Schlagersänger aus Kandern
: Kandern ist der perfekte Rückzugsort

Interview: Nico Alesi hat einen neuen Song veröffentlicht. Er spricht über das Genre Schlager und italienische Lebensart sowie Musik- und Schauspielprojekte.
Von
Alexander Anlicker
Kandern
Jetzt in der App anhören

„Viva la Vita“ heißt der neue Song des Kanderner Schlagersängers Nico Alesi.

zVg/Nadja Weis

Seit Mitte Juli ist der neue Titel„Ein Hoch auf das Leben – Viva La Vita!“ des Kanderner Schlagersängers Nico Alesi auf allen gängigen Download- und Streamingplattformen verfügbar. Produziert wurde der Titel von Erfolgsproduzent Simon Allert in den legendären Hansa Studios Berlin, wo einst Musikgeschichte geschrieben wurde

Vor wenigen Tagen ist Ihre neue Single „Viva la Vita“ erschienen. Welche musikalische Botschaft wollen Sie über das Leben vermitteln?

Viva la Vita ist für mich eine Liebeserklärung an meine Heimat Italien – an das Lebensgefühl, die Leidenschaft und die Leichtigkeit, mit der man dort das Leben genießt. Ich wollte genau diese italienische Lebensfreude musikalisch einfangen und weitergeben.

Vor zehn Jahren haben Sie Ihre erste CD „Superstar“ herausgebracht. Wie haben Sie sich musikalisch im vergangenen Jahrzehnt weiter entwickelt?

Es war schon immer ein Traum von mir, meine eigene CD in den Händen zu halten – auch wenn es damals ‚nur‘ eine EP mit sechs Songs war, war das ein ganz besonderer Moment. Seitdem habe ich mich natürlich weiterentwickelt. 2019 war ich zum Beispiel auf der Mein-Schiff-3-Flotte von TUI unterwegs und habe dort gemerkt, wie sehr die Menschen den Schlager lieben – besonders, wenn er mit italienischem Flair kommt. Ich bin selbst mit viel Italo-Pop-Schlager aufgewachsen und habe angefangen, mich in dieser Richtung auszuprobieren. Es hat sich schnell gezeigt: Das kommt an! Und für mich ist es das Schönste, wenn ich meine eigene Note reinbringen kann – vor allem, wenn ich auch auf Italienisch singe. Die Menschen fühlen das, und ich auch.

Zwischenzeitlich sind Sie ein veritabler Schlagerstar und in der Szene etabliert, was reizt Sie am Genre „Schlager“?

Am Schlager reizt mich vor allem die Eingängigkeit der Melodien – und, dass das Genre so unglaublich wandelbar ist. Es gibt klassischen Schlager, Pop-Schlager, sogar rockige Elemente – und genau diese Vielfalt finde ich spannend. Ich liebe es, dass ich mir mit meinem Italo-Pop-Schlager meine ganz eigene Sparte schaffen konnte, in der ich mich musikalisch zu Hause fühle.

Sie singen zwar auf deutsch, trotzdem ist in Ihren Liedern die italienische Lebensfreude herauszuhören. Welche italienischen Musiker haben Sie als Vorbild?

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Kind durch meine Mama mit ganz viel italienischer Musik aufgewachsen bin. Künstler wie Nek, Eros Ramazzotti, Laura Pausini oder Gianna Nannini liefen bei uns rauf und runter. Diese Musik hat mich sehr geprägt. Heute ist natürlich auch Giovanni Zarrella ein großes Vorbild für mich – er zeigt, wie schön sich italienische Musik und deutscher Pop-Schlager verbinden lassen. Genau das inspiriert mich bis heute.

Sie haben die Schauspielschule in Freiburg besucht und traten beim Musical „Bikini Skandal“ zunächst in Badenweiler und dann auf der Kölner Volksbühne auf. Was unterscheidet den Schlagersänger Nico Alesi vom Musicaldarsteller?

Ich liebe es, im Musical in ganz andere Rollen zu schlüpfen und mich komplett auszutoben. Je verrückter oder je weiter weg die Figur von mir selbst ist, desto mehr Spaß macht es mir. Gleichzeitig genieße ich es als Schlagersänger, meine eigenen Geschichten zu erzählen, mein Herz auszuschütten und das mit den Menschen zu teilen. Da bin ich dann natürlich der ehrlichere, authentischere Nico, weil ich meine Songs selbst schreibe und direkt aus meinem Leben, meinen Erfahrungen und Gefühlen schöpfe. Beides hat seinen ganz eigenen Reiz – und genau diese Abwechslung liebe ich an meinem Beruf.

Sie pendeln zwischen Kandern und Köln. Wie wichtig ist die Nähe zu Film- und Fernsehstudios in Köln für Ihre Karriere und was verbindet Sie mit Ihrer Heimat Kandern am Fuß des Schwarzwalds?

Die Nähe zu Köln ist für mich sehr wichtig, weil die Stadt ein echtes Medienzentrum ist – hier laufen viele spannende Projekte in Film, Fernsehen und Musik zusammen. Seitdem ich im Mai letzten Jahres hierher gezogen bin, durfte ich bereits einige tolle Projekte realisieren, zum Beispiel bei Soko Köln, für Pepsi drehen, bei einer Netflix-Serie mitwirken und vieles mehr.

Gleichzeitig ist Kandern für mich der perfekte Rückzugsort, wenn mir die Stadt mal zu laut wird. Dort genieße ich die Natur, gehe in den Wald, den ich in Köln manchmal vermisse, und vor allem bin ich ganz nah bei meiner Familie – meinen Geschwistern, Neffen und Nichten, die ich als echter Familienmensch sehr vermisse, wenn ich länger weg bin. Dieses Pendeln gibt mir die perfekte Balance zwischen aufregendem Großstadtleben und entspannter Heimat.

Welche musikalischen und schauspielerischen Projekte stehen bei Ihnen gerade an?

Gerade spiele ich im Harz, in Thale, im Musical ,Walpurga’ – das läuft noch bis Ende August. Ab September gehe ich dann auf Tournee mit einer Italo-Pop-Schlager-Produktion, für die ich angefragt wurde, und zwar quer durch ganz Deutschland. Parallel dazu habe ich natürlich auch eigene Auftritte mit meiner Musik, sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Ich bin sehr dankbar, dass ich mittlerweile überall auftreten darf und dass es langsam, aber sicher immer mehr wird. Darauf habe ich lange hingearbeitet, und es motiviert mich unglaublich, diesen Weg weiterzugehen.

Nico Alesi

Der Schlagersänger
 mit italienischen Wurzeln wurde in Lörrach geboren und ist in Kandern aufgewachsen.

Nach der Schule folgte eine Ausbildung zum Altenpfleger . An der Stimmenakademie Voicelab
absolvierte er eine erste Gesangsausbildung. Von 2017 bis 2020 studierte er Musical an der Freiburger Musical- und Schauspielschule.