Pharmariese zieht Bilanz
: So will Roche in Basel weiter wachsen

Roche schaut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Die eigenen Ziele hat der Basler Pharmakonzern erfüllt und auch der Blick nach vorne verspricht Wachstum.
Von
sda
Basel
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Neue Medikamente sollen einen Beitrag zum Wachstum von Roche sorgen.

F. Hoffmann-La Roche Ltd

Insgesamt setzte Roche im vergangenen Jahr 61,5 Milliarden Franken um, ein Plus von zwei Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Zuwachs von sieben Prozent, womit das eigene Ziel eines Wachstums im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht wurde.

Grundsätzlich macht Roche keine Angaben zu Mittelfristzielen. Die Aussagen von Konzern-Chef Thomas Schinecker während einer Telefonkonferenz mit Journalisten kommen aber immerhin nahe an so etwas dran. Beim Blick nach vorne sehe er „eine Phase anhaltenden Wachstums“, sagte er, nachdem der Konzern am Morgen Zahlen für 2025 vorgelegt hatte. Zu diesem Wachstum sollen beide Sparten beitragen, also Pharma und Diagnostik. Während das Pharmageschäft 2025 denn auch bereits gut gewachsen ist, hatte das Geschäft mit Diagnostika unter der Preisreform in China gelitten.

„Im vergangenen Jahr haben wir in China einen Umsatzrückgang von 24 Prozent wegen der Preisreform gesehen“, sagte Schinecker. Für einige Diagnostika seien die Preise in etwa halbiert worden, was belastet habe. Mit Blick nach vorne sollten diese Effekte dann langsam nachlassen. „Für 2026 gehen wir davon aus, dass wir im Diagnostik-Geschäft am Ende ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich schaffen werden.“ Ab dem kommenden Jahr sollte das Geschäft dann zu seinen alten Wachstumsraten von etwa sieben Prozent wenn nicht gar mehr zurückkehren. Schinecker setzt dabei auf eine Vielzahl an neuen innovativen Tests und Angeboten, die zuletzt auf den Weg gebracht wurden oder aber auf den Markt kommen sollten.

Chef ist zuversichtlich

Auch für das Pharmageschäft ist der Roche-Chef zuversichtlich. Alleine 2026 erwartet der Konzern Daten aus zehn zulassungsrelevanten Studien, die im besten Fall dann einen Beitrag zum weiteren Wachstum leisten könnten. Großen Hoffnungen setzt der Manager auch weiterhin auf das Portfolio zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. Erst zu Beginn der Woche hatte Roche positive Daten zu seinem neuartigen GLP-1-Wirkstoff CT-388 vorgelegt. Auf die Frage, wie sich dieser denn von den bereits zugelassenen Milliarden-Mitteln unterscheiden solle, betont Schinecker, dass sich das Roche-Mittel schon alleine bei der Wirksamkeit absetze. So habe CT-388 eine Gewichtsreduktion von mehr als 20 Prozent erreicht – mehr als vergleichbare Wirkstoffe.

„Außerdem setzen wir uns von anderen Wirkstoffen ab, indem wir nach Kombinationsmöglichkeiten für unsere Kandidaten suchen und auch indem wir mit unserer Diagnostik-Sparte gezielte Tests anbieten.“

USA ist wichtigster Markt

Nachdem 2025 zu einem Großteil durch die politischen Diskussionen im Zusammenhang mit der US-Zoll- und Medikamentenpreispolitik dominiert war, versucht Schinecker, den Konzern für 2026 zu positionieren. „Wichtig ist in einem solchen Umfeld, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.“ Noch wichtiger sei ihm aber, dass die Forschungsteams von diesen Begleitgeräuschen möglichst verschont bleiben, um sich auf das Wichtige zu konzentrieren.

Der Pharmaindustrie weht seit der Amtsübernahme von US-Präsident Trump ein kräftiger Wind entgegen. Dennoch bleiben die USA für Konzerne wie Roche der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Wie die Jahreszahlen vom Donnerstag zeigen, haben die Basler im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte ihrer Pharma-Einnahmen in Höhe von 47,7 Milliarden Franken mit Medikamenten in den USA gemacht.