Menschen bis zum Turnierende aus. Die Angebote sind vielfältig und sprechen ein breites Publikum an. „In Basel dreht sich vieles um den Fußball, aber eben nicht alles. Damit ist es gelungen, ein größeres Publikum anzusprechen und zu begeistern“ bilanziert Sabine Horvath, Gesamtprojektleiterin der Frauenfußball-EM in Basel, zur Turnierhälfte. „Und mit den Riesen-Fußbällen auf der Mittleren Brücke hat die Stadt ein starkes Zeichen für den Fußball gesetzt, das in Erinnerung bleiben wird.“
Die temporäre Kunstintervention „Bridge Kick“ von Klaus Littmann sei ein begehrtes Foto-Thema, wie es weiter heißt. An jedem Spieltag in Basel wird einer der Bälle durch die jeweiligen Teams signiert.
Viele Kultur- und Freizeitangebote
Auf dem Barfüßerplatz sind neben dem Public Viewing das Bühnenprogramm mit Freestyle-Shows sowie die Pokalausstellung „Pokale zum Träumen“ ein Besuchermagnet. Das Historische Museum hat bereits rund 5500 Besucher registriert. Auf dem Messeplatz bringen der Soccer Court sowie die Riesen-Rutsche und der Ball Parcours das Publikum in Bewegung. Beim Ball Parcours wurden bereits mehr als 3200 Teilnehmer registriert. Es wird eine Bestenliste geführt, und bei Turnierende gibt es für die Topplatzierten ein Gratis-Wochenende in Basel zu gewinnen, so die Organisatoren.
An Spitzentagen, wenn die Kapazitätsgrenzen in den Fan- Zonen erreicht werden, kommt das Zusatzangebot auf dem Theaterplatz zum Tragen. Dies wird diesen Freitag für das Spiel der Schweizerinnen gegen das Team aus Spanien und am Samstag für die Viertelfinal-Partie Deutschland gegen Frankreich wieder der Fall sein.
In den Fan-Zonen kommen täglich zwischen 30 und 60 „Volunteers“ zum Einsatz. Insgesamt wurden bereits mehr als 400 Schichten durch Freiwillige absolviert. Ohne diese Unterstützung wäre der Betrieb der Fan-Zonen und der verschiedenen Angebote nicht möglich, so der Kanton weiter.
Basel entdecken zwischen Stadion und Rheinufer
Basel Tourismus hat sich für die Frauenfußball-EM das Ziel gesetzt, neben dem Geschehen auf dem Rasen auch die Schönheiten der Stadt ins Zentrum zu rücken. So konnten Besucher mit gültigem Matchticket an Spieltagen kostenlos an einer Stadtführung teilnehmen. Zudem beantworteten Mitarbeiter der Tourismusorganisation beim Museum Tinguely Fragen zum Rheinschwimmen und verkauften den Wickelfisch. „Als ersten kurzfristigen Effekt rechnen wir im Juli mit einer Zunahme der Übernachtungen von fünf bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch der Besuch von mehr als 30 Journalisten im Rahmen unserer Medienreisen wird mittel- bis langfristig zur Sichtbarkeit Basels beitragen“, meint Ann Müller, Head of Visitor Experience.
Ruhiger Verlauf und gute Zusammenarbeit
Aus Sicht der Kantonspolizei Basel-Stadt, die eng mit der Sanität, der Berufsfeuerwehr, der Rettung Basel-Stadt sowie der Polizei Basel-Landschaft zusammenarbeitet, verläuft das Turnier bislang ebenfalls erfreulich. Die Einsätze während der Spieltage in Basel blieben größtenteils ruhig. Auffällig ist laut Mitteilung auch die Zusammensetzung des Publikums: Im Vergleich zu den Turnieren der Männer sei dieses deutlich vielfältiger, was den friedlichen Umgang untereinander begünstige. Bei den Begegnungen mit Beteiligung der deutschen und französischen Teams standen auch Polizisten der Nachbarländer im Rahmen der trinationalen Zusammenarbeit im Einsatz. „Die Abstimmung mit unseren Kollegen aus Deutschland und Frankreich funktioniert hervorragend“, berichtet Beat Loosli, der stellvertretende Gesamteinsatzleiter für die Frauenfußball-EM bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. „Die gemeinsame Präsenz schafft Vertrauen und trägt dazu bei, dass Missverständnisse gar nicht erst entstehen.“