Ruhestand in Eimeldingen
: Vom Bürgermeister zum Hobbylandwirt

Christoph Huber war Gemeinderat in Eimeldingen, Ortsvorsteher in Haltingen, Erster Bürgermeister in Weil am Rhein und jetzt im Ruhestand Hobby-Winzer, Obstbauer und Gärtner.
Von
Siegfried Feuchter
Eimeldingen
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Christoph Huber, früher Weiler Bürgermeister und jetzt begeisterter Hobby-Landwirt und Hobby-Winzer, ganz entspannt in seinem idyllischen Garten in Eimeldingen

Siegfried Feuchter

Die Affinität zur Landwirtschaft hat sich für den studierten Verwaltungsfachmann noch verstärkt, seit er vor vier Jahren als Erster Bürgermeister von Weil am Rhein nach einer 42-jährigen Verwaltungstätigkeit in verschiedenen Funktionen in den Ruhestand gegangen ist. Denn nun hat er Zeit für sein großes Hobby Landwirtschaft und Handwerk.

Wenngleich ihm nach einem erfüllten und erfolgreichen Berufsleben der Übergang ins Privatleben nicht allzu schwer gefallen ist, so vermisst er doch ab und an das Kreative und die Planungsarbeit seiner früheren Tätigkeit. „Doch alles hat seine Zeit“, sagt Christoph Huber und strahlt rundum bei einer Tasse Kaffee in seinem großen Garten in Eimeldingen Zufriedenheit aus. Vom Weiler Rathaus hat er inzwischen Abstand gewonnen, nur noch mit einer Handvoll ehemaliger Mitarbeiter pflegt er Kontakte.

„Morgen werde ich bei Dieter Jacob Wein abfüllen“, sagt der 65-Jährige, der seit vier Jahren in Pension ist. Im gleichnamigen Eimeldinger Weingut mit Schnapsbrennerei hilft der Vater von drei erwachsenen Kindern und Opa von zwei Enkeln regelmäßig seinem alten Kollegen aus Jugendzeiten bei der Rebarbeit, beim Herbsten und bei der Verarbeitung des Traubenguts. Auch haben die beiden Jugendfreunde auf zwei Rebgrundstücken pilzresistente Rebsorten (Piwi) angepflanzt und im vergangenen Jahr die ersten Trauben geerntet.

Garten mit 40 bis zu 120 Jahre alten Obstbäumen

Aber nicht nur der Weinausbau hat es Christoph Huber angetan, dessen Eltern Landwirtschaft betrieben haben. Auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen ist er versiert und aktiv. Ein Blick in seinen großen, idyllischen und gepflegten Garten mit 40 bis zu 120 Jahre alten Obstbäumen (Hochstämmer) bestätigt das. Vorwiegend sind es Apfelbäume.

Gemüse, Beeren und exotisches wie Pawpaw

Zudem baut der begeisterte Hobby-Landwirt Gemüse aller Art an, ebenso Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, um ein paar Beispiele zu nennen. Auch exotische Früchte wie zum Beispiel Pawpaw, eine heimische Pflanzenart aus Nordamerika, auch „Indianberbanane“ genannt, fehlen nicht. Fünf Pensionsschafe erleichtern die Grünpflege im Garten, außerdem sorgen sechs Freilandhühner für täglich frische Eier.

Morgens wird um 5 Uhr aufgestanden

Christoph Huber, der auch als Pensionär täglich um 5 Uhr aufsteht wie zu seiner Zeit als Bürgermeister, als er frühmorgens mit dem Fahrrad zum Weiler Rathaus fuhr, ist voller Elan. Sobald es draußen hell ist, trifft man ihn im Garten, in den Reben oder im Wald an.

Bei seinem Abschied hatte der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Dietz unter anderem Hubers „volle Hingabe zum Beruf, seinen imposanten Arbeitseifer und sein außerordentliches Gedächtnis für Daten, Zahlen und Fakten“ gewürdigt.

Huber werkeltgerne mit Holz

„Alles, was mit Landwirtschaft zu tun hat, ist mein Hobby“, sagt heute der Diplom-Verwaltungswirt, der auch gerne mit Holz werkelt. So hat er beispielsweise ein Hoftor selbst gezimmert. Und weil dies so gelungen ist, fertigte er für eine frühere und von der Holzarbeit begeisterte Schulkollegin ein zweites an.

Geradlinig verlief die Karriere von Christoph Huber, der vor seinem Studium eine Ausbildung im Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal absolviert hatte, ehe er 1985 in die Dienste der Stadt Weil am Rhein eintrat.

1999 wurde er in Haltingen nach der Ära Fribolin und Hunkler der erste hauptamtliche Ortsvorsteher (damals ein Novum im Landkreis Lörrach und Waldshut). Sieben Jahre später holte ihn der OB als Hauptamtsleiter ins Weiler Rathaus. 2012 avancierte er zum Bürgermeister und ab 2016 zum Ersten Bürgermeister.

Zahlreiche Projekte in Weil am Rhein vorangetrieben

Während seines engagierten, erfolgreichen Wirkens hat Christoph Huber, der 1992 auch Bürgermeister seines Heimatortes werden wollte, maßgeblich einige Projekte vorangetrieben. Stichworte: Planfeststellungsverfahren Bahn, Umlegung Neubaugebiet Bromenacker Haltingen, Projektierung neue Feuerwache und Betriebshof und Oberrhein-Gymnasium.

Früherer Fußballtorwart ist Fan des SC Freiburg

Der frühere Fußballtorwart der Sportvereinigung Märkt-Eimeldingen, dessen sportliche Betätigung sich heute vorwiegend auf die körperliche Arbeit in Garten, Reben und Wald beschränkt, ist längst Fan des SC Freiburg. Mit dessen Trainerlegende Christian Streich ist er verwandt. Mit seinem Großcousin hat er immer wieder Kontakt, erst kürzlich war er zusammen mit seiner Frau Birgit zu dessen 60. Geburtstag an der Feier in Freiburg.

Landwirtschaftliche Rundreisen

Gelegentlich stehen auch größere Reisen auf dem Programm von Christoph Huber. Vor allem landwirtschaftliche Rundreisen mit dem Agrardienst haben es ihm angetan. Zum Beispiel war der frühere Bürgermeister in Costa Rica, Mauritius noch in diesem Jahr und Südafrika Anfang nächsten Jahres sind die nächsten Reiseziele. „Da kann man herrlich fachsimpeln“, sagt der passionierte Hobbylandwirt und Hobbywinzer, der auch auf einem seiner Grundstücke am Ortsrand Eimeldingens zusammen mit einem Energiedienstleister als Partner einen Solarpark realisieren will.