Neue Scanner am EuroAirport: Bald mehr Flüssigkeit im Handgepäck erlaubt

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Schwarzwälder BoteDie Europäische Union machts möglich: Bald ist bei Flugreisen mehr Flüssigkeit im Handgepäck erlaubt. Denn: Die EU lässt ab sofort Spezialscanner zu, mit der die 100- Milliliter-Begrenzung überflüssig wird. Zukünftig sind bis zu zwei Liter im Handgepäck erlaubt. Bislang galten für Flugreisen strenge Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck, um Terrorakte mit Flüssigsprengstoff zu verhindern. Dieser soll von den neuen Scannern erkannt werden – nun sind die Flughäfen am Zug, die Technik flächendeckend einzuführen. Während Flughäfen vielerorts möglichst schnell mit den neuen Scannern an den Start gehen wollen, um den Andrang an den Kontrollstellen zu entschärfen, wird es am EuroAirport wohl noch einige Jahre dauern.
Einführung neuer Scanner geplant
Die Einführung der Spezialscanner sei zwar geplant, wie EAP-Sprecherin Manuela Witzig im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt, die neue Technik könne aber erst mit der Realisierung des geplanten Anbaus an der Ostfassade des Terminals Einzug halten. Das dürfte frühestens im Jahr 2030 der Fall sein. Früher gehe es nicht. „Ein einfacher Austausch der Technik ist nicht möglich, sie sind nämlich viel größer und schwerer als die heutigen Screeninggeräte“, verweist Witzig auf die beengten Platzverhältnisse im Flughafen. Während die bisherigen Geräte 650 bis 700 Kilogramm wiegen, sind die neuen Scanner je nach Modell zwischen zwei und zweieinhalb Tonnen schwer. Noch ist also viel Geduld bei Reisenden gefragt, zudem gilt die 100-Milliliter-Regel nach wie vor. Später einmal soll mit dem neuen Anbau die Sicherheitskontrolle in der Gebäudemitte untergebracht werden. „Das wird die Abläufe dann deutlich effizienter gestalten“, so die Sprecherin.
Testphase am EuroAirport
Immerhin: Ein neues Gerät ist am EAP zu Testzwecken seit Juli 2024 in Halle 4 auf Schweizer Seite im Einsatz. Die EU hatte nämlich schon vergangenes Jahr grünes Licht für das neue Verfahren gegeben, dann aber aus technischen Gründen die Erlaubnis widerrufen. Seither nutzt der Flughafen das Gerät wie ein herkömmliches. „Für alle Geräte gelten einheitliche Regeln“, betont Witzig. Das Besondere an der neuen Technik: Statt weniger unscharfer Aufsichtsbilder liefern sie sehr schnell Hunderte Aufnahmen des Gepäckstücks, was am Kontrollschirm dreidimensionale Ansichten und die schichtweise Durchleuchtung des Gepäckinhalts ermöglicht. Neben flüssigen werden auch feste Sprengstoffe erkannt.
Davon profitieren Reisende am EAP im Rahmen der Testphase: Passagiere, deren Handgepäck im neuen Scanner durchleuchtet wird, müssen elektronische Geräte wie auch Flüssigkeiten nicht mehr aus ihrem Handgepäck nehmen.
40 neue Scanner am Frankfurter Flughafen
Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main stehen nach Angaben einer Sprecherin bereits an 40 der knapp 190 Kontrollspuren die neuartigen Scanner. 40 weitere Geräte sind fest bestellt. In Zürich sind laut Flughafenverantwortliche zwei dieser neuartigen Scanner testweise im Einsatz, die restlichen 24 Kontrolllinien sollen nach den Herbstferien umgerüstet werden.
Die Flüssigkeitsbeschränkungen im Luftverkehr waren im Jahr 2006 eingeführt worden, nachdem bekanntgeworden war, dass Terroristen versucht hatten, Flüssigsprengstoff an Bord von Flugzeugen zu schmuggeln.
