Spieldorf in Steinen
: Selbstgebaut macht’s am meisten Spaß

Beim Spieldorf in Schlächtenhaus eignen sich Kinder den Umgang mit Handsäge und Hammer an. Sie errichten innerhalb von ein paar Tagen ein kleines Dorf mit Holzhäusern.
Von
Christoph Schennen
Steinen
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Sehr beliebt ist im Spieldorf in Schlächtenhaus das Fußballspiel auf der schrägen Wiese.

Christoph Schennen

Die Kinder haben den Bau ihrer Hütten im Spieldorf am Dienstag fortgesetzt. Am Montag startete das Spieldorf auf der Wiese von Gerhard Bechtel in Schlächtenhaus, das ein fester Bestandteil des Kinderferienprogramms der Gemeinde Steinen ist und nunmehr seit 34 Jahren stattfindet. Die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren lieben es, die Balken mit einer Säge zurecht zu sägen, auch wenn dazu ein hohen Maß an Geduld und Kraft notwendig ist. Sie nageln die Bretter anschließend an die Tragekonstruktion der Holzhäuser. Mancher Nagel verbiegt sich, wenn die Kinder draufhauen, aber es geht beim Spieldorf nicht um Perfektion, sondern um Spaß an der Realisierung eines Projektes.

Dorf wird am Donnerstag eröffnet

Das kleine Dorf hat ein Gasthaus, eine Bank mit einer eigenen Währung, eine Post, eine Werkstätte und ein „Haus der Sicherheit“. „Am Donnerstag wird das Dorf eröffnet“, sagt der langjährige Steinener Jugendreferent Helmut Kolibaba. „Dann bewirtschaften die Kinder die Häuser.“ Das Spieldorf, sagt Kolibaba weiter, sei eine „Schule fürs richtige Leben“. „Hier gibt es ,Lernen ohne Zwang.’“

Auch der Höllbach lädt zum Spielen ein

Nicht jedes Kind interessiert sich für die leichten handwerklichen Tätigkeiten. Einige Jungen spielen viel lieber Fußball auf der abschüssigen Wiese. wobei ihnen zwei ausklappbare Holzbänke als Tor dienen. Auch der Höllbach ist ein Ort, an dem man sehr gut spielen kann. Die Kinder bauen mit Steinen aus dem Bach Staudämme, so dass sich im Gewässer kleine Seen bilden.

Sägen ist für die Kinder eine anstrengende Arbeit.

Foto: Christoph Schennen

Immer wenn Helmut Kolibaba mit seiner Gitarre und seiner Mundharmonika morgens und mittags ein Lied anstimmt, kommen die etwa 137 Kinder aus Steinen und Umgebung zusammen, um das Lied mitzusingen oder um es gestisch, mimisch oder durch Klatschen zu begleiten. Gegen 12 Uhr bildet sich eine Schlange vor dem Grill, wo die Kinder ihren Grillkäse, ihre Würste oder Maiskolben braten lassen können. Kleine Würste werden mit einem Holzstab durchstochen und aneinandergeheftet, wie man das von einer Bratwurstschnecke kennt. Man kann sie dann besser auf dem Grill wenden, und es besteht nicht die Gefahr, dass sie zwischen den Grillroststangen einklemmen. Einige der Kinder nutzen auch die Gelegenheit, zum Mittagessen nach Hause gehen und um 14 Uhr wieder auf das Gelände zu kommen.

Der Junge linkt hat einen großen Stein im Bachbett gefunden, den die drei Jungen zusammen gar nicht heben können.

Foto: Christoph Schennen

Die 23 Betreuer übernachten in den zwei Spieldorf-Wochen in ihrem Zelt auf einer angrenzenden Wiese. Auch für die Kinder besteht einmal die Möglichkeit, auf dem Gelände zu übernachten.

Erstmals gibt es auch einen kleinen Garten

Neu ist in diesem Jahr, dass ein kleiner Garten dorfeinwärts des Spieldorf-Geländes gepflegt wird. Hier werden unter anderem Teekräuter angebaut. Der Garten soll weiter gestaltet und eine Vogelscheuche gebaut werden. „Wir hoffen, dass wir Kinder finden, die den Garten nach dem Spieldorf weiter betreuen“, sagt Kolibaba. Die Veranstaltung für Kinder findet am 15. August mit einem Fest ab 15 Uhr seinen Abschluss. Dann dürfen die Eltern bestaunen, woran ihr Kind mitgewirkt hat.