Runder Tisch Chemie und Pharma am Hochrhein
: „Fachkräfte finden und binden“ bleibt  eine wichtige Aufgabe

Großes Interesse bestand auch in diesem Jahr am Runden Tisch des Vereins Chemie und Pharma am Hochrhein, einer bundesweit einzigartigen Plattform zur Zusammenarbeit der chemischen und pharmazeutischen Industrie der Region mit Landkreisen, Kommunen, Verbänden und Gewerkschaft am Hochrhein.
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(red/pm)
Rheinfelden
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Die Teilnehmer des Runden Tisch trafen sich auf der Terrasse des Wasserkraftwerks Rheinfelden.

Die Teilnehmer des Runden Tisch trafen sich auf der Terrasse des Wasserkraftwerks Rheinfelden.

Naturenergie
  • Runder Tisch in Rheinfelden tagte im Wasserkraftwerk: Fokus auf „Fachkräfte finden und binden“.
  • Industrie, Kommunen, Verbände und Gewerkschaft setzen auf Dialog – Standortnachteile durch Energiekosten.
  • Vereinsprojekte zur Berufsorientierung laufen weiter: „Erlebnistage am Hochrhein“ sowie „Nur Mut“.
  • Girls-Day-Premiere mit rund 15 Plätzen für Mädchen – Kooperation mit der Arbeitsagentur Lörrach.
  • Keynote von Andreas Eschbach: KI soll Schichtteams in Chemie und Pharma effizienter unterstützen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Treffen fand vor wenigen Tagen im Wasserkraftwerk Rheinfelden der  Firma Naturenergie statt. Im Fokus stand neben einem allgemeinen Austausch über das wirtschaftliche Umfeld in der Chemie- und Pharmaindustrie in der Region erneut das Thema „Fachkräfte finden und binden“, das auch  2026/27 für die Chemie- und Pharmabranche eine wichtige Aufgabe bleibt. Beim Runden Tisch wurden unter anderem aktuelle Maßnahmen des Vereins zur Berufsorientierung vorgestellt.

Besonderer Höhepunkt war laut Pressemitteilung die Key-Note-Speech von Andreas Eschbach, Gründer und CEO des Software-Unternehmens Eschbach mit Hauptsitz in Bad Säckingen. Er zeigte, wie künstliche Intelligenz zukünftig helfen könne, die Arbeit von Schichtteams in der Prozessindustrie zu erleichtern und effizienter und planbarer zu gestalten.

In seiner Begrüßung der Vertreter der am Hochrhein ansässigen Mitgliedsunternehmen und der Beiräte des Vereins Chemie und Pharma hob  Martin Häfele,   Vorsitzender des Vereins und Geschäftsführer von DSM-Firmenich in Grenzach-Wyhlen, erneut die Besonderheit dieses Zusammenschlusses hervor. Die Konstellation aus chemischer und pharmazeutischer Industrie, Landkreisen, Kommunen, Verbänden und Gewerkschaft mit dem Ziel des Dialogs sei gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten von großer Bedeutung. Gemeinsam wolle man dieses Potential auch weiterhin nutzen, um Lösungen für dringende Fragen zu finden.

Aktuelle Situation der Mitgliedsunternehmen

Als Kernelement des Runden Tischs informierten alle Mitgliedsunternehmen die Teilnehmer über die aktuelle Situation an ihren Standorten, zukünftige Aktivitäten und anstehende Veränderungen. Themen waren dabei auch die weiter bestehenden Herausforderungen hinsichtlich der hohen Energiekosten und den sich daraus ergebenden Standortnachteilen für Deutschland.

Wie der Verein langfristig Fachkräfte gewinnen will

Im Jahr 2023 von Mitgliedern und Beiräten gemeinsam erarbeitete Lösungsansätze hätten gezeigt, sagte Jacqueline Plum, Koordinatorin und Verantwortliche für Vereinsorganisation und -entwicklung, bei der Vorstellung der aktuellen Vereinsprojekte, dass Berufsbilder bekannter gemacht werden müssten. Zudem müsse man es schaffen, Jugendliche „abzuholen“, so Plum weiter. Dabei sei es das Ziel, bereits erfolgreiche Projekte fortzusetzen und auszubauen und neue zu entwickeln.

Chemie zum Anfassen“ – „Erlebnistage am Hochrhein“ werden fortgesetzt und erweitert

Die bereits seit 2022 vom Verein organisierten „Erlebnistage am Hochrhein“ waren auch  2025 begeistert angenommen worden. 800 Schüler der 5. und 6. Klassen aus Wehr, Rheinfelden und GrenzachWyhlen erlebten in  Wissenschaftsshows, dass Chemie nicht nur Spaß machen kann, sondern auch, wie wichtig sie für den Alltag ist.

Ziel sei, so Vorsitzender Häfele, „die junge Generation für die Wissenschaft zu begeistern und mit den Erlebnistagen eine Brücke dorthin zu bauen.“ Im Herbst 2026 wird der Verein neu auch drei Wissenschaftsshows in Schopfheim veranstalten.

Förderung der Berufsorientierung auf der Theaterbühne

Seit 2024 kooperiert der Verein mit dem Lörracher Theater Tempus fugit. Im Rahmen des Projekts „Nur Mut“   werden Schüler ein Jahr vor der Abschlussprüfung motiviert, ihre berufliche Zukunft aktiv zu gestalten.  2026 wurden insgesamt vier Veranstaltungen in Bad Säckingen und Grenzach-Wyhlen für rund 240 Schüler realisiert. Nach einem  Theaterstück, das die Jugendlichen auf persönliche Weise mit dem Thema Berufsfindung konfrontiert, erfahren sie, welche Berufsbilder es zum Beispiel in der Chemie- und Pharmabranche gibt. Hier stellen Ausbildungsleiter und Auszubildende der Mitgliedsunternehmen des Vereins Berufsbilder der Branche vor und kommen mit den Jugendlichen ins Gespräch.  Das Projekt wird auch  2027 fortgesetzt.

Berufe jenseits von Rollenklischees kennenlernen

2026 beteiligte sich der Verein erstmals am Girls-Day, ein bundesweiter Aktionstag, der Schülerinnen die Möglichkeit bietet, Berufe jenseits von Rollenklischees kennenzulernen. Im Rahmen einer neuen Kooperation mit der Arbeitsagentur Lörrach stellten Mitgliedsunternehmen des Vereins rund 15 Praktikumsplätze für Mädchen zur Verfügung.

Wie der Einsatz von KI Effizienz und Planbarkeit im Unternehmen stärkt

Hohe Aufmerksamkeit erhielt die anschließende Key-Note-Speech von Andreas Eschbach. Er zeigte, wie künstliche Intelligenz den Schichtteams, die in der Regel in der Prozessindustrie arbeiten, hilft, die Produktion effizienter und planbarer zu gestalten. Seine Firma entwickelte die entsprechende AI-gestützte Produktionssoftware. „AI eröffnet Operatoren und Schichtteams in der Pharma- und Chemieproduktion außergewöhnliche Möglichkeiten“, so Eschbach. Sie unterstütze bei Entscheidungen, nehme Routineaufgaben ab und bereichere ihren Arbeitsalltag. „Es liegt an uns allen“, so Eschbach weiter, das jetzt nach unseren Wertvorstellungen zu definieren.“