Neue Parkplätze in Steinenstadt: 101 Autoparkplätze könnten entstehen

Der Parkplatz beim Freibad in Steinenstadt reicht nicht mehr aus.
Volker MünchDie Planung für einen neuen Parkplatz beim Thermalsportbad stand allerdings unter dem Vorbehalt der jüngst beschlossenen Haushaltssperre. Deshalb erklärte Neuenburgs Bürgermeister Jens Fondy-Langela zu Beginn des Tagesordnungspunkts im Gemeinderat, ein Zeitpunkt für die Realisierung werde erst im Zuge der Haushaltsberatungen entscheiden.
Es gehe auch nicht um die Frage, ob der Parkplatz benötigt werde, sondern heute nur um die Art und Weise des Plankonzepts. Dass eine Erweiterung der Parkmöglichkeiten erforderlich ist, zeige das „wilde Parken“ an besucherstarken Badetagen auf Feldern und auf den Zufahrten für die Rettungsfahrzeuge.
Der vorhandene Parkplatz zwischen dem Eingangsgebäude und der Produktionshalle eines Mineralwasserherstellers reiche längst nicht mehr aus, schickte Planer Daniel Ehmann vom Ingenieurbüro Rapp Regioplan voraus. Mit einem Grundstückstausch Ende 2023 sei es der Stadt gelungen, eine entsprechende Fläche auf der Westseite des Thermalsportbads zu erhalten.
Zwei Varianten zur Wahl
Dort habe man nun zwei Varianten vertieft, um dieses Grundstück optimal ausnutzen zu können. Grundbedingungen für die Planung seien die Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestands, die Auswirkungen durch das Wasserschutzgebiet III und die gesetzliche Pflicht, öffentliche Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen mit einer Photovoltaikanlage zu überdachen.
Während die erste Variante mit senkrecht angeordneten Stellplätzen nur 83 Parkplätze zuließ, verfolgte man mit der zweiten Variante die Schrägaufstellung, die 101 Parkplätze erlaubt. Ferner werden in diesem Bereich 40 überdachte Fahrradstellplätze vorgesehen.
Die gesamte Parkanlage werde nach dem Plan zu 60 Prozent mit einer Photovoltaikanlage überdacht. Ferner seien E-Ladesäulen für Autos und Ladestationen für E-Bikes vorgesehen.
Weil die Anlage im Wasserschutzgebiet liegt, müsse die Parkfläche befestigt werden, das Regenwasser auf dem Dach über Sickermulden abgeführt und das Straßenwasser abgeleitet, über Substratfilterrinnen gereinigt und dann über Rigolenkörper im Untergrund versickert werden, erklärte Ehmann dem Gemeinderat.
Kreis Lörrach beteiligen?
Mit Blick auf die Haushaltslage wurde aus der Mitte des Gemeinderats zum einen eine Parkraumbewirtschaftung ins Spiel gebracht. Eine weitere Idee war, wegen der Nähe zur Nachbargemeinde Schliengen, aus der viele Besucher das Bad besuchen würden, den Ort oder auch den Landkreis Lörrach an den Kosten zu beteiligen. Als Vorbild wurde hier die Debatte um die Kostenbeteiligung einiger Kommunen an den Sanierungskosten der Müllheimer Alemannen-Realschule genannt.
„Das kann ich mir nicht vorstellen“, entgegnete Bürgermeister Fondy-Langela und verwies auf die ablehnende Haltung Schliengens bereits beim Thema Realschule. Einer Bewirtschaftung des Parkraums sei möglich, sollte der Gemeinderat das so entscheiden.
Kosten: 1,7 Millionen Euro
Ob die erforderliche Photovoltaikanlage von der Stadt finanziert oder an einen Investor verpachtet werden soll, müsse angesichts der Kosten abgewogen werden. Baut die Stadt die PV-Anlage in Eigenregie, dann würde das komplette Projekt rund 1,7 Millionen Euro kosten. Allein die PV-Anlage wurde mit rund 798 000 Euro vom Planer kalkuliert. Am Ende votierte der Gemeinderat einstimmig für die Variante mit den schräg angelegten Parkplätzen.