Sondierungen im Kreis Lörrach laufen: Sparkassen prüfen eine mögliche Fusion

Im Zuge einer möglichen Vereinigung der Sparkassen Lörrach-Rheinfelden und Markgräflerland soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Alle Arbeitsplätze würden erhalten bleiben, heißt es in einer Mitteilung.
Kristoff MellerDie wirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen in der Bankenbranche bringen die Bildung noch leistungsfähigerer, größerer Einheiten immer mehr in den Fokus, schreiben beide Sparkassen in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag.
Die Träger der beiden Sparkassen, denen derzeit Oberbürgermeisterin Diana Stöcker in Weil am Rhein und Oberbürgermeister Jörg Lutz in Lörrach vorstehen, haben auf Empfehlung der beiden Verwaltungsräte jeweils ihren Vorstandsvorsitzenden Rainer Liebenow und Stephan Grether den Auftrag erteilt, ergebnisoffene Sondierungsgespräche für eine mögliche Vereinigung beider Sparkassen zu führen. „Die Vorsitzenden der Trägerversammlungen, die gleichzeitig auch den Vorsitz in den Verwaltungsräten inne haben, sehen es angesichts der vielfältigen Herausforderungen im Kreditgewerbe als dringliche Aufgabe, mögliche Zukunftsoptionen zu evaluieren“, heißt es weiter.
Die Vorstandsvorsitzenden der beiden Sparkassen begrüßten die Entscheidung der Träger, die Optionen zu prüfen. Und weiter: „Sie sehen gerade für die Regionalbanken (Sparkassen und Genossenschaftsbanken) den zunehmenden Aufwand zur Erfüllung der Regulatorik in Verbindung mit dem steigenden Fachkräftemangel als eine große Herausforderung.“
Keine betriebsbedingten Kündigungen
Aufgrund dieser Situation versichern die Vorstände laut Mitteilung, dass es im Zuge einer Vereinigung keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird und alle Arbeitsplätze erhalten werden. Zudem sehen die Verantwortlichen auch Gestaltungsmöglichkeiten, die sich durch einen Zusammenschluss erst eröffnen und die einen Mehrwert aus Kundensicht sowie aus Sicht der regionalen Wirtschaft und der Trägerkommunen darstellen.
„Wir begrüßen, dass die beiden starken Sparkassen die Möglichkeit eines Zusammengehens ausloten. Als Sparkassenverband Baden-Württemberg unterstützen wir sie dabei sehr gerne – zum Beispiel mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Know-how“, wird Matthias Neth, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, zitiert.
Gespräche sollen ergebnisoffen laufen
Die beiden Vorsitzenden der Trägerversammlungen betonen, dass die Gespräche ergebnisoffen geführt werden und erste Bewertungen bis Ende Februar erwartet werden. Es wird geprüft, welche Vorteile aus einer vertieften Zusammenarbeit resultieren könnten und welche zusätzlichen Zukunftschancen sich aus einer Vereinigung der beiden Häuser ergeben.
Die Sparkassen Lörrach- Rheinfelden und Markgräflerland sind eigenen Aussagen zufolge mit insgesamt knapp 800 Mitarbeitern Marktführer am jeweiligen Bankenmarkt. Sie seien verlässliche Partner für die heimische Wirtschaft und die rund 231 000 Einwohner im Geschäftsgebiet, wie beide Banken schreiben.