Projekt „Hier!“ in Weil am Rhein: Familien mit Migrationsgeschichte werden unterstützt

Das Projektteam
zVgDas Projekt „Hier!“ begleitet seit September 2023 Kinder, Jugendliche und ihre Eltern im Landkreis Lörrach bei der Orientierung und Integration in ihrer neuen Umgebung. Im Fokus stehen insbesondere die Themen Schule, Beruf und der Umgang mit Behörden, wie es in einer Mitteilung heißt. Das Projekt baue auf den Erfahrungen eines erfolgreichen Vorgängerprojekts auf, das bis zum Jahr 2022 lief.
Gestartet wurde „Hier!“ an der Gemeinschaftsschule in Weil am Rhein – als Reaktion auf den stark gestiegenen Unterstützungsbedarf, insbesondere infolge des Ukraine-Kriegs. Viele neu angekommene Schüler stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, sich in einem neuen Schulsystem zurechtzufinden, wissen die Experten. In solchen Situationen würden Schulen und Schulsozialarbeit oft an ihre Grenzen stoßen – und seien dankbar für zusätzliche Unterstützung.
Das Projekt ist offen für alle Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – insbesondere aus Drittstaaten – und reagiert flexibel auf aktuelle Bedarfe, heißt es weiter. Neben der individuellen Beratung gehören auch praktische Unterstützungsangebote, wie Bewerbungstrainings, zum modular aufgebauten Konzept.
Ziele, Standorte, Team
Ziel ist es, bis Projektende im September 2026 rund 200 bis 250 Personen oder Haushalte erreicht und unterstützt zu haben. Nach der ersten Projektphase konnte das Angebot deutlich erweitert werden: Neue Standorte wurden erschlossen und zusätzliche Fachkräfte eingestellt.
Mittlerweile arbeiten rund zehn hauptamtliche Mitarbeiter (in Teilzeit) sowie ebenso viele Ehrenamtliche an mehreren Standorten im Landkreis – darunter das Mehrgenerationenhaus/ evangelisches Stadtteilzentrum in Weil am Rhein, die Gemeinschaftsschule und die Leopoldschule in Weil am Rhein, die Wiesentalschule in Maulburg, die Gewerbeschule sowie ab Herbst dieses Jahres auch die Friedrich-Ebert-Schule in Schopfheim.
Überall wurde das Projekt mit großer Offenheit aufgenommen – Schulen und Einrichtungen stellten Infrastruktur bereit und ermöglichen so eine niedrigschwellige Begleitung direkt vor Ort, freuen sich die Verantwortlichen.
Vielfältige Unterstützung
Die Inhalte der Arbeit sind vielfältig und orientieren sich am Alltag der Familien:
-Unterstützung bei der Orientierung im Bildungssystem („Was ist eine VKL?“, „Was bedeutet Regelklasse?“)
- Beratung bei individuellen Problemlagen (zum Beispiel Schlafstörungen durch belastende Wohnsituationen in Gemeinschaftsunterkünften)
- Informationen zu Freizeitangeboten
- Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf
- Unterstützung und Entlastung für Lehrkräfte und Eltern
- Vermittlung in bestehende Netzwerke und Hilfesysteme
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus pädagogisch qualifizierten Fachkräften – Lehrkräften und Sozialpädagogen – zusammen, viele mit eigenen Migrationserfahrungen und umfassenden Sprachkenntnissen. Einige Mitarbeiter haben im Ausland studiert und bringen somit eine hohe interkulturelle Kompetenz mit, heißt es weiter.
Geleitet und koordiniert wird das Projekt durch Svenja Flügel, Melanie Vahl und Volker Hentschel. Finanziert wird „Hier!“ durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (Amif) der Europäischen Union.