Schliengen: Hochblauenhotel rüstet sich für Zukunft

Ein toller Blick auf das im Umbau befindliche Hochblauenhotel bietet sich von oben.
Birgit Cathrin Duval„Macht euch bereit. Wir arbeiten derzeit an einer tollen Webseite“, informiert die Internetseite des Hochblauenhotels. Dazu läuft eine kurze Diashow, die Fotos vom Hochblauen, aber auch vom künftigen Interieur des geplanten Wellness-Hotels zeigt. Auf dem Gipfel schreiten unterdessen die Bauarbeiten mit Hochdruck voran.
Die Internetseite zeigt Bilder eines Zimmers, dessen minimalistische Einrichtung mit viel Holz und klar gezeichneten Strukturen an skandinavisches Design erinnert. Auf weiteren Bildern sind Impressionen von Restaurant und Lounge-Bar zu sehen. Hier bestimmen Holz, Steinwände und große Fensterfronten das Bild. Helle, gedeckte Töne in Weiß, Beige und Grau setzen Akzente, welche sich im Mobiliar des Restaurants fortsetzen.
Wetter führt zu Zeitverlust
In einem der weißen Bürocontainer sitzt Ali Aybugasi, das Handy tippend in der Hand – im nächsten Augenblick nimmt er einen Anruf entgegen. Hinter dem Hotelmanager sitzen zwei Bauleitplaner, diskutieren auf türkisch, die Köpfe über Baupläne gebeugt. „Im September hatten wir ganz schlechtes Wetter“, erklärt Ali Aybugasi. „Wir haben dadurch viel Zeit verloren.“ Zeit, die es jetzt, während der Hochdrucklage wieder aufzuholen gilt. Eine Mitarbeiterin vom Architekturbüro Berndt aus Freiburg ist vor Ort. Das Büro hat im vergangenen Jahr unterstützend die Oberbauleitung übernommen.
Joachim Hußmann, Geschäftsführer der Via BauEimeldingen, der den Rohbau und der Außenanlage koordiniert, gibt zu denken, dass die Bauarbeiten, was den Außenbereich betrifft, wieder eingestellt werden müssen, sobald die Temperaturen auf null Grad zugehen. Ein Eröffnungstermin hängt von der Wetterlage ab. „Realistisch gesehen ist ungefähr April“, schätzt Hußmann, der den beiden türkischen Investoren großen Respekt dafür zollt, dass dieses Millionenprojekt auf dem Hochblauen mit Betrieben aus der Region realisiert wird.
Spa-Bereich im Keller
Bauherr des zehn Millionen Euro Projekts ist die Firma „Lo-Di“ mit Resit Topaloglu, Investor aus Istanbul und Umut Dülger, der bereits als Geschäftsführer im Blauenhotel tätig war. Nicht mehr als Gesellschafter aufgeführt ist Hasan Alaca. Der Weiler Geschäftsmann hatte 2015 das leerstehende Hotel zusammen mit einem in Instanbul ansässigen Geschäftspartner als Teilinhaber gekauft.
Nach der Eröffnung 2018 und weiteren Plänen, die Scheune zum Spielcasino umzubauen, was der Malsburg-Marzeller Gemeinderat, auf dessen Gemarkung sich das Nebengebäude befindet, ablehnte, wurde das Hotel 2020 an einen Pächter übergeben. Die 3Renk Foto-Film-Production, zu der Alacas Sohn Ferhat Alaca mit zwei weiteren Geschäftsführern gehörte, startete den Versuch, mit Veranstaltungen wie DJ-Musik, Open-Air-Kino, Silvesterparty, Hochzeitsfeiern und Motto-Abenden ein junges Publikum auf den Berg zu ziehen. Allerdings führte dieses Konzept nicht zum gewünschten Erfolg und so zogen sich die Pächter auch bald wieder zurück. Seine Geschäftsanteile hat Hasan Alaca inzwischen an Umut Dülger veräußert.
Ali Aybugasi führt über die Baustelle ins Blauenhotel. Die große Außenterrasse mit den 60 Plätzen wird mit einem Wintergarten versehen, im Keller entsteht ein großer Spa-Bereich mit Sauna im Stil eines türkischen Hamams. Wanderer, Ausflügler und Radfahrer können sich auf eine große Gartenwirtschaft mit herrlichem Ausblick freuen. Zu 80 Prozent seien die 17 Zimmer fertig eingerichtet, berichtet Aybugasi. Mit Eichenholz an Boden, Wänden und Decke, Keramik in Marmor-Optik im Bad. Bis Weihnachten soll hier, im Haus A, wie das Blauenhaus bezeichnet wird, alles fertig eingerichtet sein. Ende Februar, so hofft der Hotelmanager, könne man mit einer Probeöffnung starten.
Sanierung der Quelle
Anders gestaltet sich die Baustelle im Haus B, der unter Denkmalschutz stehenden Scheune. Diese wird jetzt im Laufe des Novembers eingerüstet. Auch hier sollen 17 Zimmer, zwischen 22 bis 28 Quadratmeter Größe entstehen. Zusätzlich werden neben dem Haus 31 Parkplätze für die Hotelgäste geschaffen. Viel Arbeit machte die Sanierung der eigenen Quelle, die sich rund 400 Meter unterhalb des Anwesens befindet. Auch neue Wasserbehälter für Trinkwasser und Löschwasser wurden installiert. Mit dem neuen Konzept als Hotel und Spa Hochblauen möchte man den Aufenthalt für Gäste attraktiv gestalten, sagt Ali Aybugasi. Der Hotelmanager peilt einen Aufenthalt von drei bis vier Nächten an. Große Sorge bereitet ihm allerdings die geplante Sanierung der K 4948, die auf den Gipfel des Blauen führt und für die Dauer von zwei Jahren eine Vollsperrung erforderlich macht. Die Zufahrt zum Blauen führt dann ab dem Wanderparkplatz Egerten über die Waldwege Neuer Blauenweg und Hexenplatzweg zum Hotel. Neben den Bauarbeiten, die vom künftigen Hotelmanager überwacht werden, läuft auch die Suche nach Mitarbeitern.
Auf einen Blick
Geschichte:
Am 23. Juni 1875 eröffnete das Berghotel „Krone des Blauen“ auf dem Gipfelplateau des Hochblauen. Damals war das Hotel ein einfacher Berggasthof, der nicht einmal über fließendes Wasser verfügte. Dank des florierenden Fremdenverkehrs konnte der Besitzer, Xavier Stehlin, das Haus 1890 um einen Anbau erweitern. Im Jahr 1898 wurde eine Wasserpumpe installiert – für den nötigen Antrieb sorgte ein Windrad.