NSI Lörrach
: Die „Schrubi“ wird 90 und zeigt sich spendabel

Die Lörracher Firma NSI Präzisionsdrehteile feiert ihr 90-jähriges Bestehen mit einer großzügigen Geste.
Von
Regine Ounas-Kräusel
Lörrach
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Die Firma NSI Präzisionsdrehteile spendete zu ihrem 90-jährigen Bestehen an zehn soziale und gemeinnützige Einrichtungen die Summe von 90 000 Euro. Geschäftsführer Wolfgang Wetzel (links) begrüßte zahlreiche Vertreter der Institutionen bei der Spendenübergabe.

Regine Ounas-Kräusel

Das Unternehmen spendet an zehn soziale und gemeinnützige Einrichtungen insgesamt 90 000 Euro. Aus Anlass des Jubiläums habe man sich dazu entschlossen, zehn soziale und gemeinnützige Einrichtungen aus dem Umkreis des Unternehmens mit jeweils 9000 Euro zu unterstützen, sagte Geschäftsführer Wolfgang Wetzel bei der kleinen Feier zur Spendenübergabe am Donnerstag. Mit manchen Institutionen sei man schon seit Jahren verbunden. Aktuell besuchten 31 Mitarbeiterkinder die Kitas der Umgebung, nannte er ein Beispiel. Die „Tüllinger Höhe“ unterstütze man seit Jahrzehnten. Aktuell beschäftige man einen Praktikanten von dort.

Wetzel gab einen kurzen Einblick in die Firmengeschichte: Im Jahr 1934 gründete der Schweizer Johann Mann das Unternehmen „Neuzeitliche Schraubenindustrie Lörrach“ am heutigen Standort der NSI in Lörrach-Stetten. Die „Schrubi“, wie die Firma im Volksmund noch immer liebevoll genannt wird, stellte damals vor allem Schrauben, Nieten und andere Drehteile für die optische und die Brillenindustrie her. Heute fertigt die Firma NSI vor allem für Autozulieferer Präzisionsdrehteile, die etwa in Airbags oder Stoßdämpfern eingebaut werden. Das tarifgebundene Unternehmen beschäftigt knapp 240 Mitarbeiter aus 24 Herkunftsländern, darunter 20 Auszubildende, und verkauft seine Produkte in 28 Länder.

Über die Spenden freuten sich der Kindergarten Sankt Anna, der auf Wunsch der Kinder eine neue Rutschbahn anschaffen will, der Kindergarten Wichernhaus, der seinen Werkraum neu gestalten will, sowie der Förderkreis des Tüllinger Kindergartens, der im Garten eine Beschattung braucht. Man wolle eine zweite Inklusionsgruppe aufbauen und brauche Geld für Fortbildungen, für passende Spielmaterialien und Umgestaltungen im Außengelände, berichtete Andrea Döppner von der Kita „Guter Hirte“. Das Familienzentrum Kinderland wollte einen Teil der Spende für seine Familienlotsin einsetzen, die Familien in schwierigen Situationen berät und unterstützt. Den anderen Teil für den Mama-Kind-Treff im Neumattquartier, der vor dem finanziellen Aus steht.

Der Turn- und Sportverein (TuS) Stetten konnte die Spende gut für seine Kinder- und Jugendarbeit gebrauchen. Auch die Freiwillige Feuerwehr in Lörrach wollte das Geld für den Nachwuchs einsetzen, etwa für das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr in Schönau, wie Klaus Betting, Abteilungskommandant Lörrach, berichtete.

Jeweils 9000 Euro erhielten auch die „Tüllinger Höhe – Fachdienst für Kinder und Familien“, der Förderkreis „Hospiz am Buck“ und der Förderverein Seniorenzentrum Sankt Fridolin. Im Hospiz soll das Geld in einen neuen Aufenthaltsraum und die Neugestaltung der Außenanlage fließen. Der Förderverein Sankt Fridolin will das Geld in einen neuen Kleinbus stecken, mit dem man die Senioren zum Quartierscafé, zum Wochenmarkt oder auch auf Ausflüge mitnehmen könne, erzählte Vorsitzender Dieter Funk. Der alte Bus sei kürzlich kaputtgegangen, sagte er an Wolfgang Wetzel gewandt: „Sie haben uns aus einer Bredouille erlöst.“