Planung der Kandertal-S-Bahn: Grüne warnen vor Kirchturmpolitik

Ob im Kanderner Bahnhof jemals S-Bahn-Züge enden werden, ist nach wie vor offen.
Tim NagengastDer Kreisverband Lörrach von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt in einer Pressemitteilung den mit großer Mehrheit gefassten Beschluss des Kreistags, den nächsten Schritt in Richtung Reaktivierung der Kandertalbahn einzuleiten.
Appell an interkommunale Solidarität
Verwundert zeigt sich die neu in den geschäftsführenden Vorstand gewählte Daniela Huber von Weils Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, die jeglichen Nutzen der Bahn für die Stadt Weil am Rhein ignoriere: „Wenn nach der Reaktivierung der Kandertalbahn 2000 bis 3000 Autos weniger durch Weil am Rhein fahren, dann werden davon nicht nur weniger Menschen an Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislaufproblemen durch geringere Feinstaubbelastung und weniger Lärm leiden. Gleichzeitig entlastet der reduzierte Verkehr die Stadt auch bei der Planung und dem Unterhalt von Straßen und Parkplätzen – was langfristig Infrastrukturkosten spart und die Parkraumbewirtschaftung erleichtert. Ganz zu schweigen von den zunehmenden Einkaufstouristen aus der Schweiz, die die Steuereinnahmen der Stadt Weil am Rhein weiter steigern werden.“
Ruf nach großräumigerem Denken
Die deutliche Mehrheit von 46 zu 8 Stimmen im Kreistag für die nächsten Planungsschritte zeigt aus Sicht der Grünen, dass ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein für die gesamte Region gewachsen sei.
Gerade weil viele Kommunen in der Vergangenheit solidargemeinschaftlich gehandelt und auch solche unterstützt hätten, die besonders von den gemeinsamen Projekten profitieren, sei es jetzt an der Zeit, dass alle ihren fairen Beitrag leisten – zum Wohl der gesamten Region, wie die Grünen schreiben.
„Eine Kirchturmpolitik, die mit falschen Fakten eine Blockade begründet, hat noch nie Gutes gebracht. Als Mittelzentrum hat Weil am Rhein auch eine regionale Versorgungsfunktion, wo sie sich nicht aus der Verantwortung stehlen kann“, wird Josha Frey in der Mitteilung zitiert.