Party in Weil am Rhein: Klangvolles und grenzenloses Festival

Rissen das Publikum mit: Technobrass aus Brasilien.
V. ZettlerSchon zur Eröffnung am Freitag hoben Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Kulturamtsleiter Peter Spörrer die Bedeutung der Barrierefreiheit für das Festival hervor: ein Programm für alle, bei freiem Eintritt, für jeden zugänglich und mit Angeboten für alle Geschmäcker.
Dass auch das Wetter ein Wörtchen mitreden wollte, zeigte sich schnell. Am Freitag wechselten sich vereinzelte Tropfen mit kräftigeren Schauern ab.
„Die paar Tröpfchen, die blasen wir einfach weg“, verkündete Kai Trimpin von der Weiler Stadtmusik zuversichtlich. Das Publikum griff zum Teil beherzt zu den Regenschirmen.
Grillwurst und Falafel
Zwischen den beiden Bühnen auf dem Rathausplatz und dem Sparkassenplatz zog sich die Vereinsmeile. Kulturamtsleiter Peter Spörrer hatte diese als Ersatz für das Alt-Weiler Straßenfest ins Leben gerufen.

Die Festmeile war gut besucht.
Foto: Veronika ZettlerWer sich durch die zahlreichen Spezialitäten probieren wollte, stieß angesichts des Angebots von 17 Vereinen und drei Winzerbetrieben allerdings schnell an seine Grenzen. Dabei spiegelten die Stände nicht nur das rege Vereinsleben der 3-Länder-Stadt wider, sondern auch deren kulinarische Vielfalt: von Grillwürsten (Sportschützen ESV) über Falafel (Stadtteilverein) und Flammwaie (Wiibergugge Quaakdäsche) bis hin zu afrikanischen Speisen (La Passerelle – Die Brücke). „Wir sind sehr zufrieden“, hieß es etwa am Stand der Wiler Zipfel Clique, wo Merguez auf dem Grill brutzelten: „Es ist mehr los als vergangenes Jahr.“
Gute Musikauswahl
Musikalisch ließ die dritte Ausgabe des 3-Länder-Stadt-Festivals keine Wünsche offen. Auf den hochkarätigen Auftakt mit der Stadtmusik am Freitag folgten Luca Bassanese und das Piccola Orchestra Popolare, die in der Tradition der großen italienischen Liedermacher mit poetischen Songs wie „I Sognatori“ (Die Träumer) das Publikum verzauberten.
Parallel servierten „Fissa Papa“ feurige Chansons und Calypsos, und die „Heart Attack Horns“ um Heiner Krause brachten als Marching Band unter anderem mit Waschbrett und Banjo New-Orleans-Flair auf die Straßen. Am Abend stand beim Hauptact „Les Yeux d’la tête“ der Rathausplatz dicht gedrängt voller Musikfans – viele eigens aus Frankreich angereist.
Zufriedene Gesichter
Der zweite Festivaltag zeigte sich ebenso vielseitig. Zu Beginn brachte das Musikschulensemble „Bonds Big Band“ unter der Leitung von Christian Leitherer das Publikum mit viel Spielfreude und tollen Soli in Schwung. Für Begeisterung sorgte im Anschluss die brasilianische Band „Technobrass“ mit ihrem eigenwilligen Mix aus treibenden Bläsern und elektronischen Beats – und einem Look irgendwo zwischen Blaskapelle und „Game of Thrones“. Dazwischen mischten „Bal’Us’Trad“ aus Frankreich und die „Spalehill Marching Band“ aus Basel die Menge immer wieder ordentlich auf, bevor sich zum Auftritt von Michael Schulte der Rathausplatz noch dichter füllte (siehe gesonderten Bericht).

Luca Bassanese spielte auf der Rathausbühne.
Foto: Veronika ZettlerZufriedene Gesichter prägten an beiden Tagen die Straßen und Plätze. „Tolle Musik, tolles Publikum, tolle Stimmung“, fasste eine Weilerin das Wochenende zusammen.